was schlimmeres kann einem politiker doch nicht geschehen, wenn er anderen Leid tut.
Das ist da ende
Ist ja auch schon passiert. Ich denke das seine politische Karriere vorbei ist. Er bleibt natürlich Berufs-Politiker, wird im Bundestag sitzen. Aber seine Optionen vorne mit dabei zu sein hat er verspielt weil er es sich mit einem Großteil der eigenen Partei versaut hat. Die meisten in der Bevölkerung werden ihn vermutlich ähnlich wahrnehmen wie ich - als Verlierer. Mal mit mehr, mal mit weniger Mitleid. Und für ein Comeback ist er, in einer Zeit in der die Jüngeren nach vorne stürmen, schlicht zu alt.
Das Traurige an der Situation ist ja: Seine Entscheidungen waren nicht total unverständlich. Er übernahm die Partei in einer Zeit in der eigentlich alles gegen sie stand, was zum einen auf seine Vorgänger zurückgeht (Schröder und Agenda etc.), aber natürlich auch an den Problemen dieser Zeit. Dann gab es den großen Hype und dann relativ schnell einen steilen Absturz, der ja lange vor der Bundestagswahl begann. Während der ganzen Zeit hatte er nicht unbedingt den besten Rückhalt im Führungszirkel der SPD. Gabriel war ja auch im Wahlkampf nicht unbedingt eine Hilfe, sondern hat schon lieber selbst als Außenminister geglänzt. Das Schröder kurz vor der Wahl noch nen Job bei Rosneft annahm hat auch nicht geholfen etc.
Aber: Den eigenen Ast hat er dann doch selbst abgesägt, v.a. weil er dazu neigt rhetorisch ins Extrem zu gehen, ohne jedes strategisches Denken. Selbst nach dem Scheitern der Jamaika-Verhandlungen hat er ja noch gesagt, die SPD würde dabei bleiben in die Opposition zu gehen. Das war ein wirklich schwerer Fehler. Eine Partei kann sich der Regierungsbildung eigentlich nicht verweigern. Bzw. ist das natürlich möglich, aber wie sollen sie dann bei einer Neuwahl auftreten? "Wählt uns - wir wollen nicht regieren!" oder "Wir regieren nur wenn wir stärkste Kraft werden"... Sie hätten bei einer Neuwahl ja gar nichts in der Hand, mal abgesehen davon das es zuerst ums Land gehen sollte.
Der nächste große Fehler war sein Versprechen zu brechen er würde auf keinen Fall in ein Kabinett unter Merkel eintreten, um dann den Vorsitz wegzuschmeißen, Gabriel kalt stellen zu wollen (der als Außenminister blöderweise zum beliebtesten Politiker aufgestiegen war) und dessen Amt übernehmen zu wollen - ausgehandelt per Hinterzimmer-Geschacher. Das war wirklich dumm. Irgendwie auf menschliche Art "verständlich-dumm", aber damit hat er sich selbst alle Chancen genommen.