Meditation und Enthaltsamkeit

Nachsatz zum Nachsatz: Sowohl beim Beten als auch bei der Meditation ist das Entscheidende die Beeinflussung der Atmung.

Der Betende konzentriert sich intensiv auf Gott und nimmt damit Einfluss auf seine Atmung (wenn auch unbewusst) und der Meditierende nimmt mehr oder weniger direkt Einfluss auf seine Atmung.

Mal sehen, ob gleich noch der Nachsatz auf den Nachsatz des Nachsatzes kommt. Mal abwarten. Freut euch mal nicht zu früh.
 
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Es wird ja immer wieder behauptet, dass Energien über die Wirbelsäule zum Scheitelchakra aufsteigen sollen. Manche meinen, diese aufsteigende Energie sei die "göttliche" Kundalini, die natürlich auf einem religiösem Weltbild beruht, und angeblich im Basischakra angesiedelt ist.

Mit dieser Vorstellung habe ich allerdings so meine Probleme. Ich würde eher vermuten, dass diese Energien, wenn überhaupt Energien aufsteigen, eher der sexuellen Energie entsprechen. Diese Meinung vertritt auch Swami Sivananda in seinem Buch Die Praxis des Brahmacharya.

Ich glaube, diese Energien selber hat wohl noch keiner gemessen. Diese Überlegungen bestehen bisher wohl eher als theoretisches Modell. Es gibt allerdings einen Biochemiker Gerhardt Eggetsberger, der sich mit dem Aufstieg von Energie durch das sogenannte PC-Muskeltraining (Beckenboden-Muskel-Training) beschäftigt hat.

Dabei hat er festgestellt, dass durch das PC-Training eine Energie vom Beckenboden über die Wirbelsäule zum Gehirn geleitet wird. Diese Energie konnte er auch messtechnisch nachweisen. Aber ich glaube, dann hat er den Fehler gemacht und hat die sogenannte Kundalini-Philosophie mehr oder weniger kritiklos übernommen.

Nach wie vor bin ich mir immer noch ganz sicher, dass ohne Enthaltsamkeit keine Erleuchtung möglich ist. Ohnehin ist die Fixierung auf die Sexualität nichts anderes als eine Verhaftung. Die Schwierigkeit, die ich allerdings sehe, liegt darin, diesen komplizierten physiologischen Vorgang zu verstehen.

Im Moment neige ich etwas dazu, vom Aufstieg einer Energie über die Wirbelsäule zum Scheitelchakra Abstand zu nehmen. Die entscheidende spirituelle (physiologische) Veränderung geschieht wahrscheinlich durch die Atmung (Sauerstoffzufuhr). Dadurch wird dem Blut, und über das Blut dem Gehirn, eine erhöhte Sauerstoffmenge zugeführt, die dann zu Heilzwecken genutzt werden kann.

Es ist ja allgemein bekannt, dass die meisten Menschen Probleme mit der Atmung haben. Hinzu kommt, dass man bei Pollutionen feststellt, dass Spannungen, die sich im Beckenraum befinden, auflösen, ganz langsam, Stück für Stück. Dieser Prozess zieht sich über Monate hin. Um so mehr Spannungen sich auflösen, um so tiefer kann man atmen, um so besser kann man meditieren.

Daraus schließe ich, dass eine unerfüllte Sexualität zu Spannungen im Beckenraum, im Rücken und selbst in den Extremitäten (Arme, Beine) führen, die sich außerdem in einer allgemeinen Lebensangst ausdrücken (Muskelverspannungen = Angst). Wahrscheinlich gibt es aber noch eine ganze Menge anderer negativer Symptome, die auf eine unerfüllte Sexualität zurückzuführen sind.

Habe selbst das "aufsteigen" der Kundalini vor über 2 Jahren erlebt/erfahren. Es war in Verbindung (in Folge) mit sexueller Enthaltsamtkeit, intensiven Chakra-Übungen, einem gewissen bewussten Teil der "Steuerung"...intensiver Meditation und dann passierte es einfach. Zigmal schöner als jeglicher sexueller Orgasmus...wie ein glühender Strahl schoss die Kundalini die Wirbelsäule entlang nach oben bis zum Scheitelchakra... Ich hatte allerdings einen (Meditations-)meister der mich vorbereitet hatte, sehr viel Ruhe und Zeit... Wünsche jedem "Suchenden" diese Erfahrung!
 
Gerhard Eggersberger beweist mittels seiner Abhandlung über die PC-Energie, dass diese (subjektiv gefühlte) Energie messbar ist.
Allerdings - und das merke ich hier leider oft in diesem Forum - werden viele paranormale oder andere "geistigen" Erfahrungen zerpflückt und in Einzelteile zerlegt...
Der Verstand ist bei unserer Suche der grösste Gegner.
Es gibt unzählige subjektive Erfahrungen, die einfach schwer beweisbar sind und somit nicht "wissenschaftlich" belegt werden können.
Ob ein wissenschaftlicher Beweis erforderlich und nötig ist, lasse ich mal dahin gestellt.
Entscheidend ist die persönliche Entwicklung jedes einzelnen; letztlich aber die Klarheit und Erkenntnis, wer und was wir sind...
 
Na bumm zwick ...
:)
Mir scheint, jeder von uns hat den besten Lehrer der Welt. Bloß halt, dass das bei jedem jemand anderer ist, und auch was anderes sagt...

Zumindest, wenn man es oberflächlich betrachtet.
 
Habe selbst das "aufsteigen" der Kundalini vor über 2 Jahren erlebt/erfahren. Es war in Verbindung (in Folge) mit sexueller Enthaltsamtkeit, intensiven Chakra-Übungen, einem gewissen bewussten Teil der "Steuerung"...intensiver Meditation und dann passierte es einfach. Zigmal schöner als jeglicher sexueller Orgasmus...wie ein glühender Strahl schoss die Kundalini die Wirbelsäule entlang nach oben bis zum Scheitelchakra... Ich hatte allerdings einen (Meditations-)meister der mich vorbereitet hatte, sehr viel Ruhe und Zeit... Wünsche jedem "Suchenden" diese Erfahrung!

Gerhard Eggersberger beweist mittels seiner Abhandlung über die PC-Energie, dass diese (subjektiv gefühlte) Energie messbar ist.
Allerdings - und das merke ich hier leider oft in diesem Forum - werden viele paranormale oder andere "geistigen" Erfahrungen zerpflückt und in Einzelteile zerlegt...
Der Verstand ist bei unserer Suche der grösste Gegner.
Es gibt unzählige subjektive Erfahrungen, die einfach schwer beweisbar sind und somit nicht "wissenschaftlich" belegt werden können.
Ob ein wissenschaftlicher Beweis erforderlich und nötig ist, lasse ich mal dahin gestellt.
Entscheidend ist die persönliche Entwicklung jedes einzelnen; letztlich aber die Klarheit und Erkenntnis, wer und was wir sind...

Es ist doch immer wieder gut, von den Erfahrungen anderer zu hören. So kann man sein eigenes Denken immer wieder hinterfragen. Im Moment stelle ich mir die Frage, was da eigentlich aufgestiegen ist. War es wirklich die Kundalini oder eine sexuelle Energie? Oder könnte es nicht doch ein Orgasmus gewesen sein?

So schön die Erfahrung auch gewesen sein mag, würde ich solchen kurzfristigen Erfahrungen nicht ganz so große Bedeutung beimessen. Mir jedenfalls geht es darum, permanente Veränderungen herbei zu führen.

Du hast natürlich recht, das wichtigste sind die persönlichen Veränderungen. Mit paranormalen Erklärungen habe ich allerdings so meine Probleme. Da wird wohl eher nach Belieben so manches Unerklärliche hinein gedeutet. Ich glaube, dass sich spirituelle Erfahrungen auch wissenschaftlich erklären lassen, selbst wenn dies heute noch nicht möglich ist. Es gibt leider viel zu wenig Menschen, die einen ernsthaften spirituellen Weg beschreiten. Die meisten tümmeln sich leider in einem religiösen oder paranormalem Umfeld.
 
sind da die Grenzen nicht sehr fließend?

Das ist schon richtig. Mantrameditation z.B. hat ja vielfach die Form eines Gebetes und einer Konzentration auf Gott. Insofern unterscheiden sich die Gebete eines intensiv auf Gott ausgerichteten christlichen Mönches wohl kaum von der Mantrameditation eines indischen Yogis.

Wenn man sich bei der Meditation allerdings auf die Atmung konzentriert und dabei sogar noch bemüht ist, alle Gedanken zum Schweigen zu bringen, selbst die Gedanken an Gott, dann hat das eher einen unreligiösen Charakter.

Konzentriert man sich anstatt auf die Atmung mehr auf des "Dritte Auge" so kann man dieses natürlich auch mit einer religiösen Orientierung verbinden.
 
für das Wort Religion soll es ja verschiedene Übersetzungsmöglichkeiten geben...
.... wenn ich das lat. "re ligere" (wieder verbinden) nehme, kann auch Meditation ohne jeglichen religiösen Inhalt ein Schritt zum wieder Verbinden mit denjenigen spirituellen Dimensionen sein, in denen unser eigener spiritueller Ursprung liegt
 
für das Wort Religion soll es ja verschiedene Übersetzungsmöglichkeiten geben...
.... wenn ich das lat. "re ligere" (wieder verbinden) nehme, kann auch Meditation ohne jeglichen religiösen Inhalt ein Schritt zum wieder Verbinden mit denjenigen spirituellen Dimensionen sein, in denen unser eigener spiritueller Ursprung liegt

Das ist Ansichts- bzw. Glaubens-Sache. Ich halte die religiöse Orientierung in erster Linie für einen Griff nach dem Strohhalm, um nicht zu ertrinken. Das ist zwar durchaus verständlich und es kann auch auf dem spirituellen Weg hilfreich sein, aber ich glaube, man ersetzt nur die alte Zwangsjacke aus Angst und Unglücklichsein durch eine neue, aus einer Fokkusierung auf Gott, ohne sich mit den Ursachen seiner Angst und seines Unglücklichseins auseinander setzen zu wollen. Mir kommt das wie eine Flucht aus der Realität vor. Wirklich frei ist man wohl erst, wenn man auch die religiöse Zwangsjacke wieder ablegen kann.
 
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Vielleicht ist die einzig wirkliche Religiosität, das Schwingen der menschlichen Zelle im vorgegebenen Rythmus der Natur. Diese Schwingungen haben ihre Ursache in der Biologie des Menschen und sie haben nichts mit einer mentalen religiösen Orientierung zu tun, obwohl ich gestehen muss, dass eine religiöse Orientierung durchaus zu diesem (bzw. zu einem ähnlichen) Zustand führen kann. Wenn ich mir dann allerdings so manche "Heilige" ansehe, dann habe ich eher das Gefühl, sie waren Gefangene ihrer religiösen Orientierung.
 
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