Wobei ja laut Vertrag Griechenland selbst den Austritt beantragen muss. Es gibt keine gesetzliche Grundlage, Griechenland einfach rauszuschmeißen.
Was hätte das nun für Folgen, wenn Griechenland trotz Insolvenz den Euro behalten würde? Sowohl für Griechenland als auch für die anderen Euro-Länder und vor allem die, die für die ganzen "Finanzhilfen" gebürgt haben und diese Bürgschaften nun einlösen müssten?
Griechenland würde sicher am Stock gehen, aber für alle Anderen wäre das auch nicht eben ein Spaziergang. Und welche Auswirkungen das auf den Eurokurs hätte, weiß ich auch nicht. Mal davon abgesehen, dass andere Länder noch folgen werden.
Ja, Griechenland kann nicht rausgeschmissen werden und den Euro offiziell behalten. Aber sie müssen ja den Alltag bewältigen und sobald der Staat seine Zahlungen nicht mehr leisten kann, hat er ja nur noch die Wahl zwischen "einfach nichts zahlen" oder Schuldscheinen. Schuldscheine heißen dabei ja so viel wie... nen Zettel wo drauf steht "Später eintauschbar gegen x Euro". Und natürlich wird dann so etwas gemacht bevor gar nichts mehr gezahlt wird. Schuldscheine sind vom Prinzip her auch absolut nicht anders als normale Geldscheine, denn letztere haben mal als Schuldscheine begonnen... man konnte sie bei Banken gegen z.B. Gold eintauschen.
Das Problem in Griechenland wäre aber natürlich: Stell Dir vor Du hast ein kleines Geschäft und dann kommen einige Kunden mit Euro, die sie vorher noch sichern konnten, andere kommen mit Schuldscheinen... Wenn Du moralische Absichten außen vorlässt, und rein ökonomisch denkst, wirst Du niemals sagen: Ein 100-Euro-Schuldschein ist soviel wert wie ein 100 Euro Geldschein. Denn wann sollte die Regierung je wieder genug Geld haben, in Euro, um Dir 100 Euro für den Schuldschein zu erstatten?
Das heißt dann, dass der Wechselkurs sofort sehr stark fällt. Du gibst dann z.B. ein Produkt das 100 Euro kostet nur für Schuldscheine ab die einen nominellen Wert von 200 Euro haben. Andere sind vielleicht sogar noch härter... nehmen die entweder gar nicht an oder entwerten sie um 70% oder härter.
Und das heißt natürlich auch: Ein Rentner der bisher 500 Euro pro Monat bekam (nur als Beispiel) hat dann faktisch nur noch eine Kaufkraft für ...250 Euro oder vielleicht auch nur 200 Euro.
Es wird sich also eine Parallelwährung etablieren deren erster Schritt die Schuldscheine sind. Und, wenn ich richtig liege ist es wiederum rechtlich nicht erlaubt eine Parallelwährung einzuführen... Sollte Griechenland dazu gezwungen sein Schuldscheine auszugeben und nicht sehr schnell wieder in den Euro zurückfinden, was ja immer schwerer bis undenkbar wäre, müssten sie die Schuldscheine wiederum durch "echtes" Geld ersetzen und eine eigene Währung drucken. Ansonsten haben sie ja auch rasend schnell ein Fälschungsproblem weil die Dinger natürlich deutlich leichter gefälscht werden können als ein anständiger Geldschein.
Der Weg ist also vorgezeichnet sollte es nicht relativ schnell eine Einigung geben. Und diesen ökonomisch-vorgezeichneten Weg wieder zu verlassen um irgendwie zurück in den Euro zu kommen, bräuchte eine Art Wunder... es müsste Geld von außen kommen und zwar sehr viel Geld, da die Schulden (in Euro) des Staates ja selbst gegenüber der eigenen Bevölkerung laufend steigen würden. Es würde also immer teurer das Rad zurückzudrehen... und die EU wird dann nichts mehr machen, abgesehen von humanitärer Hilfe.