Meditation und Enthaltsamkeit

Manchen Menschen scheint es unheimlich wichtig, sich den Kopf über Probleme der Welt zu zerbrechen: wie den Völkern der Dritten Welt zu helfen sei oder wie die Welt ins Gleichgewicht gebracht werden kann. Im Vergleich dazu scheint es unbedeutend, seinen Atem zu beobachten, und die meisten mögen sich fragen: "Wozu damit die Zeit verschwenden?"

Ich bin daraufhin angesprochen worden, und man ist mir auch mit Fragen gegenübergetreten wie: "Was sitzt ihr Mönche da herum? Was tut ihr, um der Menschheit zu helfen? Ihr seid nichts weiter als egoistisch, erwartet von andern, daß sie euch Essen geben, während ihr einfach hier rumsitzt und euren Atem betrachtet. Ihr lauft vor der wirklichen Welt davon." Aber was ist die wirkliche Welt? Wer läuft hier eigentlich weg, und wovor? Was ist es, dem man sich stellen muß?

Wenn wir der Sache auf den Grund gehen, stellt sich heraus, daß Menschen jene Welt die "wirkliche" nennen, an die sie glauben, zu der sie sich verpflichtet haben, die sie kennen und die ihnen vertraut ist. Aber diese Welt ist eine Vorstellung, ein Zustand unseres Geistes. Meditation bedeutet die Begegnung mit der wirklichen Welt, diese zu erkennen und sie anzunehmen, wie sie wirklich ist - anstatt weiterhin an eine Vorstellung zu glauben, diese zu rechtfertigen oder sie nicht wahrhaben zu wollen.

Ich habe selten so eine schöne Beschreibung zur Haltung und Einstellung bei der Meditation gelesen, wie die von Ajahn Sumedho. Ich kann euch sehr empfehlen, sie einmal zu lesen:

Ajahn Sumedho: Anapanasati (Die Achtsamkeit bei der Ein- und Ausatmung)
 
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Hallo Thai.

Nochmal danke für den Link und ich hab da jetzt mal reingehört, aber ich verstehe nicht, was mir das bringen soll ?

Es fängt schon damit an, dass sich mir die Fussnägel hochrollen, wenn ich diese liebe, sanfte, einschläfernde Stimme höre, der jegliche Höhen und Tiefen fehlen und dir mir eine Gänsehaut macht. Aber gut.

Dann werde ich mit Worten besungen, die ich nicht verstehe. Auch gut. Dann erfahre ich was über den Verfasser und es wird betont welche Autorität er hat. Nicht gut, aber auch gut. Und dann schmeißt man mir Begriffe um die Ohren, die ich nicht kenne und deshalb auch nicht verstehe und im weiteren Verlauf wird mir immer mehr der Eindruck vermittelt, nicht ganz bei Trost zu sein, aber hier in diesen Worten meinen Trost wiederzufinden, wenn ich nur all das befolge, was diese tote Stimme da mir aufzeigt.

Warum hast du mir diesen Link zukommen lassen ? Was hast du dir davon versprochen ?

Ich vermute, du möchtest dass ich dich verstehe. Das geht mir auch so. Ich fänd auch schön, wenn du mich verstehst. Aber das wird auf der Platform der Religion nix werden, fürchte ich.

mara, zuerst bist du hier aufgetreten wie die Heilige mara und jetzt schlägst du mit dem Vorschlaghammer alles kurz und klein. Das finde ich sehr schade.
 
Aber was treibt jemanden, an eine Wirlicheit zu glauben? Ist es stets Erkenntnis, oder kann auch ein Wunsch dahinter stecken, eine bestimmte Vorstellung möge wirklich sein, weil sie Trost bezüglich anderer Vorstellungen spendet, die Angst auslösen?

Nibbána ist nicht ein Zustand der totalen Leere oder eine Art Trance, in der wir komplett "weg vom Fenster" sind; es ist weder das große Nichts noch eine Art Vernichtung. Es ist vielmehr jener Raum im Geist, wo wir nicht mehr festhalten, wo wir nicht mehr von der Erscheinung der Dinge getäuscht werden. Wir erwarteten nicht mehr Erfüllung von der Welt der Sinne, sondern sind uns einfach gewahr, wie sie entsteht und vergeht.
 
Nibbána ist nicht ein Zustand der totalen Leere oder eine Art Trance, in der wir komplett "weg vom Fenster" sind; es ist weder das große Nichts noch eine Art Vernichtung. Es ist vielmehr jener Raum im Geist, wo wir nicht mehr festhalten, wo wir nicht mehr von der Erscheinung der Dinge getäuscht werden. Wir erwarteten nicht mehr Erfüllung von der Welt der Sinne, sondern sind uns einfach gewahr, wie sie entsteht und vergeht.

Wirklich? Brahmachariat ist nie die Basis. Es ergibt sich gelegentlich aus der Praxis. Bei dir geht mir aber die natürliche Leichtigkeit ab, die sich damit verbindet. Sorry. No better Message....
 
mara, zuerst bist du hier aufgetreten wie die Heilige mara und jetzt schlägst du mit dem Vorschlaghammer alles kurz und klein. Das finde ich sehr schade.

Nein Opti.

Ich hab weder das eine, noch das andere getan.


Ich habe davon gesprochen, was ich erfahre, wie sich mir die Wirklichkeit zeigt und offenbart und das was dahintersteht ...
Dann ist man dem, was ich hier schrieb mit Verachtung begegnet und ich habe dann dasselbe getan ... Ich bin dem, woran ein anderer glaubt, was er lebt und für sich erfährt, mit Verachtung begegnet.

Das ist alles - der Rest ist ein Urteil ;) ...
 
Es gibt immer wieder Dinge, die wir von uns wegschieben, die wir uns weigern, anzuerkennen oder zuzulassen. Wenn uns jemand ärgert oder verletzt, wenn wir uns langweilen oder uns schlecht fühlen, schauen wir uns die wunderbaren Blumen oder den Himmel an, lesen ein Buch, schalten den Fernseher an oder tun sonst irgendwas. Wir sind nie voll bewußt gelangweilt oder ärgerlich. Wir nehmen unsere Enttäuschung oder Verzweiflung nie wirklich zur Kenntnis, weil wir uns immer in etwas anderes flüchten können. Wir können immer zum Kühlschrank gehen, Süßigkeiten futtern oder die Stereoanlage aufdrehen. Es ist so leicht, sich in Musik zu verlieren, raus aus der Langeweile und Verzweiflung in etwas Interessantes, Aufregendes, Schönes oder Beruhigendes. Sie brauchen sich nur einmal anzuschauen, wie abhängig wir vom Fernsehen oder vom Lesen sind. Es gibt jetzt so viele Bücher, die eigentlich verbrannt gehören, nutzlose Bücher überall. Alle schreiben über alles Mögliche, ohne wirklich etwas zu sagen zu haben. Filmstars schreiben ihre Memoiren und verdienen eine Menge Geld damit. Dann gibt es diese Klatschspalten, von Menschen gelesen, die vor der Eintönigkeit ihres eigenen Daseins flüchten und dem Überdruß und der Unzufriedenheit ihres eigenen Lebens entkommen, indem sie sich dafür interessieren, was Filmstars und bekannte Persönlichkeiten so treiben.

Wir haben den Zustand der Langeweile und Wut nie wirklich voll bewußt akzeptiert. Sobald sie aufkommt, fangen wir an, nach etwas Interessantem oder Angenehmem zu suchen. Während des Meditierens aber erlauben wir der Langeweile und der Wut, da zu sein. Wir lassen uns völlig bewußt darauf ein, gelangweilt, deprimiert, frustriert, eifersüchtig, verärgert oder angeekelt zu sein. All die ganzen hinderlichen und unangenehmen Erfahrungen des Lebens, die wir niemals akzeptiert oder wirklich betrachtet haben, lassen wir nun voll bewußt werden und zwar nicht mehr als persönliche Probleme, sondern einfach aus Mitgefühl. Aus Weisheit und Güte erlauben wir den Dingen, ihrem natürlichen Verlauf zu folgen, bis sie ihr Ende finden, anstatt sie in den ewig gleichen alten Kreisläufen der Gewohnheit weiterlaufen zu lassen. Wenn wir nicht fähig sind, die Dinge ihren natürlichen Lauf nehmen zu lassen, sind wir immer daran, Kontrolle zu bewahren, und damit immer auch in einer entsprechend öden Gewohnheit des Geistes gefangen. Wenn wir trübsinnig und deprimiert durchs Leben gehen, werden wir niemals die Schönheit der Dinge schätzen, weil wir nicht zu erkennen vermögen, wie sie in Wahrheit sind.

Ich erinnere mich an eine Erfahrung im ersten Jahr meiner Meditationspraxis in Thailand. Die meiste Zeit jenes Jahres verbrachte ich allein in einer kleinen Hütte, und die ersten Monate waren wirklich fürchterlich. Alles mögliche kam damals ins Bewußtsein hoch - Ängste, Zwangsvorstellungen, Furcht und Haß. Niemals zuvor habe ich so viel Haß verspürt. Ich habe mich nie für jemanden gehalten, der Menschen haßt, aber damals schien ich alles und jeden zu hassen. Ich konnte an niemandem etwas Gutes finden, so stark war die Abneigung, die bei mir hochkam. Eines Nachmittags hatte ich dann diese seltsame Vision - und eigentlich dachte ich, ich wäre nun verrückt geworden. Ich sah, wie Menschen aus meinem Gehirn hinausspazierten. Ich sah meine Mutter einfach aus meinem Gehirn ins Freie gehen und dann im leeren Raum verschwinden. Dann folgten mein Vater und meine Schwester. Ich sah diese Visionen tatsächlich aus meinem Kopf herauskommen und dachte mir: "Ich bin verrückt geworden, ich bin übergeschnappt!" Doch es war keine unangenehme Erfahrung.

Als ich am nächsten Morgen vom Schlaf erwachte und mich umsah, empfand ich alles um mich als schön. Alles, sogar die gewöhnlichsten Einzelheiten, schien mir schön. Ich war in einem Zustand der Ehrfurcht. Die Hütte selbst war eine einfache Konstruktion, niemand würde sie für besonders schön halten, doch für mich glich sie einem Palast. Die krummen Bäume draußen gaben den wunderschönsten Wald ab, das Sonnenlicht fiel auf eine Plastikschüssel, und selbst sie war schön! Dieses Gefühl von Schönheit hielt ungefähr eine Woche lang an, und als ich es näher betrachtete, wurde mir plötzlich klar, daß die Dinge tatsächlich so sind, wenn der Geist klar ist. Bis dahin hatte ich durch ein schmutziges Fenster geschaut, und über die Jahre hindurch wurde ich den Staub und Schmutz so gewohnt, daß ich ihn nicht mehr wahrnahm und tatsächlich zu glauben begann, daß alles eben so sei!

Wenn wir gewohnt sind, durch ein schmutziges Fenstzer zu schauen, erscheint alles grau, trübe und häßlich. Meditation ist eine Methode, das Fenster zu putzen, den Geist zu reinigen, um den Dingen zu erlauben, ins Bewußtsein hochzukommen, damit wir sie schließlich loslassen können. Dann betrachen wir mit Weisheit, der Weisheit des Buddha, wie die Dinge wirklich sind. Das bedeutet nicht einfach, an Schönheit oder Geistesklarheit anzuhaften, sondern es bedeutet ein tatsächliches Verstehen. Es ist ein kluges Reflektieren, das uns die Arbeitsweise der Natur erschließt, so daß wir nicht länger von ihr verblendet werden und uns aus Unwissenheit weitere Lebensgewohnheiten bilden.

Ajahn Sumedho: Glücklichsein, Unglücklichsein, Nibbana
 
Das Leben der meisten Leute scheint in der Hauptsache darin zu bestehen, auf irgend etwas zu warten, zu hoffen, daß irgend etwas passiert, irgendeinen Erfolg oder ein Vergnügen zu erwarten. Oder auch sich möglicherweise zu ängstigen und sich Sorgen machen, weil irgend etwas Schmerzliches und Unangenehmes vor der Tür stehen könnte. Vielleicht hoffen sie insgeheim, jemanden zu treffen, den Sie wirklich lieben können, oder irgendeine ungeheure Erfahrung zu machen - aber sich an Hoffnung zu klammern wird nur zu Enttäuschung führen.

Durch kluge Betrachtung lernen wir die Dinge erkennen, die Elend in unser Leben bringen. Wir sehen ein, daß wir selbst uns dieses Elend schaffen. Aus Unwissenheit und weil wir die Sinneswelt nicht klar verstanden haben, identifizieren wir uns mit dem, was unbefriedigend und vergänglich ist, d. h. mit den Dingen, die nur zu Verzweiflung und Tod führen können. Kein Wunder, daß das Leben so deprimierend ist! Es ist so trübselig, weil wir verhaftet sind und uns in Dingen suchen oder damit identifizieren, die ihrem Wesen nach Leid sind - d. h. unbefriedigend und unvollkommen.

Wenn wir nun damit aufhören, wenn wir loslassen - so ist dies Erleuchtung! Wir sind erleuchtete Wesen, die nicht mehr verhaftet sind, sich mit nichts mehr identifizieren, sich von der Sinneswelt nicht mehr täuschen lassen. Wir verstehen die Sinneswelt, wissen, wie wir mit ihr leben können, wissen, wie wir sie zu mitfühlendem Handeln und großherzigem Geben verwenden können. Wir versprechen uns von dieser Sinneswelt nicht länger vollkommene Zufriedenheit, Sicherheit, Geborgenheit oder was auch immer, denn wir wissen nun, daß, sobald wir Erfüllung erwarten, wir dazu bestimmt sind, auch Verzweiflung zu erfahren.

Wir sollten aufhören, uns mit der Sinneswelt zu identifizieren, nach bestimmten Sinneserfahrungen zu suchen. Wir erwarten nicht mehr von den Umständen, daß sie in irgendeiner Weise anders sein sollten, als sie es eben sind; sollten sie sich ändern, so sind wir fähig, geduldig und gelassen die unangenehme Seite des Daseins zu ertragen. Wir werden Krankheit, Schmerzen, Kälte, Hunger, Fehlschläge und Kritik in Bescheidenheit annehmen können.

Wenn wir an der Welt nicht festhalten, sind wir in der Lage, uns den wechselnden Umständen anzupassen, ganz gleich, ob sie nun besser oder schlechter werden. Halten wir aber noch immer fest, werden wir uns schlecht anpassen können, sind immer am Kämpfen und am Wehren, wir versuchen, alles zu kontrollieren und zu manipulieren - und fühlen uns schließlich frustriert, verängstigt oder deprimiert, weil uns die Welt betrügerisch und furchteinflößend vorkommt.
 
Also, Opzi, ich muss dir schon sagen:
Kiloweise Beiträge aus anderen Webseiten hier rein zu kopieren, grenzt für mich an aktives spamen! Würde es nicht reichen, einen Link zu setzen?
 
@opti
Flutlicht hat oft den Effekt der Dunkelheit: man sieht nichts!
Nur mit dem Unterschied dass Flutlicht mehr weh tut!
 
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Also, Opzi, ich muss dir schon sagen:
Kiloweise Beiträge aus anderen Webseiten hier rein zu kopieren, grenzt für mich an aktives spamen! Würde es nicht reichen, einen Link zu setzen?

Heißt das etwa, dass du glaubst, die Beiträge würden wirklich existieren? Gestern fragtest du noch, was jemanden dazu treibt, an die Wirklichkeit zu glauben.
 
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