Trauma

Wenn Du klagst, würdest Du aber anderen helfen.
Das würde andere Opfer vielleicht vermeiden, Du würdest damit was gutes tun.
Die Ärzte wären schon vorsichtiger bei anderen, weil sie nicht auch verklagt werden wollen. Solange keiner was sagt, können sie machen, was sie wollen.

Aber ich versteh, daß Du das nicht willst, ist sicher schlimm, so eine Verhandlung. Da muß man sehr stark sein und Hilfe haben.
Jetzt ist es auch noch sehr früh.


Eine Bestrafung von Tätern kann allerdings schon sehr helfen, das hilft den Opfern und verhindert ein bißchen neue Opfer.
Von daher ist es schon gut. Hilft auch den Opfern, ein bißchen damit abzuschließen.
Und Gerechtigkeit ist wichtig, wenigstens ein bißchen, wenn schon so wenige auf Seiten der Opfer stehen. Strafe zeigt, daß es Unrecht war und das Opfer nicht schuld ist.
 
Werbung:
Wenn Du klagst, würdest Du aber anderen helfen.
Das würde andere Opfer vielleicht vermeiden, Du würdest damit was gutes tun.
Die Ärzte wären schon vorsichtiger bei anderen, weil sie nicht auch verklagt werden wollen. Solange keiner was sagt, können sie machen, was sie wollen.

da hast du schon recht - aber ich hab auch hier einen anderen weg gewählt.
ich habe die verantwortlichen wissen lassen - bis hinauf zu den politikern - was ich an beweismaterial in der hand habe. (noch sehr viel mehr als den obduktionsbefund).
ich habe die erfahrung gemacht - schon in anderen situationen in denen unrecht geschehen ist, das ich auch beweisen kann - dass die möglichkeit einer drohenden strafe durchaus zu mehr vorsicht mahnt -
und bei manchen menschen vielleicht auch einen nachdenkprozess in die wege bringt.
Aber ich versteh, daß Du das nicht willst, ist sicher schlimm, so eine Verhandlung. Da muß man sehr stark sein und Hilfe haben.
Jetzt ist es auch noch sehr früh.

ich finde man braucht sehr viel mehr stärke dazu geduld zu haben und aus dem hintergrund heraus zu agieren.
und außerdem handelt man damit nicht selbstschädigend - wie du richtig sagst - schlimm so eine verhandlung, bei der allenfalls eine kleine fianzielle entschädigung herauskommt. das würde mich traumatisieren, und bei den tätern keinen nachdenkprozess auslösen, weil sie sich angesichts einer allfälligen bestrafung erst recht wieder als opfer fühlen.

Eine Bestrafung von Tätern kann allerdings schon sehr helfen, das hilft den Opfern und verhindert ein bißchen neue Opfer.
Von daher ist es schon gut. Hilft auch den Opfern, ein bißchen damit abzuschließen.
Und Gerechtigkeit ist wichtig, wenigstens ein bißchen, wenn schon so wenige auf Seiten der Opfer stehen. Strafe zeigt, daß es Unrecht war und das Opfer nicht schuld ist.

du hast insofern natürlich recht, dass in einer gesellschaft, die nur opfer und täter kennt und das prinzip der bestrafung eine bislang unumgängliche notlösung darstellt, die bestrafung der täter für die opfer eine gewisse erleichterung bringt.
aber ich stehe eben auf dem standpunkt, dass in dieser welt nichts besser wird, solange das schulddenken nicht aufzulösen ist.
es muss ja wohl einen sinn haben, dass ich immer wieder an beweismaterial herangekommen bin - praktisch per zufall - und somit einen anderen weg gehen kann.
 
Das ist wahrscheinlich auch der Unterschied, Du hast Beweismaterial, Ärzte, die sagen, daß Du klagen sollst, Du hast Leute, die Dir glauben.
Du kannst Druck ausüben, damit hast Du Macht!

Das alles haben Opfer nicht so oft, um beim Beispiel Kindesmissbrauch zu bleiben, da gibt es selten Beweismaterial, es gibt auch selten Leute, die dem Opfer glauben, auch wenn das immer besser wird.
Macht gibts da keine, weil der Druck, den das Opfer ausüben kann, meistens gering ist, weil die anderen sowieso eher dem Täter glauben. Den Opfern wird die Schuld gegeben und geächtet werden sie auch oft. Die werden sehr oft aus der Familie ausgeschlossen, wenn sie was sagen.

Das ist ganz eine andere Position als Du hast, erstens gehts nicht direkt um Dich, Du bist traurig, weil Dein Sohn tot ist, da fühlen die Leute mit Dir. Außer die ganz dummen, aber die sterben eh nie aus.
Du wurdest nicht erniedrigt.
Du kannst, wenn Du willst, die Leute drankriegen, und wenn sie verurteilt werden, wird Dir gratuliert, einem anderen Opfer wird schief hinterhergeschaut.
Du kannst erzählen, was passiert ist, ein anderes Opfer nicht, weil das immer noch ein Tabu ist.

Was ich damit sagen will: es ist leichter für Dich, aus dem Schulddenken auszusteigen, weil Du Stärke und Selbstachtung hast.
Andere Opfer haben das nicht. Die brauchen Hilfe, Leute, die auf ihrer Seite stehen und daß man dem Täter die Schuld gibt. Damit sie auch stark werden und Selbstachtung bekommen.
 
Dem Beitrag von Loop möchte ich noch hinzufügen:

Wenn ein traumatisches Erlebnis, welches gleichzeitig mit einem Verbrechen einherging, in der Kindheit oder Jugend passiert ist, hatte der Mensch vorher kaum eine Chance, Stärke und Selbstachtung aufzubauen. Nach dem Trauma ist das sehr viel schwerer, wenn man es nicht vorher schon hatte...

Das heisst, traumatisierte Kinder haben gar nicht die Ressourcen, die ein erwachsener Mensch hat. Sie brauchen sehr viel Unterstützung, um das Trauma zu überwinden...und wenn sie diese Unterstützung nicht als Kind bekommen haben, dann brauchen sie diese auch noch als Erwachsene, sonst ist es wahrscheinlich so gut wie unmöglich, das Trauma zu heilen...
 
Das ist wahrscheinlich auch der Unterschied, Du hast Beweismaterial, Ärzte, die sagen, daß Du klagen sollst, Du hast Leute, die Dir glauben.
Du kannst Druck ausüben, damit hast Du Macht!

Das alles haben Opfer nicht so oft, um beim Beispiel Kindesmissbrauch zu bleiben, da gibt es selten Beweismaterial, es gibt auch selten Leute, die dem Opfer glauben, auch wenn das immer besser wird.
Macht gibts da keine, weil der Druck, den das Opfer ausüben kann, meistens gering ist, weil die anderen sowieso eher dem Täter glauben. Den Opfern wird die Schuld gegeben und geächtet werden sie auch oft. Die werden sehr oft aus der Familie ausgeschlossen, wenn sie was sagen.

Das ist ganz eine andere Position als Du hast, erstens gehts nicht direkt um Dich, Du bist traurig, weil Dein Sohn tot ist, da fühlen die Leute mit Dir. Außer die ganz dummen, aber die sterben eh nie aus.
Du wurdest nicht erniedrigt.
Du kannst, wenn Du willst, die Leute drankriegen, und wenn sie verurteilt werden, wird Dir gratuliert, einem anderen Opfer wird schief hinterhergeschaut.
Du kannst erzählen, was passiert ist, ein anderes Opfer nicht, weil das immer noch ein Tabu ist.

Was ich damit sagen will: es ist leichter für Dich, aus dem Schulddenken auszusteigen, weil Du Stärke und Selbstachtung hast.
Andere Opfer haben das nicht. Die brauchen Hilfe, Leute, die auf ihrer Seite stehen und daß man dem Täter die Schuld gibt. Damit sie auch stark werden und Selbstachtung bekommen.

ja und nein loop,
ich musste auch erst meine kindheitstraumatas aufarbeiten um die fähigkeit zu entwickeln den tätern in einer solchen form kontra geben zu können.
aber zugegeben - das ist ein einzelfall -
aber nur aus einzelfällen - von solchen die pionierarbeit leisten - können andere auch das eine oder andere mitnehmen für sich selbst.
ich hatte zwei sehr gute psychiater, die meine fähigkeiten erkannt und gefördert haben -
und der eine, auch wenn es mir absolut keiner glauben mag, war mein sohn.
 
Dem Beitrag von Loop möchte ich noch hinzufügen:

Wenn ein traumatisches Erlebnis, welches gleichzeitig mit einem Verbrechen einherging, in der Kindheit oder Jugend passiert ist, hatte der Mensch vorher kaum eine Chance, Stärke und Selbstachtung aufzubauen. Nach dem Trauma ist das sehr viel schwerer, wenn man es nicht vorher schon hatte...

Das heisst, traumatisierte Kinder haben gar nicht die Ressourcen, die ein erwachsener Mensch hat. Sie brauchen sehr viel Unterstützung, um das Trauma zu überwinden...und wenn sie diese Unterstützung nicht als Kind bekommen haben, dann brauchen sie diese auch noch als Erwachsene, sonst ist es wahrscheinlich so gut wie unmöglich, das Trauma zu heilen...


Genau!:kiss4:

Und wenn diese späteren Erwachsenen dann keine Hilfe bekommen, sondern beschimpft und geächtet werden, was tagtäglich geschieht, dann ist trägt das auch nicht dazu bei, gesund zu werden.

Deswegen ist Unterstützung und Gerechtigkeit auch so wichtig. Und Leute, die auf ihrer Seite sind und sagen, daß sie nichts dafür können, daß es ein Verbrechen war und falsch.
 
ja und nein loop,
ich musste auch erst meine kindheitstraumatas aufarbeiten um die fähigkeit zu entwickeln den tätern in einer solchen form kontra geben zu können.
aber zugegeben - das ist ein einzelfall -
aber nur aus einzelfällen - von solchen die pionierarbeit leisten - können andere auch das eine oder andere mitnehmen für sich selbst.
ich hatte zwei sehr gute psychiater, die meine fähigkeiten erkannt und gefördert haben -
und der eine, auch wenn es mir absolut keiner glauben mag, war mein sohn.


Siehst Du, Du hast es auch verarbeiten müssen und lernen, Dich zu wehren.
Gegen Ungerechtigkeit.
Das lernt man aber nicht, wenn einem alle sagen, daß man selber schuld ist oder es halt Karma ist.
Wenn einen alle schlecht machen, weil man was sagt.
Du hättest es nicht gelernt, wenn man zu Dir nur gesagt hätte, daß das nur Schulddenken ist und der Täter nichts dafür kann und Du das gefälligst nicht so eng sehen sollst, war ja nicht so schlimm.
 
Siehst Du, Du hast es auch verarbeiten müssen und lernen, Dich zu wehren.
Gegen Ungerechtigkeit.
Das lernt man aber nicht, wenn einem alle sagen, daß man selber schuld ist oder es halt Karma ist.
Wenn einen alle schlecht machen, weil man was sagt.
Du hättest es nicht gelernt, wenn man zu Dir nur gesagt hätte, daß das nur Schulddenken ist und der Täter nichts dafür kann und Du das gefälligst nicht so eng sehen sollst, war ja nicht so schlimm.

na ja , loop -
ist bei mir aber erst sehr spät geschehen -
und ohne meinen sohn wäre es nie geschehen. ich war auf dem besten weg in den abgrund.
jetzt versuche ich das beste daraus zu machen, dass mein sohn nicht leben durfte, weil er das unrecht erkannt hat und auflösen musste.
 
Sehr häufig bekommen traumatisierte Menschen keine Hilfe oder erst spät.

Bis ich die passende Hilfe bekam, habe ich nichts auf die Reihe bekommen, weder eine Ausbildung, noch sonst irgendwas. Solange das Trauma unbearbeitet war, war ich nicht in der Lage dazu.

Was ich traurig finde: mit 20 war ich bereits in Therapie, aber weil die damalige Therapeutin sich nicht getraut hat, gemeinsam mit mir da hinzuschauen, obwohl ich sie direkt darauf ansprach, hat es 10 weitere Jahre gedauert, bis ich endlich jemanden gefunden habe, der mit mir eine gescheite Traumaarbeit gemacht hat.

Das heisst: 10 vergeudete Jahre wegen einer Therapeutin, die nicht den Mumm hatte, auch Schreckliches anzusehen....
 
Werbung:
Hallo Ahorn,

zu mir wurde immer gesagt, dass die Kindheit keinen Einfluss hat und ich mal im Heute leben soll. Als ich dann aufbegehrte wurde ich hingestellt, als ob ich nicht an mir arbeiten wolle. Für mich waren das Übergriffe unter der Gürtellinie von Therapeuten, an die ich mich hilfesuchend wande, und mich ihnen geöffnet hatte. Dann trafen mich ihre worte natürlich viel tiefer innen drin.

kg Pluto
 
Zurück
Oben