heute präcoitale Depression gehabt, weil es gar nicht erst DAZU gekommen ist. Oder ist die dann ebenfalls postcoital?
Hee das ist eine gute Frage! Ähnlich wie beim prä- und postmenstruellen Syndrom. Wo hört das eine auf und wo fängt das andere an?
In Bezug auf Sex kommt es sicher zumindest genauso, wenn nicht häufiger vor, dass jemand prä-Depris hat als post-, wenn die Körper entspannt in Liebe beieinander liegen und das All fühlen können - so sie denn in love einander zugewandt sind.
Mal so gesehen: wenn tatsächlich ein Coitus stattgefunden hat, dann ist ja auch kein Grund zur Depression. Aber da wir Coitus ja nur energetisch erleben und nicht wie ein (S)tier, haben wir da im Hirne Nachschleifen von Reibungselementen.
Trixi-Wortschmied, um diesen Absatz verstehen zu können, definiere bitte das Wort "Nachschleifen"!
- Haarschleife, Warteschleife?
- i.S.v. Nachbearbeiten
Das Innen des Körpers spüren ist Liebe, Freude und Glück, hier ist Geborgenheit und Ich Allein ein Gott, wenn der Stecker dann herausgezogen ist, ist alles leer, furchtbar, warum nur usw. Man wünscht sich ein Nie-Verlassen-Werden, denn man fürchtet ja den Tod, die Trennung vom Partner und jeder Coitus gibt einem die Gelegenheit zu erkennen: jetzt ist es vorbei.
Ja, so erscheint es mir auch.
Wenn ich beim Arbeiten die alten Menschen erlebe, die vielfach in einer Leere und in der Warteschleife zum Unvermeidlichen gefangen sind und auch Sätze wie "... und wir hatten uns doch noch so viel vorgenommen... *seufz* " von sich geben, dann kann ich nur jedem raten:
Macht was aus Euren Sehnsüchten, dass Ihr später nicht ohne wundervolle Erinnerungen in dieser tristen Zwischenwelt dahinvegetieren müsst!
Ich hoffe, ich erlebe noch die Zeit, wo auch in der geriatrischen Pflege sexuelle Bedürfnisse als ein so normales Bedürfnis anerkannt werden, dass ich den alten Menschen abends vor dem Verpacken in sein Inkontinenzmaterial diskret fragen kann, ob er denn noch ein wenig "unverpackt" Zeit im Bett genießen möchte und ich später nochmal wiederkommen soll zum Absichern einer von Urin trockenen Matratze.
Das würde mit Sicherheit viele Nachtmedikationen (Schmerz- und Schlafmittel, Antidepressiva) vermeiden helfen.
Meinen part sehe ich hierbei, dass in Gesprächen mit Kollegen das Thema nicht tabu ist und ich Anstoß gebe, über die Situation einzelner Heimbewohner auch hinsichtlich Pflegeplanung, Unterpunkt "sich als Mann/Frau fühlen" nachzudenken und eigene sexuelle Handlungsmöglichkeiten des Bewohners an sich selbst zu ermöglichen und zu respektieren, ohne in diese albernen "Ooooh Gott o Gott"-Rufe zu verfallen, als sei es etwas Widernatürliches, obwohl grade diese gespielt-erschütterten Ausruferinnen zu Hause selbst einen Partner haben, der nur wartet, dass sie nach Hause in seinen Arm kommen..., und was sie da dann tun... ist komischerweise nicht "oh Gott" oder "igitt".
Is schon komisch mit den Menschlein...
Hupps, ganz schon abgeschweift.
... sinnierende Grüße von Nachtschwester Romaschka