Ähh, erinnert sich noch wer daran, dass Ahmadinedschad seit Monaten nicht müde wird den Israelis mit Vernichtung zu drohen. Dass er dafür die Atombombe bauen lässt? Dass im Spätsommer 2006 der Iran durch den verlängerten Arm Hisbollah einen Krieg gegen Israel begann? Anscheinend nicht, wie sonst können solch bizarre Schlagzeilen entstehen? Nicht Israel träumt davon, den Iran zu vernichten, von daher ist diese Umverteilung der Opfer und Täterrollen skandalös. Schritt um Schritt gerät so der Unterschied in den Hintergrund, dass der Iran es in einer gefährlichen Mischung aus religiösen Fanatismus und Größenwahn als seine Aufgabe betrachtet, Israel auszuradieren, während Israel, bescheidener in seinen Zielen, schon damit zufrieden wäre, dies verhindern zu können. Würde der Iran seine Vernichtungspläne einstellen, wäre diese Krise beendet. Es gibt hier keine gegenseitige Bedrohung, wer dies behauptet, setzt die Holocaustträume des Iran mit dem Überlebenswillen Israels gleich.
Nur die wenigsten Zeitungen halten es für nötig, auf diese Unterschiede einzugehen. Darum kann nun der Iran als potentielles Opfer eines israelischen Angriffs dargestellt werden. Es wird wohl darauf hinaus laufen, dass fortan von einer gegenseitigen Bedrohung gesprochen wird und dabei die Hintergründe verloren gehen. Eine gegenseitige Bedrohung kann dem Leser ja auch viel besser vermittelt werden. In einer Konsens- und Kommpromisgesellschaft ist es schlicht nicht einzusehen, dass die Krise einzig dem Verhalten eines Beteiligten geschuldet ist.
Ähnlich wie beim Konflikt mit den Palästinensern bezahl Israel auch in diesem Fall den Preis für eine Berichterstattung, die keine Rücksicht auf Vielschichtigkeit nehmen will. Frei nach dem Motto: "Es braucht immer zwei zum streiten!", wird ein Krisenszenario gezeichnet, das mit der Realität wenig zu tun hat. Dabei gibt es ein anderes, wesentlich treffenderes Zitat, das die Zustände im Nahen-Osten auf den Punkt bringt: "Wenn die Araber ihre Waffen niederlegen, wird es Frieden geben. Wenn die Israelis ihre Waffen niederlegen, wird es kein Israel mehr geben. (Wenn in diesem Satz "Araber" durch "Perser/Iraner" ersetzt wird, bleibt er genauso gültig.)
Wird aber niemanden interessieren, stattdessen liest man lieber noch einmal die antisemitische Titelgeschichte des Spiegel und weiß danach, dass einem Volk, dessen Elite sich vor Jahrtausenden das Blut toter Tiere an die Ohrläppchen schmierte, alles zuzutrauen ist. Sogar der Versuch, sich der eigenen Vernichtung zu widersetzen!
http://der-fuchsbau.blogspot.com/2007/01/israel-was-macht-dieses-land-so.html