skorpion1965 schrieb:
Wie meinst du das?
Skorpion1965
Man kann als Mensch auch sterben, indem man sein
bisheriges Leben aufgibt.
Also seinen Namen, seinen Lebensumstand, seine Persönlichkeit.
Bis nichts mehr von einem da ist.
Man wird also selbst zu Grabe getragen.
Alle Verbindungen, die man als Mensch kennt, zu Verwandten und
Bekannten sogar zum eigenen Kind, werden dabei innerlich gelöst.
Man steht also als "etwas" da, und weiß nicht als was.
Ein Mensch ist man sozusagen auch nicht mehr.
Alles was die anderen Menschen zu einem sagen klingt so
"hohl", so unsinnig, so ohne jeglichen Geist.
Wenn man den Fernseh anmacht, spricht da irgendwas ein paar
Töne, aber ohne Sinn und Inhalt.
Die Musik im Radio, ist nicht mehr dieselbe.
Sie klingt total merkwürdig, nicht mehr vertraut.
Man bewegt sich unter den Menschen, ist aber keiner mehr.
Man ist irgendwas anderes, außer ein Mensch.
Vollkommene Einsamkeit.
Dies alles spielt sich innerlich ab.
Für die Außenstehenden ist alles wie immer.
Du kannst jemanden finden, der zumindest das Gleiche
wie du erlebt hast.
Denn Menschen verlieren oft Menschen.
Ich konnte bis jetzt noch keinen einzigen finden,
der so wie ich, selbst einmal gestorben ist.
Deinen Schmerz kann ich jedoch sehr gut nachempfinden,
weil er ein Teilschmerz von meinem eigenen war.
Geh in die Natur.
Du kannst ja andere Wege gehen.
Vielleicht gibt es in deiner Nähe einen Fluß oder
einen See.
Fahr mit deinen Kindern dort hin.
Sie können spielen und du bist draußen.
Die engen Räume sind noch erdrückender.
Ich habe damals noch zusätzlich ein Johanniskrautpräparat aus der
Apotheke genommen.