Hi Vloryahn!
Aber der Weißmagier meiner Definition entscheidet sich dafür, es zu tun.
Wenn es keinen Plan gibt, wie kann man sich dann dafür entscheiden ihm zu folgen. Natürlich kann man ihn sich selbst schaffen. Die eigenen Ansichten zu Prinzipien des eigenen Handelns machen, aber dann ist es kein Gottgewollter Plan, sondern der eigene, sofern man sich selbst nicht als Gott bezeichnet. So gesehen hast Du mit "meiner Definition" recht. Alles eine Frage der Definition und sehr individuell. Je mehr man glaubt, desto wahrer ist es, vollkommen egal wie subjektiv es auch immer ist.
Aber das ändert eben nichts daran, dass es den Unterschied gibt: Es gibt die zwei Herangehensweisen (die ich oben als "schwarz" und "weiß" bezeichnet habe - ich gehe jetzt einfach einmal davon aus, dass Du Dich darauf beziehst), und die sind nicht miteinander vereinbar. Eine Entscheidung für die eine oder andere Seite wird der Entwicklung zuträglicher sein, als das ständige springen.
Sie sind nicht nur vereinbar, sondern das eine ist die Existenzgrundlage des anderen. Nur Paradoxe spiegeln die Vollkommenheit wieder, also Widersprüche. Bemüht man sich eine Seite auszuklammern, werden sie sich im Aussen manifestieren. Du hast also genau dann Ärger mit Böse, wenn Du kramphaft versuchst gut zu sein. Nicht entscheiden heißt ja nicht springen. Es heißt nicht urteilen. Man nimmt an, wie es die Vollkommenheit anbietet, ohne zu urteilen, das ist dann wahre Freiheit. Man hat die Wahl, in jedem Moment und die eigenen Ansichten bestimmen diese Wahl. Möchte man dass das Leben angenehm ist, versucht man am besten die eigenen Ansichten nach und nach abzulegen. Wirklich mächtig kann nur jemand sein, der sich nicht selbst zerstückelt und eine Seite zu Gunsten der anderen ausbaut.
Ob man jetzt gewisse Techniken schwarz oder weiß zurodnet ist nebensächlich. Wenn man sie hingegen emotional unterteilt, weil man eine Moral dahinter sieht, schränkt man sich selbst ein.
Allerdings ist dass kein Problem, wenn man keines damit hat. Man sollte sich nur im Klaren sein, dass die eigene Philosophie, die eigenen Regeln und Prinzipien nicht für andere gelten müssen. Selbst wenn sie das genaue Gegenteil von dem eigenen formulieren und man selbst von sich das "Gute" in Anspruch nimmt ist auch das in gewisser Weise wahr und nicht zwingend "böse". Objektive Wahrheit gibt es nicht, höchstens vielleicht in einer Art Essenz, einer Grundlage von allem, dass schon wieder Nichts ist.
Wenn man der Magie auf den Grund geht, kommt man genau dahin, wo man landet wenn man Religionen auf den Grund geht. Das Christentum und die Schwarze Magie, sogar der Satanismus nach Crowley, wenn man das als Satanismus bezeichnte, haben vielmehr gemeinsam, als die meisten glauben. Der einzige Unterschied ist nur der jeweilige Überbau, die individuell hinzugefügten Ansichten einzelner, übertragen auf und angenommen von der Allgemeinheit. Mir ist immer das am liebsten was am dichtesten an der Essenz bleibt, und das ist wie gesagt in der Magie die Chaosmagie oder eben die Kabbala.
Viele Grüße,
C.