Im Niemandsländle ist das sicher so. Im Trinitätsländle entsteht aber nach dem Ego ein "neues" Ich aus dem Sammelsuirum der Erfahrungen des alten Ego. Ich weiß nicht, ob Du dir das überhaupt vorstellen mußt, oder ob es bei Dir nicht so ist: alle Deine Erfahrungen sind Ressource. Alles, was Du erlebst und erlebt hast, ist nur positive Lernerfahrung. Alles bist ja Du zusammen. Bei einem Roman sagst du ja auch nicht: also dieser Abschnitte, der ist ein Defizit, der gehört nicht vollständig zum Buch. Warum also dies mit der eigenen Lebensgeschichte tun, nicht wahr? Warum auch nur mit einer einzigen Millisekunde so verfahren?
Ich hab's ja nicht so mit dem Sein, obwohl ich die meiste Zeit eigentlich im Moment in diesem Zustand bin. Sage lieber so: ein Teil meines Bewußtseins ist im Sein, aber ein anderer Teil ist ja Ich. Und nicht etwa Ego, das wird ja dummerweise so verstanden, daß das Ego defizitäre Anteile habe. Aber wie könnte es die denn bitte haben? Das muß man doch mal logisch zu Ende denken, daß all die Vorstellung von defizitärem Sein Quatsch ist, also auch ein Ego, das irgendwie weg müßte. Guck Dir doch mal an, was auf der Erde los ist, weil keiner mehr sein Ich ist und jeder sein Ego defizitär bewertet: man tauscht sich nicht mehr aus! Ich will das natürlich nicht verallgemeinern- wir sind hier Intellektuelle, wir dürfen uns hier nicht zum Maßstab nehmen, Leute.
Wenn die Intellektuellen eines Landes im Seins-Zustand verbleiben, z.B. um das Hitler-Trauma nicht anschauen zu müssen, dann muß man sich nicht wundern, daß die Kinder in den Schulen ausflippen und sich gegenseitig bedrohen, ausrauben, mobben etc. Das Mobbing fängt doch heute in den Familien an! "Ich will jetzt mit dem Kleinen spielen". "Nein ich will jetzt mit dem Kleinen spielen" Ja bäh! Laß doch den Kleinen da endlich in Ruhe sitzen! Ja wenn man den Kindern nicht von Anfang an beibringt, daß man ein Ich hat und einen eigenen Willen, dann ist es ja kein Wunder, daß keiner mehr damit umgeht und alle ruhig einbalsamiert im Seins-Zustand verharren. Ich will ja den Menschen nur sagen, daß beim Schreiben und Sprechen jeder sein eigenes inneres Diktat-Ohr hat und daß sie nicht Diktatoren ihre eigene Lebensgeschichte innerlich beeinflussen lassen müssen.
hahaha, Niemand, ich hoffe Du weißt, daß ich das nicht etwa im Rahmen einer Emotion an Dich schreibe, ich fließe hier nur mit Worten in die Welt, um sie langsam, Wort für Wort zu waschen und den Menschen zu sagen, daß sie die einzige Ressource sind, die unsere Kinder haben.

Und die Kinder, die ja exakt so sind wie Du, die wollen einfach unsere Psychopharmaka nicht nehmen, gell?! Sie sagen es uns nicht, weil sie Angst vor uns haben, gell?!
Liebe Grüße, Christian