Ich sehe das absolut nicht so.
Ukraine wurde von einer dritten Partei angegriffen, während es in vielen anderen Fällen ein innerer Konflikt ist, wobei oft nicht klar ist, wer überhaupt an der Eskalation schuld ist.
Ukraine ist trotz Korruption klar eine freiheitliche Demokratie und der Gegner ist eine kriegsverbrecherische Diktatur. Und das muss so gesagt werden, obwohl ich eigentlich nicht "antirussisch" empfinde, aber es gibt hier keine Diskussion darüber, wer hier verantwortlich für die Katastrophe ist. Ich hoffe, dass Putin oder seine Leute sehen, dass dieser Krieg nicht zum Erfolg führen kann aufgrund von westlichen Waffenlieferungen. Sie werden nur aufhören, wenn das klar wird (hoffentlich, aber solange Putin glaubt Erfolg haben zu können, wird am Verhandlungstisch bestimmt nichts gehen, was einer Kapitulation der Ukraine nicht nahe kommt). In Syrien zum Beispiel konnte ich mich noch einigermaßen mit den Kurden identifizieren, und war dort ja auch für Waffenlieferungen gegen ISIS (insofern keine andere Position als hier prinzipiell, erinnere mich zum Beispiel an Kobane), aber häufig fällt/fiel es schwer die Seite zu finden, die man nun wirklich unterstützen will. Assad erschien teilweise weniger fundamentalistisch was die Religion betrifft als seine Gegner zum Beispiel.
Die Bevölkerung in der Ukraine kämpft für ihre Freiheit, und nicht dafür andere, inklusive die eigene Bevölkerung zu unterdrücken (wie durch Einführung von Scharia usw.).
Ukrainer zeigen Mut. Ist doch mal was anderes, wenn die Männer kämpfen und die Frauen fliehen, statt dass hier größtenteils junge Männer auftauchen... Wenn man sich den Unterschied anschaut zu Afghanistan, wo es beinahe überhaupt keinen Widerstand gegen die Taliban gab, was impliziert, dass ein großer Teil das genauso gut findet.
Und letztlich gibt es natürlich auch ein Eigeninteresse logischerweise. Noch mehr für Polen, Rumänien und die baltischen Länder (aber auch Finnland und die EU insgesamt), aber ist doch klar, dass ein Russland, welches seine imperialistischen Ambitionen mit Waffengewalt durchsetzen will, historisch begründete Angst auslöst. Und ich wüsste nicht wie man darauf kommen kann, dass Russland diesen Imperialismus reduziert, wenn wir klein bei geben, oder den Waffengang mit Zugeständnissen belohnen. Wer bereit ist Waffen einzusetzen um seine Macht zu vergrößern, wird darin gerade bestärkt werden, wenn es keinen wirklichen Widerstand gibt.