Martin Schulz, Kanzlerkandidat

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Gut möglich dass Gabriel Aussenminister bleibt, so er denn will. Ein Aussenminister muss mit der knallharten Wirklichkeit in der weiten Welt zurechtkommen und das kann er. Im Gegensatz dazu wäre Schulz mit seiner sozialistischen Ideologie, die er wie eine Fahne vor sich herträgt in Sachen Anerkennung nicht weit gekommen. Im verweichlichten Deutschland geht das, da trifft er teilweise auf Zustimmung, wie hier im Forum ja auch (@Jea-International) aber draussen in der Welt gelten andere Gesetze, selbst schon in Teilen der EU. Bleiben wir realistisch.
@Marcellina, paula, greenor... :-) gut möglich, dass Schulz laut Horoskop ein guter Mensch ist, aber als Weltpolitiker ungeeignet.
T
 
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Der Mann ist eine öffentliche Person, und wenn er die Öffentlichkeit braucht, bedient er sich ihrer und stellt z.b. ganz ungeniert seine Familie zur Schau.
Er hat sogar einmal in einer Talkshow (weiß aber nicht mehr in welcher) angesprochen, dass er das seiner Familie und seinen 2 kleinen Kindern schuldig ist, auf seine Gesundheit zu achten und die OP war notwendig, seinen Diabetes in den Griff zu bekommen.
 
Martin Schulz kann einem schon echt leid tun. Kann mich nicht erinnern ohne Skandal (also etwa wie bei Guttenberg oder Wulff etc.) je einen so harten Absturz in der dt. Politik beobachtet zu haben. Aber zur Wahrheit gehört sicherlich auch, dass Schulz einfach tatsächlich der falsche Mann für die Posten war. Er wirkt irgendwie naiv und ohne jede Strategie. Wäre sein persönliches Hauptthema Glaubwürdigkeit dann wenigstens noch echt, hätte es vielleicht noch irgendwie gut ausgehen können, aber in letzter Konsequenz hat er leider auch bewiesen, dass er gewillt ist auf persönliche Glaubwürdigkeit zu pfeifen um ein Prestige-Amt abzuräumen. Da kam dann wieder seine Naivität zum Vorschein, denn das hätte ja gar nicht gut ausgehen können, auch nicht wenn Sigmar Gabriel ruhig geblieben wäre.

Andererseits ist das nicht nur eine Schulz-Krise. Es ist eine SPD-Krise. Diese Partei verbrennt ihre Vorsitzendenden und Kanzlerkandidaten ja schon seit über 10 Jahren.

Was ich interessant finde: Die Krise der Partei hat ein echtes Talent nach oben gespült. Ich würde einiges darauf wetten dass
Kevin Kühnert (JUSO-Chef) einer der führenden Politiker der SPD wird. Die alten Garden mögen ihn wohl eher nicht, da er beständig gegen die Groko trommelt. Ich denke mal die Partei wird sich letztlich doch für den Regierungseintritt entscheiden und das wird seinen Aufstieg vielleicht noch ein bisschen verzögern, aber gerade weil die Alt-SPD eigentlich gar keine Chance hat die SPD noch in irgendeine positive Richtung zu führen (das beste was sie noch hinbekommen können wäre "weiter so") ist sein Aufstieg m.A.n. nahezu sicher. Ich würde sogar darauf wetten das er irgendwann SPD-Vorsitzender sein wird.
 
auf europäischem Parkett habe ich ihn überzeugend erlebt. Deshalb wurde er auch nach Deutschland gerufen, um SPD zu retten.

Ich fand ihn nie besonders überzeugend, sondern eher eitel und er wirkt auf mich ein bisschen zu sehr wie ein Europa-Ideologe, einer der rosa Träume verkauft. So oder so gibt es aber einen großen Unterschied zwischen EU und Berlin. Berlin ist harte Realität und von dem her was ich so gelesen habe ist es auch ein Intriganten-Stadl. Insofern muss man ein Scheitern in diesem Haifisch-Becken niemandem persönlich krumm nehmen, aber das ist was ich mit "naiv" meine. Er hätte das wissen müssen, zumindest hätte er es in den letzten 12 Monaten lernen müssen. Was ihm m.A.n. wirklich fehlt ist ein Gespür für die eigene Partei. Er schien zu glauben er sei eben der "intuitive Typ", das mache seine Ehrlichkeit aus, genau da zeigt sich dann aber auch seine Unehrlichkeit wenn er über jede Realität hinweg alles in die Tonne tritt was er mal gesagt hat um dann das Außenministerium für sich selbst zu beanspruchen.

Was er m.A.n. hätte tun sollen: Groko anstreben ja. Denn die SPD kann sich dem letztlich nicht verweigern. Hart verhandeln natürlich auch, so viel herausholen wie möglich. Das haben sie sogar ganz gut hinbekommen. Aber anstatt einen Posten anzustreben hätte er sich dann auf den konzentrieren müssen der er (noch) hat: SPD-Vorsitz - um die Erneuerung der Partei voranzutreiben.

Hätte er das getan würde Gabriel seinen Außenminister-Job behalten können und die SPD würde, wie sie es ja ausgehandelt haben, einige andere wichtige Ämter besetzen. Trotz schlechter Werte wären sie stark, die Führung wäre geeint und er wäre nicht so traurig vom Hof gejagt worden wie es eben jetzt der Fall ist und hätte für die Erneuerung der Partei arbeiten können.

Er hat sich einfach wirklich sehr unklug verhalten. Insofern tut er mir menschlich leid, aber er hat sein Scheitern zum größten Teil selbst zu verantworten.
 
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Kevin Kühnert (JUSO-Chef) einer der führenden Politiker der SPD wird. Die alten Garden mögen ihn wohl eher nicht, da er beständig gegen die Groko trommelt. Ich denke mal die Partei wird sich letztlich doch für den Regierungseintritt entscheiden und das wird seinen Aufstieg vielleicht noch ein bisschen verzögern, aber gerade weil die Alt-SPD eigentlich gar keine Chance hat die SPD noch in irgendeine positive Richtung zu führen (das beste was sie noch hinbekommen können wäre "weiter so") ist sein Aufstieg m.A.n. nahezu sicher. Ich würde sogar darauf wetten das er irgendwann SPD-Vorsitzender sein wird.
Hoffentlich bald, damit diese Partei wieder wählbar und glaubenswürdig wird.

Diese alten Möchtegern Politiker, die an der Macht und an ihrem Job hängen, und natürlich an ihren fetten Pensionen, sind in meinen Augen einfach korrupt, da sie mehr an ihr Geld und Ansehen denken, wie an das Wohl der Bürger.
 
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