Kalihan schrieb:
Mit der eigenen Macht zurecht kommen wär auch mal ein Thema...
Yepp, das sehe ich auch so. Ich mache mir hier schon die ganze Zeit, seit ich im Forum bin Gedanken: was bin ich nun, bin ich feindlich oder freundlich? Das kann man auch in sich selber beobachten, wenn man seine Gedanken beobachtet oder seine Gefühle. In Freund und Feind zu unterscheiden fällt Menschen im allgemeinen leicht, mir auch.
Ich merke, daß ich in einer anderen Position bin beim Meditieren als früher, weil ich keine Angst habe. Ich spüre sie höchstens, aber ich habe sie nicht und sie hat mich nicht. Das liegt daran, daß ich in mir selber schon erfahren durfte, daß körperliche und geistige Funktionen Funktionen sind und damit einer gewissen Regelmäßigkeit unterliegen, z.B. der Regelmäßigkeit von Gesundheit und Krankheit oder von Leben und Tod

Wellenbewegungen eben. Das Meer wabert von alleine. Ich muß gar nicht selber wabern. Die Wellen passieren auch ohne daß man etwas tut oder sie wahrnimmt.Wenn man sich lange genug in der Welle hat wiegen lassen, dann hat man irgendwann keine Angst mehr, bei der Meditation mit der eigenen Wahrnehmung die Wellenbewegungen zu verlassen. Ich merke bei mir, daß der Atem (auf den ich mich oft zu Beginn der Meditation konzentriere) z.B. eine solche Wellenbewegung ist, die während der Meditation durchaus mehr oder weniger entbehrlich ist. Ich hatte Asthma und habe entdeckt, daß ich "selber" bestimmen wollte, wie oft und tief ich einatme. Dadurch, daß ich z.B. gelernt habe, mich nach einer anfänglichen Konzentration auf den Atem darauf zu verlassen, daß der Körper weiteratmet, muß ich mich nicht mehr um den Atem kümmern. Und Dinge, um die ich mich nicht kümmere, versiegen bei der Meditation auf ganz natürliche Weise. Mein Herz macht Anstalten, sich in die gleiche Richtungen zu bewegen und spart sich übungshalber den ein oder anderen Schlag, weil der Körper kein Blut verlangt und weil es auch gar keine Lust hat, gerade zu schlagen. Aber bald wird es auch hier soweit sein, daß ich nicht mehr wie jetzt meinen Herzschlag in jeder Körperzelle und in seiner Umgebung spüre, sondern daß das Herz auch körperlich in's Strahlen übergeht, wenn ich mit meiner Aufmerksamkeit seine Wellenbewegung bei der Meditation verlasse. Da könnte ich jede Menge Ängste schieben in meiner Situation, die ich mir ja nicht aussuche und in der ich mich wahrscheinlich mehr andersartig finde als ich tatsächlich bin

Gerade wenn mir der Atem fehlt, sich der gesamte Körper mit Sauerstoff gefüllt hat und ich überall in die Breite gehe, finde ich mich selber manchmal erschreckend.
Herumschwirrende Gedanken habe ich selten. Wenn ich aber einen habe und ihn ergreife, dann nehme ich immer auch den Raum wahr, aus dem der Gedanke aufgenommen wird und sehe meist die Quelle des Gedankens in Form einer Person oder eines Erlebnisses in der Vergangenheit oder Zukunft. Dann erst fängt mein eigenes Denken an, das sich mit dem herumschwirrenden, eingefangenen Gedanken beschäftigt. Diese echten Gedanken kommen dann aus meinem Zentrum, die schwirren nicht herum. Die sind auf den Punkt genau im Hier und Jetzt formuliert. Und erst da kommen wir zum Thema der Macht über andere. Bis die Aktionen (Worte, Handlungen) aus dem Zentrum kommen, hat man im Grunde keine Macht. Die Macht liegt bis dahin eher bei den Regeln, die uns durch den Körper und unsere Lebensgeschichte (Karma) erwarten.
In diesem machtvollen Handeln und Denken geht es um die "Beherrschung" der eigenen geistig-körperlichen Energie. Man ist hier selber Herr, deshalb geht die Mär, daß auf dieser Ebene Handlungen und Worte entstehen würden, die verletzen könnten oder schädlich seien (Schwarzmagier). Es ist die Rede von Illuminaten und Weltverschwörung. Was das anbetrifft, so kann ich mich dazu nicht mehr äußern, weil ich nicht mehr angreifbar bin, also keine Schutzmechanismen mehr habe. Ich bin also nicht in der Lage, in einer Schutzpyramide einen Sinn zu entdecken, warum erklärt sich daraus wohl. Nur: wer einmal auf dieser Ebene angekommen ist, der tut sich keinen Gefallen, wenn er anderen etwas Böses tut oder wünscht, weil die Energie der eigenen Handlung ganz massiv und viel direkter und körperlicher als früher auf einen zurückprallt.
Ein Beispiel aus meinem Leben, um die beiden unterschiedlichen Wirkungsebenen des Geistes zu verdeutlichen: ich habe immer Angst, daß mein Kater von einem Auto überfahren wird. Diese Angst ist besonders schlimm, weil ich als Kind einen Nervenzusammenbruch (vor der ganzen Schulklasse!!) hatte, nachdem meine Mutter auf dem Weg zur Schule einen Hund angefahren hat. Dem Tier ist damals aber nichts Schlimmes passiert. So, und ich lasse meinen schwarz-weißen Brummkater immer raus, weil ich denke, daß er ein Recht darauf hat, wir wohnen ja hier im Grünen und auf dem Dorf. Aber hier gibt es Deppen, die mit 80 durch die Ortschaft gurken. Ich hab eine zeitlang regelrechte Angstfilme geschoben, hab immer wieder mit ansehen müssen, wie ich auf die Straße gehe und da mein Hybi zermatscht liegt.
Was dann in der Zeit, in der ich diese Angst hatte, passiert ist, das kann man kaum glauben. Ich hatte nämlich innerhalb weniger Wochen 4 plattgefahrene schwarze Katzen von der Straße aufzusammeln. Sie waren meinem Hybi sehr ähnlich. Hm, wenn jemand hier schon einmal innerhalb weniger Wochen 4 schwarze Katzen von der Straße aufgehoben hat, dann kann er ja mal den Arm heben

) Da hat also mein ängstlicher Geist, in dem Bilder und Gedanken herumschwirren (mit der Vergangenheit verbunden) 4 tote Katzen auf meinen Weg gelegt. Aber mein denkender Geist war schon groß genug, um insgesamt Schaden aus der eigenen Sippe heraus zu halten. Schutz geschieht am besten durch Achtsamkeit für den Moment. Die Wahrscheinlichkeit, daß man z.B. einen Autounfall hat, wenn man achtsam ist oder auch daß man eine Krankheit in sich übersieht, ist dann recht gering.
Liebe Grüße, spieler.