magdalena:
aggressionen anderer können mich inzwischen nicht mehr stören - sie sind ihr problem.
also eine Problemzuschreibung an andere... doch wer sagt, dass der andere damit ein Problem hat?
ich weiss auch gar nicht, ob Aggressionen störend sein müssen.
Das ist - glaube ich - gar nicht ihr Sinn.
Gibt es einen konstruktiveren Umgang mit Aggressionen anderer, als ihn ihnen als
ihr Problem zu attestieren?
magdalena:
aggression ist immer ein anzeichen von überspielter unsicherheit und hilflosigkeit -
zumindest nach meinem bescheidenen erkennen.
ist das nach deinem bescheidenen Erkennen für dich so, also deine Unsicherheit und deine Hilflosigkeit? oder für alle so?
In der Haltung des Tai Chi bewundere ich die Aggression anderer, ihre feste Entschlossenheit, ihre große Kraft, ihr großes Engagement, finde es schön, wie sehr sie sich für eine bestimmte Sache in die Bresche werfen.
Allemal besser als lauwarme Sesselpupser...
Sicher, man kann sich auf einer anderen Ebene überlegen, ob die Sache es wert ist, oder ob es edlere Ziele gibt oder auch edlere Möglichkeiten, seine Ziele zu erreichen.
Aber zunächst begegne ich diesem Verhalten angstlos, interessiert, neugierig und auf das gespannt was da kommt.
Mit diesem Interesse habe ich für mich beobachtet, dass es ganz vielfältige Gründe für aggressives Verhalten gibt und es bei weitem nicht nur auf Unsicherheit und Hilflosigkeit hinausläuft.
Also keine Angst vor Aggression, sondern eine interessante Spielwiese voller bunter Blumen.
Ist doch auch gut, wenn man keine Angst vor eigener Aggression hat.
Das erleichtert es beträchtlich, sich dem Dämon der eigenen Macht zu stellen...
Tut man die Aggression einfach nur als PAL ab, als "Problem anderer Leute", verdrängt man den eigenen Dämon. Behaupte ich jetzt mal aus Erfahrung.
