Meditation und Enthaltsamkeit

Da hab ich etwas Wunderschönes zum Wesen der Leerheit gefunden.

Gesang von Meister Liêu Quán

Während der siebzig oder mehr Jahre,
Die ich in dieser Welt gelebt habe,
Sind Form und Leerheit immer dasselbe gewesen.
Heute, nachdem alle Gelübde erfüllt sind,
Kehre ich in mein Zuhause zurück.
Quält euch nicht mit Fragen
Über Schulen und Patriarchen.

Die große Weite der Wirklichkeit
Ist der reine Ozean der wahren Natur.
Die Quelle des Geistes
Hat alles durchdrungen.
Aus dem Boden der Tugend
Entspringt die Tradition des Mitgefühls.
Vinaya, Samadhi und Prajna -
Die Natur und das Wirken der drei ist eins.
Die Frucht der transzendenten Weisheit
Kann im wunderbaren Zusammensein verwirklicht werden.
Bewahrt die wunderbare Grundwahrheit und reicht sie weiter,
Damit die wahre Lehre bekannt werde!
Damit wahre Leerheit verwirklicht werden kann,
Müssen Weisheit und Tun zusammen entstehen.

Abschiedsgedicht von Liêu Quán (1670-1742),
Buddha-Mönch und Zen-Meister aus Vietnam.​
Quelle: http://www.haustao.ch/n1/phil2.htm
 
Werbung:
Da hab ich etwas Wunderschönes zum Wesen der Leerheit gefunden.

Quelle: http://www.haustao.ch/n1/phil2.htm

Es geht darum, das zu verwirklichen. Wie man es bezeichnet, ist eigentlich vollkommen egal. Darum verstehe ich nicht, warum sich so viele Leute an den Begriff Leerheit klammern. Die Frage ist also, wie sieht die wahre Lehre, von der Liêu Quán spricht, konkret aus? Ist in Vietnam nicht der Theravada zuhause?
 
Darum verstehe ich nicht, warum sich so viele Leute an den Begriff Leerheit klammern.
:) Da sagt es dir doch der gute alte buddhistische Mönch, und der hat gewiß ganz enthaltsam gelebt, so wie du es gerne möchtest, denn er war ein Theravadin
Während der siebzig oder mehr Jahre,
Die ich in dieser Welt gelebt habe,
Sind Form und Leerheit immer dasselbe gewesen.​

...klammerst du dich an den Begriff der Schwerkraft?

Opti, Leerheit, so wie Buddha es meint (ich red nicht von dem, was die Esos hineinmystifiziert haben), ist kein Begriff, es ist ein Naturgesetz wie die Schwerkraft. Und man kann ein Naturgesetz nicht verwirklichen, es ist schon wirklich. Laß einmal die Nebelschwaden weg, die die Esoszene über den Begriff der Leerheit drübergelegt hat. Auch wenn ich es bin, die es zitiert und dir es sagt, muß es drum nicht immer des Teufels sein ;)
 
Es geht darum, das zu verwirklichen. Wie man es bezeichnet, ist eigentlich vollkommen egal. Darum verstehe ich nicht, warum sich so viele Leute an den Begriff Leerheit klammern. Die Frage ist also, wie sieht die wahre Lehre, von der Liêu Quán spricht, konkret aus? Ist in Vietnam nicht der Theravada zuhause?
ja sicher ist dort der Theravada zuhause, und diese Worte geben rein und unverfälscht die Lehre Buddhas wieder. Leerheit ist Form und Form ist Leerheit. Alles, was du siehst, alles was exisitiert, ist abhängig existent. Etwas anderes heißt es nicht. Es ist kein Konzept. Es handelt sich um die bemerkenswert frühe Erkenntnis eines Naturgesetzes. Das ist es, was die Lehre Buddhas vor allen anderen auszeichnet. Daß eben NICHT mystifiziert wird, sondern hingeschaut.
 
Die Physiologie ist ja nur ein Instrumentarium ... freilich spiegeln sich hier gewisse Vorgänge wieder ... wie innen so außen, wie oben so auch unten. Das EINE ist Berauschung und Glückseligkeit ... es muss so gewaltig sein, wenn der Mensch fühlt und erkennt: "Ich bin vom gleichen Wesen wie Gott!" ... und der Weg dahin ist einer der Mäßigung ... ein Eingehen in den göttlichen Willen und die Ablegung aller egoistischen Tendenzen, die aus dem Gemüt kommen. Und die Meditation ist DAS Mittel, wie du ja auch sagst @opti, um in diese Berauschung zu kommen ... und es kommt nicht gleich die Mega-Berauschung auf einmal, denn ich bin ja nicht gleich EINS mit Gott, sondern es gibt für jede kleine Etappe mehr Bewusstsein ... mehr Raum im eigenen Gefäß, damit sich das Göttliche dort hineingießen kann. Wir sind Seele und Seele ist eins mit Gott und in SEINEM Willen findet sie alle Glückseligkeit.

lg Topper

Du hast recht, die Physiologie ist nur das Instrumentarium. Aber ich habe nur die Möglichkeit, auf dieses Instrumentarium Einfluß zu nehmen. Andere Möglichkeiten habe ich nicht. Und was das Göttliche letzten Endes ist, kann auch niemand sagen. Ist es wirklich etwas anbetungswürdiges, etwas das mit Liebe, Intelligenz, Weisheit, ausgestattet ist? Oder ist es einfach nur Licht, Energie, Naturgesetz? Wir interpretieren gerne etwas in das Göttliche hinein, wir vermenschlichen es gerne. Ist das aber sinnvoll? Entspricht es der Realität?
 
Es geht darum, das zu verwirklichen. Wie man es bezeichnet, ist eigentlich vollkommen egal. Darum verstehe ich nicht, warum sich so viele Leute an den Begriff Leerheit klammern. Die Frage ist also, wie sieht die wahre Lehre, von der Liêu Quán spricht, konkret aus? Ist in Vietnam nicht der Theravada zuhause?
Tja Opti, die einen klammern sich an den Begriff der Leerheit, die anderen an den Begriff der Enthaltsamkeit.
Wo liegt da jetzt der Unterschied ??
 
Tja Opti, die einen klammern sich an den Begriff der Leerheit, die anderen an den Begriff der Enthaltsamkeit.
Wo liegt da jetzt der Unterschied ??
Das allerdings kann ich dir sagen, Sat Naam. Die Leerheit ist wie die Schwerkraft ein Naturgesetz. Enthaltsamkeit dagegen ist ein Konzept wie viele andere auch. so einfach ist das.
 
Alles, was du siehst, alles was exisitiert, ist abhängig existent. Etwas anderes heißt es nicht. Es ist kein Konzept. Es handelt sich um die bemerkenswert frühe Erkenntnis eines Naturgesetzes.

Ich würde die Aussage soweit einschränken, dass ich sage, alles was wir erkennen können, scheint in Abhängigkeit zu existieren. Weil wir eben nur eine sehr begrenzte Sichtweise und Auffassungsgabe haben. Das heißt für mich aber nicht, dass die Leere gleich ein universales Naturgesetz ist.

Nagarjuna betrachtete die Daseinsfaktoren als nicht ewig, da sie in Abhängigkeit von bedingen Faktoren entstehen (soweit wir das beurteilen können). Sie werden jedoch auch nicht vernichtet, da sie aufgrund ihrer Abhängigkeit keine Eigenexistenz besitzen.

Woher will Nagarjuna eigentlich wissen, ob die Dinge eine Eigenexistenz haben oder nicht? Das kann niemand wissen. Gibt es so etwas wie das "Göttliche" dann können die Dinge vielleicht auch so etwas wie eine Eigenexistenz besitzen. Nur können wir das vielleicht nicht erkennen. Wir sollten nicht so tun, als ob wir über die letzten Geheimnisse der Natur bescheid wissen. Wir wissen es nicht. Wir wissen nicht, nach welchen Gesetzen das Universum existiert. Und wir werden es auch niemals erfahren.

Es wird behauptet, da alle Phänomene wechselseitig bedingt sind, existiert kein Phänomen aus sich selbst. Folglich sind alle Phänomene leer. Weshalb sind alle Phänomene leer? Verstehen wir diese Leere wirklich? Ich glaube nicht. Was ist diese Leere? Wir machen uns nur eine Vorstellung von der Leere. Ist unsere Vorstellung aber mit der Realität identisch? Ich habe da so meine Zweifel.

Und selbst wenn alle Phänomene leer sind, hilft mir das irgendwie auf meinem spirituellem Weg weiter? Hat es mir bisher irgendwie weitergeholfen? Ich glaube nicht. Ich glaube, man sollte die Leere ganz schnell vergessen und sich um die spirituelle Praxis kümmern. Mir scheint, die Leere ist für manche so etwas, wie der Tanz ums goldene Kalb. Wenn man schon keine Spiritualität praktiziert, dann ziehrt man sich wenigstens gerne mit Begriffen wie der Leere. Sie hat am Ende nur eine Alibifunktion.
 
Werbung:
Das allerdings kann ich dir sagen, Sat Naam. Die Leerheit ist wie die Schwerkraft ein Naturgesetz. Enthaltsamkeit dagegen ist ein Konzept wie viele andere auch. so einfach ist das.

Genau das ist das Problem. Ihr weigert euch, wirkliche Spiritualität zu leben und ziehrt euch mit der Leere. Eine reine Alibifunktion. Der Mönch Liêu Quán sollte dir da vielleicht ein Vorbild sein und zwar nicht nur im Zitieren der Leerheit, sondern vor allem in der Meditation, der Tugend und in der Enthaltsamkeit. Und wenn du das verwirklicht hast, dann verliert vielleicht auch die Leere an Bedeutung.
 
Zurück
Oben