Hallo Simi!
Man kann den wahren Menschen aber auch erkennen, wenn man jemanden besser kennen lernt; Gabi und Fiona, die schon so lange mit ihrem Partner zusammen sind, kennen ihn sicher schon sehr gut.
*schmunzel* Du schon wieder mit deinen Partnerschaften. Ich habe alle Menschen gemeint, Lilith- nicht nur den Partner. Was ist mit den Eltern, den Geschwistern und Freunden, den Bekannten und Kindern, den Kollegen und Chefs? Kennt deine Mutter dich, wie du wirklich bist? Kennst du sie wirklich? Zeit genug hatte ihr ja, lach.
Lilith schrieb:
Das Erkennen der Wünsche und Begierden ist aber etwas sehr Positives. Freilich hilft es nichts, wenn ich erwarte, dass der andere die Wünsche erfüllen soll. Ich habe durch das Erkennen meiner Wünsche z.B. gelernt, dass, wenn mir z.B. Korrektheit und Gewissenhaftigkeit bei jemand anderem sehr wichtig sind, die Eigenschaften auch selber leben muss, damit sich so ein Mensch zu mir hingezogen fühlt. Also finde ich diese Wünsche gar nicht so negativ.
Ja, das Erkennen ist etwas sehr Positives- die Wünsche und Begierden an sich aber nicht. Sie sind bloss Mittel zum Zwecke des Erkennens, wenn aber erkannt wurde, was sie sind, nämlich leiderzeugend, dann lässt man sie fallen.
Du sagst da etwas sehr Wahres: wenn man erkannt hat, dass einem zB Korrektheit und Gewissenhaftigkeit sehr wichtig sind beim anderen, dann muss man diese Eigenschaften auch selbst leben. Man kann ja nicht reinen Gewissens etwas von anderen erwarten, was man selbst nicht lebt. Und das ist genau der Punkt, Lilith: man kann es nämlich selbst nicht. Man muss es ernsthaft und mit ganzem Herzen versuchen (das meinte ich mit "ich war in Liebesdingen regelrecht fanatisch", *winke hi2u*), nur so merkt man nämlich, dass man es nicht kann. Wenn man sich das eingesteht, dass man selbst zB nicht korrekt und gewissenhaft ist und es auch nicht werden wird, trotz aller Bemühungen, dann gibt man es schliesslich auf. Voller Verzweiflung zwar, weil einen jetzt ja bestimmt niemand lieben wird- aber man gibt es auf.
Das ist die Befreiung, Lilith- man hört auf, sich selbst unter Druck zu setzen. Damit gibt man gleichzeitig die Suche auf nach jemandem, der einen liebt. Und gleichzeitig hört man auf, Erwartungen von Korrektheit und Gewissenhaftigkeit an die Leute zu stellen. Die Wünsche und Begierden sind abgefallen- man ist selbst ein liebender Mensch geworden.
