KingOfLions
Sehr aktives Mitglied
Das macht Aussagen, die nicht dem heutigen wissenschaftlichen Stand entsprechen, nicht wahrer.
Das sollte es auch nicht aussagen.
Das ist totaler Quatsch.
Nehmen wir mal ein einfaches Beispiel: Angenommen die unplausible und unerwartete Behauptung wäre: Durch Anschreien (Behandlung) von Würfeln, würfeln diese häufiger eine 6 (Genesung). (...)
Bei diesem einfachen Beispiel funktioniert die Methodik, natürlich. Hier ist ja auch das Grundmodell und bekannt und stabil und die Anzahl der Variablen sehr gering. Und ich behaupte ja auch nicht, dass man esoterische Methoden nicht so verifizieren kann.
Aber angenommen ich beeinflusse jetzt das Würfelsystem von aussen so, dass die 6 öfter kommt als alle anderen Zahlen. Dann wird die Aussage der Studie nach wir vor "falsch" sein, weil diese Häufung der 6en natürlich auch in der Kontrollgruppe vorkommt. Absolut sind aber trotzdem mehr 6en aufgetreten. Wenn ich Glück habe fällt die Häufung der 6en bei der Ausarbeitung der Studie auf, und ich beginne zu hinterfragen. War mein Setting falsch? Wurde vielleicht auch die Kontrollgruppe durch das Anschreien beeinflusst? etc. Korrekt hinterfragen werde ich aber nur dann, wenn die Studie nicht das Ergebnis geliefert hat, das ich persönlich gerne sehen wollte ... also ein Bias des Studienerstellers.
Und jetzt stell dir das mal bei einem komplexen System vor, von dem ich noch nicht einmal ein Modell habe, wie es eigentlich funktioniert.
Ansonsten sind die Anhänger einer jeweiligen Lehre herzlich eingeladen, Versuche vorzuschlagen (oder gar durchzuführen), die sowohl wissenschaftlichen Richtlinien (Verblindung, Randomisierunge etc.) gehortchen, als auch ihrer Lehre wirklich gerecht werden. Die Beleglast liegt bei den Leuten, die (unplausible) Behauptungen aufstellen und nicht bei denen, die sie anzweifeln.
Wie gesagt: Dann sind die Anhänger dieser Richtungen herzlicjh eingeladen, verbesserte Versuche vorzuschlagen oder gar selbst zu machen, die sowohl ihren Modellen als auch wissenschaftlichen Richtlinien gehorchen. Ohne dem gibt es KEINEN Grund davon auszugehen, dass an wissenscharftlich unplausiblen Gedankengebäuden doch etwas dran sein könnte.
Hatten wir doch schon. Für die Esoterik gibt es mehr Gründe keine wissenschaftlichen Nachweise zu machen, als dafür.
Streng genommen sind Nicht-Existenzen wie gesagt nicht zu beweisen. Aber sie sind stark anzuzweifeln, wenn der Effekt mit zunehmender Qualität der Versuche stark schlechter wird, und am Ende sogar ganz verschwindet.
Tja, wie gesagt, ohne vernünftiges Modell ist hier eine Aussage nur aus den Testergebnissen sehr schwierig - weil ich ja nicht einmal weiss, was ich falsch machen könnte.
Woran liegt es z.B. dass Wünschelrutengänger unverblindet oft das finden, was sie suchen, verblindet ihre Trefferquote dabei aber in der Zufallserwartung bleibt? Sind sie evtl. im Unverblindeten Fall auf Suggestion, selektive Wahrnehmung etc. reingefallen? Wieso sollte man davon ausgehen, dass da etwas dran sein könnte, und das negative Ergebnis z.B. an energetisch schlecht gereignigten Räumen liegen könnte, wenn es NIEMAND wiederholt in gut verblindeten Tests geschafft hat?
Keine Ahnung, wie gesagt, ich habe Rutengehen noch nie Probiert, also nicht aussagefähig. Da müsste ich die Studien kennen, und dann Leute fragen die es wissen könnten.
Die GWUP organisiert jedes Jahr PSI-Tests. Dabei müssen sowohl die GWUP-Teilnehmer als auch die teilnehmenden Wünschelrutengänger (oder ähnliches) mit dem Testdesign bei der Durchführung einverstanden sein. Wenn Du oder einer Deiner Bekannten will, können sie gerne vorschlagen, dass die so einen test mitmachen, wenn der Raum vorher energetisch gereinigt wird. Die GWUP wird sich auf diese Bedingung auch einlassen. Glaubst Du, dass dann so ein Test widerholt positiv ausfallen würde?
Ich bin gerade beim Organisieren eines Feldversuchs ... mal schauen was daraus wird. Mit einer Personengruppe die medizinisch weitgehend als "unheilbar" gilt. Ist nur wieder mal von organisatorischer Seite sehr kompliziert.
Wenn in der Versuchsgruppe der Erfolg statistisch Signifikant größer ist als in der Kontroll/Placebo-Gruppe, und alle anderen Faktoren aufgrund der Gruppengröße und Randomisierung ausgeglichen sind, so dass beide Gruppen gleich sind, so ist ein kausaler Zusammenhang zwischen Behandlung, die überprüft wird, und genesung sehr naheliegend. Die Wahrscheinlichkeit, dass in der Versuchsgruppe dann statistisch signifikant mehr Spontanheilungen stattfanden ist zwar nicht null, aber sehr sehr klein - sie wird durch die sog. Zufallswahrscheinlichekit ausgedrückt. Bei medizinischen Studien wird eine Behandlung als "wirksam" eingestuft, wenn diese Zufallswarscheinlichkeit kleiner als 5% ist. Das führt zwar mitunter dazu, dass jede 20. Studie, die ein nicht wirksames Verfahren untersucht, ein falsch-positives ergebnis zeigt, aber das wird dann durch Reproduzierbarkeit etc. auch wieder abgefangen.
Dir ist aber hoffentlich auch bewusst, dass man genau damit alles erschlagen kann. Für jede Studie gibt's eine Gegenstudie, ganz besonders zu esoterischen Methoden. D.h. nur geringfügig höhere Leistungen (die man ggf. mit entsprechenden Maßnahmen noch steigern könnte) werden dann sofort abqualifiziert. Oder es kann einfach durch eine entsprechende Anzahl von Gegenstudien mit falschem Setting erschlagen werden.
Das ist schlicht Quatsch.
Die Fake-Effekte - selektive Wahrnehmung, Suggestion etc. - wirken auch Jahrunderte lang. D.h. auch "Jahrhunderte alte Erfahrung" ist davon betroffen. Ohne guten Beleg gibt es KEINEN guten Grund, davon auszugehen, dass diese "Jahrhunderte alte Erfahrung" richtig sein könnte - wenn sie wissenschaftlich betarchtet extrem unplausibel ist.
Es haben sich so einige Irrtümer aufgrund "Jahrhunderte alte Erfahreung" sehr lange gehalten. Und wie wurden sie ausgebügelt? Durch gute Wissenschaft.
Nun wirst Du natürlich auf die wissenschafts-Irrtumer hinweisen. Die hat es auch zweifelsohne gegeben, und ebenso zweifellos schwirren in der aktuellen Lehrmeinung immernoch welche rum. Aber auch die werden durch gute Wissenschaft ausgebügelt und NICHT durch Kartenlegen, Wünschelrutenlaufen, Pendeln oder ähnlichem Blödsinn. Wissenschaft korrigiert sich selbst.
Es geht mir gar nicht darum, hier die Wissenschaft anzuschwärzen. Aber es muss eben auch aufgezeigt werden - einerseits gibt es, sagen wir mal: Etwas, das Menschen seit Jahrtausenden wahrnehmen. Oft unabhängige Menschengruppen, Völker. Kann das wirklich so falsch sein? Natürlich ist es ohne den aktuellen wissenschaftlichen Unterbau ... aber auch Naturheiler haben den Menschen zu allen Zeiten helfen können ... nur mit ihrem empirischen Wissen.