Alleine das ist schon ungeheuerlich: Zugreifen auf die Substanz.
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Steuern, Steuern, Steuern... So fährt man Deutschlands Wirtschaft gegen die Wand. Typisch für Kommunisten und Sozialisten: Mit anderer Leute Geld sind sie sehr großzügig.
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Der absolute Hohn sind 53% ab 86.300 Euro.
Dann muss Helmut Kohl wohl ein Kommunist gewesen sein. Bis 1999 lag der Spitzensteuersatz bei 53% und er wurde sogar schon ab einem Einkommen von 61.376 Euro fällig.
Die Vermögenssteuer ist im Grundgesetz (Artikel 106) verankert und wurde bis 1996 auch erhoben. Seither ist sie ausgesetzt, weil das Bundesverfassungsgericht Ungerechtigkeiten in der Besteuerung verschiedener Arten von Vermögen festgestellt hat. Die prinzipielle Rechtmäßigkeit einer Vermögenssteuer stand dabei jedoch nie zur Debatte. Aber offenbar hatte in den 21 Jahren seither keine Regierung ein Interesse daran, die Vermögenssteuer verfassungskonform zu machen und wieder zu erheben. Man erlässt den Vermögenden einfach durch die Hintertür eine Steuer, die diese vorher über Jahrzehnte klaglos gezahlt haben. DAS nenne ich einen großzügigen Umgang mit Geld, dass eigentlich dem Staat, also uns allen zusteht. Die Vermögenssteuer stand übrigens den Ländern zu, die könnten damit z.B. marode Schulen sanieren oder mehr Polizisten einstellen.
Auch eine hohe Erbschaftsteuer ist letztlich nur ein dreistes in die Taschen greifen. Versteuertes Einkommen wird noch mal satt versteuert: Abgreifen wo man nur kann, am besten den Menschen noch Omas Häuschen wegsteuern!
Man bezahlt mit seinem bereits versteuerten Einkomen ja auch Umsatz- bzw. Mehrwertsteuer, Mineralöl- oder Kfz-Steuer, das ist nichts ungewöhnliches. Omas Häuschen will auch keiner wegsteuern, dafür gibt es, wie für kleine Handwerksbetriebe o.ä. auch, entsprechende Freibeträge. Es geht um große Vermögen die vererbt werden und die für den Erben letzlich ein leistungsloses Einkommen darstellen. Auch hier geht es eigentlich nicht darum, ob diese Steuer erhoben werden soll, es ist nur strittig, wer wieviel bezahlen muss. Die derzeitige Regelung ist jedenfalls ein Skandal. Riesige Vermögen können praktisch Steuerfrei vererbt werden, weil sie als Betriebsvermögen über Briefkastenfirmen abgewickelt werden usw. Das Bundesverfassungsgericht hat hier ebenfalls festgestellt, dass Reiche mit der derzeitigen Form der Erbschaftsteuer in grundgesetzwidriger Weise bevorzugt werden.
Mich würde mal was interessieren. Es scheint doch so zu sein, dass in Deutschland und anderswo, die Reichen - ungeachtet aller Finanz- oder Währungskrisen - immer reicher und die Armen immer ärmer würden. Die Schere geht immer weiter auseinander, der Mittelstand löst sich auf. Nicht nur finanziell, auch ganz allgemein wird die Trennlinie zwischen denen, die dazugehören und den abgehängten immer schärfer.
Stimmst du dem zu?
Falls du dem zustimmst, ist diese Entwicklung für dich in Ordnung/unabänderlich/wünschenswert, und wenn nicht, was sollte man dagegen tun?