Selbstreflektion

  • Ersteller Ersteller MorningSun
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oke das kann ich mir noch vorstellen, dass man sich für die Inkarnation vornimmt, Marionette zu sein, was ja auch oft genug passiert, ohne dass ,man es eigentlich will.

Das ist eine pure Illusion, denn man entscheidet sich ja in jedem Fall selbst dazu, sich nach Anderen zu richten.
Eine Marionette könnte niemals entscheiden, jetzt mal selber zu bestimmen, was sie tut oder lässt.

Da wirds schwierig mit der Vorstellung, denn wenn ich Marionette bin, bin ich ja nicht ich, sondern nur lebendes Werkzeug eines anderen, ich bin dann sozusagen authentisch der andere, weil ich ja gar kein eigenes Sein habe.

LGInti


Ja, aber wie gesagt, wir sind niemals wirklich Marionette.

LG, Nuzu :)
 
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Ich meinte mit es das Rad, als Metapher, weil du von dem "Rad neu erfinden" gesprochen hast.

Wenn es so ist, wie du sagst, dann hat es für mich mit Beschleunigung zu tun, weil für Selbstreflexion dann schlicht die Zeit fehlt. Den Rest der Zeit, in der man mit gar nichts beschäftigt ist, was digital funktioniert, braucht ja der Kopf einfach mal nur Ruhe.

Das ist aber nur eine Seite der Medaille, denn dank Digitalisierung und Auomatisierung können wir Vieles maschinell erledigen lassen, was man früher mühsam per Hand machen musste.
Was man mit der gewonnenen Freizeit anstellt, ist eine Sache der persönlichen Entscheidung.
Wer wirklich reflektieren will, nimmt sich den Freiraum, da bin ich mir sicher.
 
für mich die höchste Form der Selbstreflektion. Als ich dieses Gedicht zum ersten mal las, weinte ich
wie ein Kind, weil mir total klar war, wie begrenzt, mein Bewusstsein ist, dass ich in Wahrheit die Bettlerin bin. Auf der anderen Seite, war da auch Freude, dass jemand in der Lage war, diese Zeilen zu schreiben,
die mich bis ins Herz hinein getroffen haben.

Bin ich es, der nachts
durch mein Zimmer wandert, oder der Bettler,
der durch meinen Garten schlich
in der Abenddämmerung?

Ich sehe mich um
und finde, dass alles noch
gleich ist, und ist doch nicht gleich ....
War das Fenster offen?
War ich nicht eben eingeschlafen?

War der Garten nicht blass-grün? ....
Der Himmel war klar und blau ....
Und da sind Wolken
und es ist windig
und der Garten ist dunkel und taurig

Ich glaube, mein Haar war schwarz ....
Ich war gekleidet in grau ....
Und mein Haar ist grau
und ich bin gekleidet in schwarz ....
Ist dies mein Gang?
Hat diese Stimme, die nun in mir hallt,
noch den Rhythmus der Stimme, die ich einmal hatte?
Und bin ich ich selbst, oder bin ich der Bettler,
der durch meinen Garten schlich
in der Abenddämmerung?

Ich sehe mich um ....
Da sind Wolken, und es ist windig ....
Der Garten ist dunkel und traurig ....

Ich komme und gehe .... Ist es nicht wahr,
dass ich bereits eingeschlafen war?
Mein Haar ist grau .... Und alles ist
gleich und doch nicht mehr gleich ....
Juan Ramón Jiménez
 
Das ist eine pure Illusion, denn man entscheidet sich ja in jedem Fall selbst dazu, sich nach Anderen zu richten.
Eine Marionette könnte niemals entscheiden, jetzt mal selber zu bestimmen, was sie tut oder lässt.
Sehr richtig - ich kann lediglich vorher entscheiden ob ich eine Marionette sein will. Es ist wie mit der Hingabe, während ich in der Hingabe bin bin ich higegeben. Ich kann mich vorher entscheiden mich hinzugeben, aber sobald ich die Hingabe hinterfrage, bin ich wieder raus. So auch mit der Marionette, wenn ich zu zweifeln/zu reflektieren anfange bin ich keine Marionette mehr. Und der Zweifel ist authentisch, die Mariontte kann aber für sich selbst nicht authentisch sein, weil es dieses "sich selbst" dann gar nicht gibt.

LGInti
 
Woran erkennt man, dass "viele" (wieviele sind das eigentlich?) keinen Gebrauch von Selbstreflektion machen?

Hat man das auf der Stirn stehen oder erkennen das nur Hellsichtige? Ich könnte nicht sagen, der macht das oft, der selten und der überhaupt nie.


:o
Zippe
 
Woran erkennt man, dass "viele" (wieviele sind das eigentlich?) keinen Gebrauch von Selbstreflektion machen?

Hat man das auf der Stirn stehen oder erkennen das nur Hellsichtige? Ich könnte nicht sagen, der macht das oft, der selten und der überhaupt nie.


:o
Zippe

vielleicht am ehesten im authentisch sein, der Person, was sie sagt und wie sie es sagt, da wo
man sich als Mensch "zu Hause" fühlt, ohne Schnörkel und Selbstbeweihräucherung, oder ein
verurteilen des Gegenübers.

nicht so viele :D
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Woran erkennt man, dass "viele" (wieviele sind das eigentlich?) keinen Gebrauch von Selbstreflektion machen?

Hat man das auf der Stirn stehen oder erkennen das nur Hellsichtige? Ich könnte nicht sagen, der macht das oft, der selten und der überhaupt nie.
Das zeigt mir der Gegenüber, wenn er sich selbst nicht hinterfragt dann nicht
(wieviele sind das eigentlich?)
Da müsste man erst mal ne repräsentative Umfrage machen


LGInti
 
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Ich sprach von Fähigkeiten, die der Mensch mitbekommt und mit denen er alles möglich erforschen und entdecken kann. Der Mensch hat es nicht nötig mit massenhaft Wissen als Baby anzufangen. Was auch sehr schwierig wäre, da eine Baby gar nicht in der Lage wäre, viel mit diesem Wissen anzufangen. Er muss ja erst mal alle grundlegenden Dinge, die ein menschlicher Körper kann erlernen. Aber da er die Fähigkeiten mitbringt alles was er will zu lernen und zu erforschen ist es gar nicht nötig, alles Wissen mitzubringen.

Und nun zu dem neuen Gedanken den du eingebracht hast: warum sollte man alte Dinge nicht weiterverwenden. Warum sollte man das Rad noch mal neu erfinden, statt es weiter zu verwenden? Oder Die Kenntnisse, die man braucht um Feuer zu machen. Das waren große Erfindungen, die vielleicht Neuerungen erfahren aber nicht durch etwas völlig neues ersetzt werden müssen, nur weil man was neues machen will.

LGInti
Babys bringen kein Wissen über Räder oder Feuer mit sich.
Jedes Baby muss erneut "das Rad erfinden" in dem Sinne, dass es lernt, was überhaupt ein Rad ist und wie man es anwendet.
Und es muss auch für sich ganz konkret das Feuer erfinden in dem Sinne, was das ist und wozu man es braucht.
Da ist kein mitgebrachtes Räder- oder Feuer-Wissen, das ihm irgendwie nützlich sein könnte.
Jedes Neugeborene fängt diesbezüglich bei Null an.
 
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