Küssel hat glaub ich 9 Jahre bekommen und das ist meiner Meinung zuviel, wenn man bedenkt, dass Kinderschänder (darunter viele Priester) teilweise straffrei bleiben.
Ich kenn die ganzen Fälle die du aufgezählt hast nicht im Detail, doch bleiben wir bei den Fakten: Strache läuft frei rum. Hätte er nachweislich eine Wiederbetätigung ins Leben gerufen, dann würde auch er schon im Knast sein.
Mir ist es relativ egal, ob er rechtskräftig verurteilt ist oder nicht.
Ich stelle mir da mal eine Frage: Was hat HC Strache für ein Interesse, sich so intensiv mit solchen Leuten zu umgeben? Die FPÖ ist die stärkste rechte Partei in Österreich, er braucht nicht extra hingehen zu diesen Leuten und mit ihnen Paintballspielen, die würden ihn auch so wählen. Das ist keine Art zielgerichteter Wahlwerbung für ihn, er macht das aus persönlicher Überzeugung. Ich halte jede Diskriminierung aufgrund von Herkunft für verfehlt, aber ich sage eines: Zwischen dem jugendlichen FPÖ-Wähler an der Bushaltestelle, der mir erklärt er findet Strache gut, weil er es hasst wie sich die Ausländer in seinem Viertel benehmen und weil er will, dass Österreich wieder den Österreichern gehört auf der einen Seite, und einem überzeugten Neonazi auf der anderen Seite, der im Wirtshaus darüber singt, wie er Juden verprügelt (sehr eingängige Melodie übrigens, Choronzon), liegen für mich trotzdem
Welten.
Und um das ganze noch weiter zu treiben möchte ich nochmals auf Norbert Burger eingehen, der für Strache gerade in frühen Jahren ein extremer Einfluss und enger privater Vertrauter gewesen ist (er war auch mit seiner Tochter verlobt). Dieser Mann hat in Italien
Sprengstoffattentate geplant und ausgeführt, weil er sich als "
Befreiungskämpfer" für die Deutschen in Südtirol sah. Dabei starben vier Menschen. Wir haben es hier mit einem
rechtsextremen Terroristen zu tun, den Strache als
Vaterersatz bezeichnet hatte. Und so sage ich jetzt weiter: zwischen einem verqueren Ewiggestrigen, der in einem Gasthaus antisemitische Lieder singt und darüber schwadroniert, wie unter Hitler alles noch besser war und jemandem, der diese Ideologie in tatsächliche Gewalt gegen andere umsetzt, liegen für mich nochmal Welten. Aber Strache hat Beziehungen zu allen diesen Formen von Rechtsradikalismus, und das offensichtlich aus
persönlicher Überzeugung heraus. Dieser Mann ist damit für mich ein Neonazi, und mit dem Kühnengruß hat er sich auch als solcher zu erkennen gegeben. Übrigens: Bevor ihm die Ausrede mit den "drei Bier" eingefallen ist, hat er zuerst eine andere Ausrede gehabt - es handle sich um einen Gruß von "
Südtiroler Freiheitskämpfer". Setzt man das in Relation zu seiner engen Beziehung zu Norbert Burger und dessen "
Aktivismus", wirkt diese Ausrede geradezu grotesk.
Und jetzt muss man sich vor Augen führen, dass dieser Mann in Österreich als
Kanzlerkandidat gehandelt wird und heute eine Partei, die wegen einer Reihe von Korruptionsskandalen vor einigen Jahren noch am Boden lag zu einer Großpartei gemacht hat, die öffentliche Meinung so manipuliert hat, dass er OBWOHL jeder Österreicher über diese Kontakte Bescheid weiß trotzdem von 22% der Bevölkerung gewählt wurde. Und du glaubst, die "
Bankenmafia" wäre unser größtes Problem?
Und wer ernsthaft glaubt, dass schwarz eine größere Bedrohung darstelle als blau, der muss doch gegen ne Wand gelaufen sein.
Diese FPÖ ist nicht einfach eine national-liberale Partei mit leicht rassistischen Tendenzen.
Sie ist das salonfähig polierte Front-End für ein Netzwerk aus blanken Neonazis.