Super Thread die 2te

Sansara schrieb:
Danke, damit kann ich viel anfangen.
Na, das ist doch was.
Ich hab das übrigens in einem Buch von Marianne Fredriksson (Sofia und Anders) gelesen. Da üben zwei Kinder zusammen zu träumen, schaffen es und alle sehen ihren Traum, in dem sie durch das Kirchendach fliegen und dabei versuchen, Jesus vom Kreuz zu befreien.
Dass in Momenten der Gotteserkenntnis/Gefühl der absoluten Wahrheit ein Suchtcharakter steckt, der am Anfang von Psychosen steht, sagt im Buch ein Psychiater.
Ich denk mal, eine Psychose ist da nicht zwangsläufig das nächste, und Sucht vielleicht nur, wenn man auf die Begleiterscheinungen des Erlebnisses achtet.
Das sind die Auswirkungen 1500jähriger subtiler Christlicher Prägung. Alles was nicht zu ihrem alleinseligmachenden Weg gehört ist gefährlich. Und dafür gibt es auch sogar psychologische Begründungen, deren Konsens auf diese Prägung beruhen.
Du könntest dich ja davon *befreien* - (Damit ist der Psychologe arbeitslos, und die religiösen Instanzen verlieren ihren Einfluß) - und das ist gefährlich. Für Die, nicht für Dich. Das sagt dir von denen aber keiner.
Vielleicht ist so eine Sehn-Sucht sogar ein Anzeichen dafür, dass man noch nicht zur Quelle vorgedrungen ist?
Das kann man durchaus so betrachten - Sehnsucht ist die Quelle aus der alle anderen Süchte resultieren.
Wenn dieses Sehnen endlich Erfüllung findet, hört auch die Sucht (Suche) auf.
 
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Sansara schrieb:
Der Tanz mit dem Feuer wird nicht als Spiel erkannt. satnaam schrieb von Machtgedanken, die wir erkennen und löschen müssen. Es ist glaub ich nicht nur der Reiz der Macht, auch die Gier, dieses Leben festzuhalten, ewig werden zu lassen, behindert uns.
Da klingen drei verschiedene Gedanken drin:

1. Das Spiel als Spiel erkennen... Geht es drum, dass die Meditation Spiel ist, oder dass verwegene Gedanken Spiel sind? Die Grenzenlosigkeit der Gedanken ermöglicht uns das Spiel mit ihnen. Haben wir uns innerlich von den Regeln des Alltagsdenkens befreit, wird dieses Spiel möglich. Das bedeutet nicht, dass wir uns im Alltag nicht aus sozialen und auch ganz praktisch-nützlichen Gründen in manche gängigen Konzepte einfügen. Aber das wird dann bewusst geschehen...

2. Die Macht kommt unweigerlich, wenn bestimmte Wandlungen stattgefunden haben. Entscheidend ist aber, diese Macht nicht zu missbrauchen und auch nicht "machtgeil" zu werden. Also ist wieder Bewusstheit gefragt und ethische Sensibilität. Es geht um die Freiheit zu vollständigem Selbstausdruck, ohne in die Freiheit anderer Menschen einzugreifen.

3. Die Gier dieses Leben festzuhalten... Das sehe ich anders. Die Meditation ermöglicht (über kurz oder lang) das Bewusstsein der Ewigkeit. Deshalb gibt es da überhaupt nichts festzuhalten... Leben ist ständige Wandlung und Entwicklung innerhalb der Ewigkeit. Meditation, wenn sie in die Stille führt, bringt uns in die Ewigkeit, wo das seelische Zuhause ist. Es ist Ruhen im Mittelpunkt und gleichzeitig Auflösung in der Grenzenlosigkeit. (Bin gerade ziemlich am Rumstottern, weil es um was geht, was nicht zum Erklären geeignet ist...) Wenn die innere Quelle aufgetan ist, ernährt sie das eigene Leben in einem kontinuierlichen Strom (solange die Verbindung nicht unterbrochen ist). Ginge es da um Sucht und Weltflucht, wäre etwas Wesentliches nicht begriffen...

Das Kali-Spieler-Spiel beruhte auf der Freiheit von Visionen und wird von mir nicht überbewertet. Kreatives Leben bedeutet Offenheit für Vision und Freiheit der Assoziationen. Es ist aber eine entsprechende Erdverwurzelung nötig, um klar zu erkennen, was JETZT relevant für das irdische Leben ist. Die Angst vor dem Irrealen behindert die Freiheit des Denkens und Empfindens. Unsre Pyramidenmeditationen wären undurchführbar, wenn da nicht zunächst der Schritt gemacht worden wäre, das Alltagsdenken zu überwinden und etwas wider die anerzogene Vernunft auszuprobieren. Es liegt im Wesen und Bewusstsein der einzelnen Teilnehmer, ob sie in Weltflucht und Visionsgier geraten, oder ob sie lediglich Gedanken und Gefühle unzensiert annehmen und ansehen.

Ich war heute früh wieder intensiv mit (komponierter) Musik beschäftigt und staunte, wie real Luftschlösser aufgebaut werden, durch den musikalischen Ausdruck... aber es sind keine Lustschlösser, sondern absolut reale, in musikalische Form gebrachte Empfindungen, die jederzeit neu erzeugt und wiedergegeben werden können und die im Zuhörer Resonanz bewirken. Und mit dieser Resonanz lässt sich eben nicht nur musikalisch umgehen, sondern auch mit Worten, oder Bildern...

lg Kalihan
 
Wer sich über den Tellerrand hinauswagt, wird nicht ernst genommen, aus der Gemeinschaft ausgeschlossen. Vielleicht sogar als verrückt betrachtet (ich habe deshalb neulich sehr gezögert, hier ein Meditationserlebnis zu schildern, weil es sich so verrückt anhört.)
Es kommt dabei, meine ich, drauf an, wie wir selber damit klarkommen. Manches kommt uns da selber so verrückt oder unklar vor, dass wir nicht dazu stehen können... oder du machst es wie Spieler und stehst zum Wahnsinn deiner unzensierten Irrationalitäten- er begründet sie so gut, dass er sich im Forum Narrenfreiheit erobert hat und mit Recht ernst genommen wird. Und ich habe übrigens überhaupt keine Ambitionen wahllos Menschen unsre Meditationsgeschichte zu unterbreiten. Denn die Grenzen, die wir überschreiten, existieren bei der Mehrzahl der Menschen noch massiv. Das dürfen sie auch. Was mich so allgemein beschäftigt, das bespreche ich genau mit den Leuten, die ich dafür offen und empfänglich halte.
lg Kalihan
 
Kalihan schrieb:
Mit der eigenen Macht zurecht kommen wär auch mal ein Thema...
Yepp, das sehe ich auch so. Ich mache mir hier schon die ganze Zeit, seit ich im Forum bin Gedanken: was bin ich nun, bin ich feindlich oder freundlich? Das kann man auch in sich selber beobachten, wenn man seine Gedanken beobachtet oder seine Gefühle. In Freund und Feind zu unterscheiden fällt Menschen im allgemeinen leicht, mir auch.
Ich merke, daß ich in einer anderen Position bin beim Meditieren als früher, weil ich keine Angst habe. Ich spüre sie höchstens, aber ich habe sie nicht und sie hat mich nicht. Das liegt daran, daß ich in mir selber schon erfahren durfte, daß körperliche und geistige Funktionen Funktionen sind und damit einer gewissen Regelmäßigkeit unterliegen, z.B. der Regelmäßigkeit von Gesundheit und Krankheit oder von Leben und Tod:-) Wellenbewegungen eben. Das Meer wabert von alleine. Ich muß gar nicht selber wabern. Die Wellen passieren auch ohne daß man etwas tut oder sie wahrnimmt.Wenn man sich lange genug in der Welle hat wiegen lassen, dann hat man irgendwann keine Angst mehr, bei der Meditation mit der eigenen Wahrnehmung die Wellenbewegungen zu verlassen. Ich merke bei mir, daß der Atem (auf den ich mich oft zu Beginn der Meditation konzentriere) z.B. eine solche Wellenbewegung ist, die während der Meditation durchaus mehr oder weniger entbehrlich ist. Ich hatte Asthma und habe entdeckt, daß ich "selber" bestimmen wollte, wie oft und tief ich einatme. Dadurch, daß ich z.B. gelernt habe, mich nach einer anfänglichen Konzentration auf den Atem darauf zu verlassen, daß der Körper weiteratmet, muß ich mich nicht mehr um den Atem kümmern. Und Dinge, um die ich mich nicht kümmere, versiegen bei der Meditation auf ganz natürliche Weise. Mein Herz macht Anstalten, sich in die gleiche Richtungen zu bewegen und spart sich übungshalber den ein oder anderen Schlag, weil der Körper kein Blut verlangt und weil es auch gar keine Lust hat, gerade zu schlagen. Aber bald wird es auch hier soweit sein, daß ich nicht mehr wie jetzt meinen Herzschlag in jeder Körperzelle und in seiner Umgebung spüre, sondern daß das Herz auch körperlich in's Strahlen übergeht, wenn ich mit meiner Aufmerksamkeit seine Wellenbewegung bei der Meditation verlasse. Da könnte ich jede Menge Ängste schieben in meiner Situation, die ich mir ja nicht aussuche und in der ich mich wahrscheinlich mehr andersartig finde als ich tatsächlich bin:-) Gerade wenn mir der Atem fehlt, sich der gesamte Körper mit Sauerstoff gefüllt hat und ich überall in die Breite gehe, finde ich mich selber manchmal erschreckend.

Herumschwirrende Gedanken habe ich selten. Wenn ich aber einen habe und ihn ergreife, dann nehme ich immer auch den Raum wahr, aus dem der Gedanke aufgenommen wird und sehe meist die Quelle des Gedankens in Form einer Person oder eines Erlebnisses in der Vergangenheit oder Zukunft. Dann erst fängt mein eigenes Denken an, das sich mit dem herumschwirrenden, eingefangenen Gedanken beschäftigt. Diese echten Gedanken kommen dann aus meinem Zentrum, die schwirren nicht herum. Die sind auf den Punkt genau im Hier und Jetzt formuliert. Und erst da kommen wir zum Thema der Macht über andere. Bis die Aktionen (Worte, Handlungen) aus dem Zentrum kommen, hat man im Grunde keine Macht. Die Macht liegt bis dahin eher bei den Regeln, die uns durch den Körper und unsere Lebensgeschichte (Karma) erwarten.

In diesem machtvollen Handeln und Denken geht es um die "Beherrschung" der eigenen geistig-körperlichen Energie. Man ist hier selber Herr, deshalb geht die Mär, daß auf dieser Ebene Handlungen und Worte entstehen würden, die verletzen könnten oder schädlich seien (Schwarzmagier). Es ist die Rede von Illuminaten und Weltverschwörung. Was das anbetrifft, so kann ich mich dazu nicht mehr äußern, weil ich nicht mehr angreifbar bin, also keine Schutzmechanismen mehr habe. Ich bin also nicht in der Lage, in einer Schutzpyramide einen Sinn zu entdecken, warum erklärt sich daraus wohl. Nur: wer einmal auf dieser Ebene angekommen ist, der tut sich keinen Gefallen, wenn er anderen etwas Böses tut oder wünscht, weil die Energie der eigenen Handlung ganz massiv und viel direkter und körperlicher als früher auf einen zurückprallt.

Ein Beispiel aus meinem Leben, um die beiden unterschiedlichen Wirkungsebenen des Geistes zu verdeutlichen: ich habe immer Angst, daß mein Kater von einem Auto überfahren wird. Diese Angst ist besonders schlimm, weil ich als Kind einen Nervenzusammenbruch (vor der ganzen Schulklasse!!) hatte, nachdem meine Mutter auf dem Weg zur Schule einen Hund angefahren hat. Dem Tier ist damals aber nichts Schlimmes passiert. So, und ich lasse meinen schwarz-weißen Brummkater immer raus, weil ich denke, daß er ein Recht darauf hat, wir wohnen ja hier im Grünen und auf dem Dorf. Aber hier gibt es Deppen, die mit 80 durch die Ortschaft gurken. Ich hab eine zeitlang regelrechte Angstfilme geschoben, hab immer wieder mit ansehen müssen, wie ich auf die Straße gehe und da mein Hybi zermatscht liegt.
Was dann in der Zeit, in der ich diese Angst hatte, passiert ist, das kann man kaum glauben. Ich hatte nämlich innerhalb weniger Wochen 4 plattgefahrene schwarze Katzen von der Straße aufzusammeln. Sie waren meinem Hybi sehr ähnlich. Hm, wenn jemand hier schon einmal innerhalb weniger Wochen 4 schwarze Katzen von der Straße aufgehoben hat, dann kann er ja mal den Arm heben:-)) Da hat also mein ängstlicher Geist, in dem Bilder und Gedanken herumschwirren (mit der Vergangenheit verbunden) 4 tote Katzen auf meinen Weg gelegt. Aber mein denkender Geist war schon groß genug, um insgesamt Schaden aus der eigenen Sippe heraus zu halten. Schutz geschieht am besten durch Achtsamkeit für den Moment. Die Wahrscheinlichkeit, daß man z.B. einen Autounfall hat, wenn man achtsam ist oder auch daß man eine Krankheit in sich übersieht, ist dann recht gering.

Liebe Grüße, spieler.
 
Kalihan schrieb:
... oder du machst es wie Spieler und stehst zum Wahnsinn deiner unzensierten Irrationalitäten- ...
lg Kalihan
Haben Sie nicht auch was von Irratiopharm??:weihna1 :weihna1 :weihna1 Ich finde meine "Methode", die ich mir ja nicht selber aussuche, nicht unbedingt empfehlenswert. Man muß sehr viel Schleim produzieren und die Haut schuppt mehr als bei anderen. Man stößt sich oft den Kopf und außerdem gibt es kaum ein Auto, in das man paßt. Aber trotzdem muß man sich in jedes Auto mal reinsetzen, wild auf die Hupe drücken und mal allen winken, die es sehen wollen. Wo ich mittlerweile wirklich wieder Gefallen dran habe ist mein Körper, der aussieht wie der des athletischen tibetischen Buddhas. Das ist mein eigener kleiner Tempel, den ich nicht verlasse. Und am Wort habe ich gefallen, weil es uneingeschränkte Schöpfungskraft hat, wenn man an den Anfang zurück gekehrt ist.
 
Katergeschichte kann ich gut nachvollziehen. Unsre zwei Kater sind ja ganze Nächte draußen und auch am Tag oft... Also straßenerfahren. Wenn ich spazieren gehe und das sieht ein Kater, dann läuft er mit... So auch am Sonntag. Da ist eine wenig befahrene Straße zu überqueren... ich ging schon rüber, aber Kater musste noch mal... Und wie er fertig war und ich zurückschaute, dachte ich ängstlich: Hoffentlich kommt jetzt kein Auto! Der Kater setzte mit Schwung über die Straße und zeitgleich schoss plötzlich ein Auto in Zone 30 mit doppelter Geschwindigkeit bergauf. Die zwei haben sich nur knapp verfehlt... Der Schreck saß mir tief.

Ja, auf seine Ängste muss man gut achtgeben... und sie in Vertrauen und Achtsamkeit umwandeln...

lg Kalihan
 
Sansara schrieb:
Wer sich über den Tellerrand hinauswagt, wird nicht ernst genommen, aus der Gemeinschaft ausgeschlossen. Vielleicht sogar als verrückt betrachtet (ich habe deshalb neulich sehr gezögert, hier ein Meditationserlebnis zu schildern, weil es sich so verrückt anhört.)

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da muß man sich auch fragen, in welche Gemeinschaft man gehören möchte. Das war bei mir immer umgekehrt, ich habe "die Gemeinschaft" nicht in mein Leben gelassen, weil ich so anders war, daß mir das nichts geben konnte. Ich meine, ich habe mich von vorneherein nicht zugehörig gefühlt und schon auch manchmal darunter gelitten.

Umso schöner ist es jetzt, daß man hier eine Gemeinschaft finden kann.

@suleika: das ging mir auch so, und anderen auch. Auch diese Vision mit dem Feuer in der Mitte. Und fast jedesmal ist es etwas anders, manchmal sehe ich auch gar nichts und atme nur, was ich eigentlich normalerweise beim Meditieren immer gemacht habe.

lg

morgenwind
 
@spieler: ja, das mit den Katzen. Bei mir leben vier davon und ich bin immer heilfroh, wenn alle da sind. Nachdem drei meiner Katzen vor Jahren spurlos verschwunden sind, habe ich es aber geschafft, nicht mehr in Horrorvisionen zu verfallen, wenn mal eine nicht zur gewohnten Zeit da ist.

lg

morgenwind
 
Mir gefällt es besonders gut, daß auch Suleika die bunten Lichtkugeln gesehen hat!

Bin heut wohl wieder mit dabei, um das Pyramidenfeuer in der Mitte so richtig anzuheizen!
 
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