Meditation und Enthaltsamkeit

Weißt du es? Ich höre dir gerne zu.

Hi Opti,
Nein, da ich keine Frau bin, obwohl im meditativen Geist die Unterschiede zwischen Mann und Frau aufgehoben sind. Selbstverständlich auch die Fragen über Orgasmen u.s.w.:)
Uebrigens habe ich immer gesagt, dass die Erweckung der Kundalini nichts mit Sexualität zu tun hat. Obwohl beides natürlich Aspekte von Shakti sind.
Kundalinienergie steht für sich alleine. Doch mit Atmung hat sie wohl zu tun. Vielleicht könnte man sagen, der Atem Shaktis übernimmt.

Herzgruss Ch'an
 
Werbung:
Weitgehend war mir der Inhalt bereits bekannt. Mit den Skandhas (Daseinsfaktoren = Körper, Gefühle, Bewusstsein, Wahrnehmung, Geistesobjekte) hatte ich mich bereits befasst. Es hat mich allerdings ein wenig gewundert, dass Buddha vom "überweltlichen" Wohl- Und Wehgefühl spricht. Warum tut er das?



...und weiß wenn er ein überweltliches Wohlgefühl (Wehgefühl) empfindet <Ich empfinde ein überweltliches Wohlgefühl (Wehgefühl)>
Das mir dem überweltlichen Gefühlen kann man glaube ich erst verstehen wenn man die weltlichen überwunden hat.

Über den Begriff "matte Müde" (Müdigkeit) musste ich ein wenig schmunzeln.
Ja das mit der Wortwahl liegt daran dass Neumann das alles im 19 Jahrhundert übersetzt hat.


Ich war doch ein wenig überrascht, dass Buddha den Geistesobjekten solch einen breiten Raum widmet. Er unterscheidet nicht nur zwischen den 4 heiligen Wahrheiten (Leiden und Leidensauflösung), den 5 Hemmungen (Wunschwille, Hassensgroll, matte Müde, stolzer Unmut und Schwanken) sondern auch zwischen den 6 Sinnesbereichen (Auge, Ohr, Nase, Zunge, Leib, Denken) und den 7 Erweckungen (Achtsamkeit, Gesetzesergründung, Willenskraft, Verzückung, Gestilltheit, Sammlung, Gleichmut).
Er hat diesen Dingen einen so breiten Raum gewidmet, weil das eine nicht ohne das andere zur Erwachung führen kann. Aber wenn sich einem eines der Dinge offenbart folgen schnell die anderen Dinge, da alles eins ist.


Sehr gut gefallen hat mir Buddhas Zusammenfassung vom Leid:

Was sind aber, ihr Mönche, kurz gesagt, die fünf Daseinsgruppen für Leiden? Es ist da ein Stück Anhangen an der Form, ein Stück Anhangen am Gefühl, ein Stück Anhangen an der Wahrnehmung, ein Stück Anhangen an den Geistesobjekten, ein Stück Anhangen am Bewußtsein: das nennt man, ihr Mönche, kurz gesagt, die fünf Daseinsgruppen als Leiden.

Sehr schön beschreibt Buddha auch die Leidensauflösung.
Es ist sehr treffend beschrieben.


Wenn ich das Gelesene so zusammenfasse, dann erscheint es mir doch alles etwas theoretisch, obwohl, und das ist das Dumme, sind alle diese Eigenschaften wohl erforderlich, um auf dem spirituellen Weg Fortschritte machen zu können. Ich würde es schlicht unter dem Begriff "Bewusstsein erwecken" zusammenfassen. Mit anderen Worten, wir haben noch einen weiten Weg vor uns.

Du hast es erfasst, es ist ein weiter Weg, aber wer sagt das einem die Erwachung in den Schoß fällt.
 
Hi Opti,
Nein, da ich keine Frau bin, obwohl im meditativen Geist die Unterschiede zwischen Mann und Frau aufgehoben sind. Selbstverständlich auch die Fragen über Orgasmen u.s.w.:)
Uebrigens habe ich immer gesagt, dass die Erweckung der Kundalini nichts mit Sexualität zu tun hat. Obwohl beides natürlich Aspekte von Shakti sind.
Kundalinienergie steht für sich alleine. Doch mit Atmung hat sie wohl zu tun. Vielleicht könnte man sagen, der Atem Shaktis übernimmt.

Herzgruss Ch'an

Hast du mehr als eine Vermutung über die Kundalini-Energie?
 
Das mit den Energien hört sich erst mal ganz gut an, aber kann mir jemand sagen wo diese Energien herkommen? Energien sind doch messbar und soweit ich weiß hat diese Energien noch kein glaubwürdiger Wissenschaftler gemessen. Und so wie der Körper aufgebaut ist finde ich keinen Grund warum es solche Energien geben sollte. Für eine Erklärung wäre ich dankbar.
 
Das mit den Energien hört sich erst mal ganz gut an, aber kann mir jemand sagen wo diese Energien herkommen? Energien sind doch messbar und soweit ich weiß hat diese Energien noch kein glaubwürdiger Wissenschaftler gemessen. Und so wie der Körper aufgebaut ist finde ich keinen Grund warum es solche Energien geben sollte. Für eine Erklärung wäre ich dankbar.

Es wird ja immer wieder behauptet, dass Energien über die Wirbelsäule zum Scheitelchakra aufsteigen sollen. Manche meinen, diese aufsteigende Energie sei die "göttliche" Kundalini, die natürlich auf einem religiösem Weltbild beruht, und angeblich im Basischakra angesiedelt ist.

Mit dieser Vorstellung habe ich allerdings so meine Probleme. Ich würde eher vermuten, dass diese Energien, wenn überhaupt Energien aufsteigen, eher der sexuellen Energie entsprechen. Diese Meinung vertritt auch Swami Sivananda in seinem Buch Die Praxis des Brahmacharya.

Ich glaube, diese Energien selber hat wohl noch keiner gemessen. Diese Überlegungen bestehen bisher wohl eher als theoretisches Modell. Es gibt allerdings einen Biochemiker Gerhardt Eggetsberger, der sich mit dem Aufstieg von Energie durch das sogenannte PC-Muskeltraining (Beckenboden-Muskel-Training) beschäftigt hat.

Dabei hat er festgestellt, dass durch das PC-Training eine Energie vom Beckenboden über die Wirbelsäule zum Gehirn geleitet wird. Diese Energie konnte er auch messtechnisch nachweisen. Aber ich glaube, dann hat er den Fehler gemacht und hat die sogenannte Kundalini-Philosophie mehr oder weniger kritiklos übernommen.

Nach wie vor bin ich mir immer noch ganz sicher, dass ohne Enthaltsamkeit keine Erleuchtung möglich ist. Ohnehin ist die Fixierung auf die Sexualität nichts anderes als eine Verhaftung. Die Schwierigkeit, die ich allerdings sehe, liegt darin, diesen komplizierten physiologischen Vorgang zu verstehen.

Im Moment neige ich etwas dazu, vom Aufstieg einer Energie über die Wirbelsäule zum Scheitelchakra Abstand zu nehmen. Die entscheidende spirituelle (physiologische) Veränderung geschieht wahrscheinlich durch die Atmung (Sauerstoffzufuhr). Dadurch wird dem Blut, und über das Blut dem Gehirn, eine erhöhte Sauerstoffmenge zugeführt, die dann zu Heilzwecken genutzt werden kann.

Es ist ja allgemein bekannt, dass die meisten Menschen Probleme mit der Atmung haben. Hinzu kommt, dass man bei Pollutionen feststellt, dass Spannungen, die sich im Beckenraum befinden, auflösen, ganz langsam, Stück für Stück. Dieser Prozess zieht sich über Monate hin. Um so mehr Spannungen sich auflösen, um so tiefer kann man atmen, um so besser kann man meditieren.

Daraus schließe ich, dass eine unerfüllte Sexualität zu Spannungen im Beckenraum, im Rücken und selbst in den Extremitäten (Arme, Beine) führen, die sich außerdem in einer allgemeinen Lebensangst ausdrücken (Muskelverspannungen = Angst). Wahrscheinlich gibt es aber noch eine ganze Menge anderer negativer Symptome, die auf eine unerfüllte Sexualität zurückzuführen sind.
 
Es wird ja immer wieder behauptet, dass Energien über die Wirbelsäule zum Scheitelchakra aufsteigen sollen. Manche meinen, diese aufsteigende Energie sei die "göttliche" Kundalini, die natürlich auf einem religiösem Weltbild beruht, und angeblich im Basischakra angesiedelt ist.

Mit dieser Vorstellung habe ich allerdings so meine Probleme. Ich würde eher vermuten, dass diese Energien, wenn überhaupt Energien aufsteigen, eher der sexuellen Energie entsprechen. Diese Meinung vertritt auch Swami Sivananda in seinem Buch Die Praxis des Brahmacharya.

Ich glaube, diese Energien selber hat wohl noch keiner gemessen. Diese Überlegungen bestehen bisher wohl eher als theoretisches Modell. Es gibt allerdings einen Biochemiker Gerhardt Eggetsberger, der sich mit dem Aufstieg von Energie durch das sogenannte PC-Muskeltraining (Beckenboden-Muskel-Training) beschäftigt hat.

Dabei hat er festgestellt, dass durch das PC-Training eine Energie vom Beckenboden über die Wirbelsäule zum Gehirn geleitet wird. Diese Energie konnte er auch messtechnisch nachweisen. Aber ich glaube, dann hat er den Fehler gemacht und hat die sogenannte Kundalini-Philosophie mehr oder weniger kritiklos übernommen.

Nach wie vor bin ich mir immer noch ganz sicher, dass ohne Enthaltsamkeit keine Erleuchtung möglich ist. Ohnehin ist die Fixierung auf die Sexualität nichts anderes als eine Verhaftung. Die Schwierigkeit, die ich allerdings sehe, liegt darin, diesen komplizierten physiologischen Vorgang zu verstehen.

Im Moment neige ich etwas dazu, vom Aufstieg einer Energie über die Wirbelsäule zum Scheitelchakra Abstand zu nehmen. Die entscheidende spirituelle (physiologische) Veränderung geschieht wahrscheinlich durch die Atmung (Sauerstoffzufuhr). Dadurch wird dem Blut, und über das Blut dem Gehirn, eine erhöhte Sauerstoffmenge zugeführt, die dann zu Heilzwecken genutzt werden kann.

Es ist ja allgemein bekannt, dass die meisten Menschen Probleme mit der Atmung haben. Hinzu kommt, dass man bei Pollutionen feststellt, dass Spannungen, die sich im Beckenraum befinden, auflösen, ganz langsam, Stück für Stück. Dieser Prozess zieht sich über Monate hin. Um so mehr Spannungen sich auflösen, um so tiefer kann man atmen, um so besser kann man meditieren.

Daraus schließe ich, dass eine unerfüllte Sexualität zu Spannungen im Beckenraum, im Rücken und selbst in den Extremitäten (Arme, Beine) führen, die sich außerdem in einer allgemeinen Lebensangst ausdrücken (Muskelverspannungen = Angst). Wahrscheinlich gibt es aber noch eine ganze Menge anderer negativer Symptome, die auf eine unerfüllte Sexualität zurückzuführen sind.

Soweit so gut und verstanden. Ich sehe es so dass diese Energie einfach nicht verbrauchte Energie ist, die man beim Sex verbrauchen würde. Die ist, glaube ich in den Mitochondrien.
Die Energie die das Rückrad hoch fliest oder runter sind wohl Nervenimpulse.
Ohne sexuelle Enthaltsamkeit keine Erleuchtung: Da stimme ich Dir auch zu aber es ist nicht alles. Die Atmung ist wohl mit das wichtigste. Ohne Sauerstoff im Gehirn kann man nicht klar denken.
:liebe1:
 
Soweit so gut und verstanden. Ich sehe es so dass diese Energie einfach nicht verbrauchte Energie ist, die man beim Sex verbrauchen würde. Die ist, glaube ich in den Mitochondrien.
Die Energie die das Rückrad hoch fliest oder runter sind wohl Nervenimpulse.
Ohne sexuelle Enthaltsamkeit keine Erleuchtung: Da stimme ich Dir auch zu aber es ist nicht alles. Die Atmung ist wohl mit das wichtigste. Ohne Sauerstoff im Gehirn kann man nicht klar denken.
:liebe1:

Mit den Mitochondrien habe ich mich bisher noch gar nicht befasst. Danke für den Hinweis. Ich werde gleich einmal nachschauen.

Swami Sivananda sagt, soweit ich das im Moment überblicken kann etwas ähnliches wie du:

"Entsprechend der Yoga-Wissenschaft existiert der Same in einer subtilen Form überall im ganzen Körper. Es ist in einem subtilen Zustand in allen Zellen des Körpers zu finden. Es wird unter dem Einfluss der sexuellen Begierde bzw. der sexuellen Betätigung dem Körper entzogen und den Geschlechtsorganen in Form von Samen zur Verfügung gestellt."

Das größte Problem sehe ich bei mir selber darin, dass behauptet wird, dass Verwirklichte keine Pollutionen mehr haben. Ob so etwas möglich ist und wie das vor sich gehen soll, dass verstehe ich nicht so recht.

Chan (Mitglied hier im Forum) hat da einmal einen guten Hinweis gegeben. Er sagte:

"Ich glaube, die verschiedenen Sekrete werden nur erzeugt, wenn sie durch das abfließen des Samens dazu angeregt werden. Möglicherweise glaubt die Wissenschaft, dass die verschiedenen Sekrete und der Samen dauernd produziert werden, da die Untersuchungen ja bei Menschen gemacht wurden, die mehr oder weniger regelmäßig sexuell aktiv sind, wie eben die meisten Menschen. Es wurden bestimmt noch nie Untersuchungen an Brahmacharis ausgeführt, aus dem einfachen Grund, weil diese sehr rar sind und sicher auch keine Notwendigkeit darin sehen, sich untersuchen zu lassen."

Chan geht also davon aus, dass keinerlei Drüsensekrete mehr produziert werden. Das Ejakulat besteht ja aus 5 Drüsensekreten, die von folgenden 5 Drüsen produziert werden:

1. Hoden und Nebenhoden
2. Samenleiterampulle
3. Samenbläschen
4. Vorsteherdrüse (Prostata)
5. Cowpersche Drüse (Bulbourethraldrüse)

(siehe: Das männliche Sperma)
 
Hallo Opti,
wenn ich die Erwachung erlangen will sollte ich schon zwischen den Lehren unterscheiden. Denn die eine Lehre führt mich nur auf einen Himmlischen Weg, die andere in das Nirvana.
Auch wenn ich die Lehre des Jesus als gut empfinde reicht sie mir doch nicht aus, sieh führt halt nur in den Himmel.

Ich denke nicht, dass die Lehren sich unterscheiden. Es ist eine Sache der Erkenntnis und der Interpretation.
Nach dem Tode Jesu wurde diesbezüglich viel falsches behauptet und verbreitet.
Dass die Lehre Jesus in den Himmel führe, hat etwa den gleichen Stellenwert wie etwa der Glaube vieler Buddhisten, dass wenn man Räucherstäbchen anzündet und Buddha anbetet, gewiss Nirvana erreicht oder zumindest eine Vorteilhafte Wiedergeburt erwarten kann.
Jemand der nach den Vorgaben Buddhas Dhyana praktiziert, weiss natürlich, dass dem nicht so ist.

Jesus wurde gefragt:
"An welchem Tag wird das Königreich kommen?"
Jesus: Es wird nicht kommen, wenn man ausschau nach ihm hält."
Dies entspricht der absichtslosen Geisteshaltung im Buddhismus, die an keiner Idee über Nirvana haftet.
Jesus weiter:"Man wird nicht sagen, hier ist es oder dort, sonder das Reich Gottes ist mitten unter euch!"

Das bedeutet, das Reich Gottes befindet in uns. Es ist unsere Buddhanatur.

Gott ist nicht im Himmel, warum sollte er an einem solch entfernten Ort sein?:)

Thai schrieb:
Wenn ich der Lehre des Buddha folge bringt mich diese wenn es schlecht für mich läuft entweder zu einer guten Geburt, oder in Himmlische Bereiche, oder zu der siebenfachen Wiederkehr, oder zur einmal Wiederkehr, oder zur Nichtwiederkehr. Wenn alles gut geht bringt sie mich direkt ins Nirvana.
:liebe1:

Das Wichtigste ist, so oft wie möglich zur unbewegten Lotushaltung des Körpers und zur Stille des Geistes zu finden. Zu Zazen eben.
Dies ist die höchste Gebetshaltung, die höchste Dimension der Verehrung. Dann ist Nirvana (vielleicht) da.

Es grüsst Ch'an
 
Chan, du hast es so schön gesagt, dass die Lehren Jesus und Buddhas eigentlich identisch sind, man muß es nur richtig interpretieren, dass man es nicht schöner sagen könnte.

Jesus hat sich da leider etwas schwerer getan als Buddha, weil er immer mit dem Finger auf den Himmel zeigte (zumindest ist das von vielen so verstanden worden), aber ich glaube, er meinte dasselbe wie Buddha. Und ich glaube, Jesus wählte auch den etwas schwereren Weg, weil er als Kontemplation das Beten wählte und nicht wie Buddha die Meditation. Ich persönlich empfinde jedenfalls das Beten als Kontemplationsmethode sehr viel schwieriger als die Meditation.
 
Werbung:
Zurück
Oben