Wahrnehmung und Stimmigkeit

Wieso soll es ohne diese Einigung gehen? Wir haben nunmal Wörter, die uns u.a. auch helfen, Dinge zu benennen und zu beschreiben.

Ich glaube, wie versteehen gerade unter "Filter" etwas unterschiedliches.

Ralrene hat angemeerkt, dass wir nicht alle Sinneseindrücke etc. dauerhaft bewusst wahrnehmen. Das ist richtig. Damit beschäftigt sich ein ganzer Zweig der Psychologie: Die Wahrneh,mungsprychologie. Ein Effekt dabei ist z.B. die "selektive Wahrnehmung", der zu sowas wie "gefühlten Statistiken" führt, so dass man ein neues Naturgesetz (oder Fähigkeit etc.) oder ähnliches glaubt wahrzunehmen, wo keines ist. Um diesen Einfluss zu reduzieren hilft nunmal nur gute wissenschaftliche Methodik.

Aber genau darüber besteht doch nun mal keine Einigung.
Du kannst immerhin sagen, für meine Assoziation für Farben gibt es einen Namen, also ist diese berechtigt- auch wenn jeder möglicherweise unterschiedliche Farben hat.
Ich kann das nicht sagen, denn es wird nicht anerkannt, was ich sehe. Dabei spielt es keine Rolle, ob ich es sehe oder nicht- es gibt keinen Namen, keinen Beweis, ergo HABE ich das nicht zu sehen. Wenn ich es aber nun doch sehe (was auch immer), habe ich ein Problem, das jemandem verständlich zu machen, der es nicht sieht. Diejenigen aber, die das Gleiche sehen wie ich (das Gleiche wohlgemerkt, nicht dasselbe), verstehen das schon eher.
Wie soll denn zwischen uns ein Austausch möglich sein, wenn ich sage, du KANNST gar keine Farben sehen, sobald du eine Zahl siehst? Das ist Unsinn, denn du kannst mir das nicht beweisen, dass du wirklich an Farben denkst?
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
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Ich bin zwar kein neuer User, aber einer der *Alten*, mit unendlich vielen Versuchen....:D
Jetzt fällt mir gerade ein:
Wir sehen & erkennen unsere Umwelt ja nicht komplett, sondern es wird bekanntlich alles gefiltert.
Ansonsten wären zu viele Eindrücke vorhanden.
Kann es nicht auch sein, daß diese Filter unterschiedlich funktionieren?
Nur mal so gefragt.

Klar. Die Meme in unseren Geist beeinflussen zudem erheblich, was wir wahrnehmen dürfen. Meme sind sog. Gedankenviren, gesellschaftliche Glaubenssätze usw.

Das wirkt dann schon extrem. Meist weiß ein Mensch das erst, wenn diese sich auflösten. Bei vielen Menschen geschieht das durch persönliche Krisen. Denn freiwillig mag sich das kaum wer an tun, das eigene Weltbild einmal im Schleudergang zerfetzt zu sehen.

Weißt Du was ich meine? :)

Rein wissenschaftlich und neurobiologisch kann man das in bildgebenden Verfahren sehen, dass die entsprechenden Gehirnregionen bei verschiedenen Menschen unterschiedlich "funken".

Nur, es gbt bekanntlichTechniken diese Filter zeitlich begrenzt beiseite zu schieben. Trance, Meditation, Hypnose... da kann man dann wieder Zugriff auf Informationen bekommen, die zuvor blockiert waren.

LG
Any
 
Aber genau darüber besteht doch nun mal keine Einigung.
Du kannst immerhin sagen, für meine Assoziation für Farben gibt es einen Namen, also ist diese berechtigt- auch wenn jeder möglicherweise unterschiedliche Farben hat.
Ich kann das nicht sagen, denn es wird nicht anerkannt, was ich sehe. Dabei spielt es keine Rolle, ob ich es sehe oder nicht- es gibt keinen Namen, keinen Beweis, ergo HABE ich das nicht zu sehen. Wenn ich es aber nun doch sehe (was auch immer), habe ich ein Problem, das jemandem verständlich zu machen, der es nicht sieht. Diejenigen aber, die das Gleiche sehen wie ich (das Gleiche wohlgemerkt, nicht dasselbe), verstehen das schon eher.
Wie soll denn zwischen uns ein Austausch möglich sein, wenn ich sage, du KANNST gar keine Farben sehen, sobald du eine Zahl siehst? Das ist Unsinn, denn du kannst mir das nicht beweisen, dass du wirklich an Farben denkst?

Du brauchst auch nicht belegen, dass Du was siehst. Wenn Deine behaauptung aber ist, dass das Gesehene was mit der Realität zu tun hat - Du damit also Zugang zu neuen Naturgesetzen, Zusammenhängen, Existenzen und/oder Fähigkeiten hast - sind Belege notwendig, wenn Du willst, dass diese Behauptung von wissenschaftlern ernst genommen wird (siehe z.B. der Riechende im Lang voller Geruchsblinder im Anfangspost).
 
Du brauchst auch nicht belegen, dass Du was siehst. Wenn Deine behaauptung aber ist, dass das Gesehene was mit der Realität zu tun hat - Du damit also Zugang zu neuen Naturgesetzen, Zusammenhängen, Existenzen und/oder Fähigkeiten hast - sind Belege notwendig, wenn Du willst, dass diese Behauptung von wissenschaftlern ernst genommen wird (siehe z.B. der Riechende im Lang voller Geruchsblinder im Anfangspost).

Wie kannst du denn den Wissenschaftlern beweisen, dass bei dir eine Verknüpfung von Zahlen und Farben stattfindet?
 
Zum Thema Wahrnehmung und Stimmigkeit fällt mir gerade eine kleine Begebenheit mit meiner Tochter ein.

Sie ist 5/6 Jahre alt... wir schauen gemeinsam einen Zeichentrickfilm. In diesem Film gibt es eine Szene, in der einer der Hauptakteure retrospektiv von einem Ereignis mit seinem Grossvater aus der Kindheit erzählt, allerdings- nach meiner Wahrnehmung, ohne, dass sich die Bilder zur Geschichte ausmaterialisiert zeigen.

Sie irgendwann zu mir: Och, der Grossvater sah ganz traurig aus, der tut mir leid.

Ich: Welcher Grossvater?

Sie: Na,... der Junge hat doch von ihm erzählt...

Ich: Ja, ich weiss... aber den Grossvater hat man ja gar nicht gesehen...

Sie: Doch klar, der Grossvater hatte einen roten Pulli an und stand in der Ecke, der Junge hat ihn... usw...

Ich: Schatz, diese Bilder sind während der Erzählung des Jungen in dir entstanden... sie sind aber kein Teil des Films:

Sie erschrocken: DOCH! Klar! DU weisst das auch. DU hast doch den selben Film gesehen... also tu nicht so.

Ich, ebenfalls erschrocken: Ich schwörs dir... ich habe DAS nicht gesehen.... *stutz... die Erzählung ist in dir lebendig geworden... daher...

Sie: HÖR AUF! DU hast das gesehen... du lügst doch.

Ich *unsicher: Du... vielleicht wars wirklich zu sehen... aber ich könnte schwören... da war nix. Vielleicht haben wir ja beide recht.

Sie *misstrauisch: Mama... was soll das? Das war doch klar zu sehen... du tust doch nur so....

und fast weinerlich: der Opa hatte einen roten Pulli an....

Ich: Hm... ???? tscha... schade, dass wir nicht zurückspulen können (konnten wir vorher mit Unitymedia, können wir jetzt wieder mit Telekom).... aber... was soll ich denn machen, ich habs wirklich nicht gesehen...


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Leider weiss ich auch nicht, welcher Film das genau war, ich denke aber, wenn wir ihn zufällig wiedersehen, wirds uns von allein einfallen. Da bin ich echt gespannt, welche Wahrnehmung sich als richtig raustellen wird.

So oder so aber musste ich aber gewaltig schlucken ob der Erkenntnis, zumindest von meiner Warte aus; wie sich schlichte Erzählungen in Kindern zu realen Wahrnehmungen manifestieren können. ;)
 
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