Magische energie und der angstdämon

Werbung:
magdalena: aggressionen anderer können mich inzwischen nicht mehr stören - sie sind ihr problem.

also eine Problemzuschreibung an andere... doch wer sagt, dass der andere damit ein Problem hat?

ich weiss auch gar nicht, ob Aggressionen störend sein müssen.
Das ist - glaube ich - gar nicht ihr Sinn.

Gibt es einen konstruktiveren Umgang mit Aggressionen anderer, als ihn ihnen als ihr Problem zu attestieren?

magdalena: aggression ist immer ein anzeichen von überspielter unsicherheit und hilflosigkeit -
zumindest nach meinem bescheidenen erkennen.


ist das nach deinem bescheidenen Erkennen für dich so, also deine Unsicherheit und deine Hilflosigkeit? oder für alle so?

In der Haltung des Tai Chi bewundere ich die Aggression anderer, ihre feste Entschlossenheit, ihre große Kraft, ihr großes Engagement, finde es schön, wie sehr sie sich für eine bestimmte Sache in die Bresche werfen.

Allemal besser als lauwarme Sesselpupser... :D

Sicher, man kann sich auf einer anderen Ebene überlegen, ob die Sache es wert ist, oder ob es edlere Ziele gibt oder auch edlere Möglichkeiten, seine Ziele zu erreichen.
Aber zunächst begegne ich diesem Verhalten angstlos, interessiert, neugierig und auf das gespannt was da kommt.
Mit diesem Interesse habe ich für mich beobachtet, dass es ganz vielfältige Gründe für aggressives Verhalten gibt und es bei weitem nicht nur auf Unsicherheit und Hilflosigkeit hinausläuft.

Also keine Angst vor Aggression, sondern eine interessante Spielwiese voller bunter Blumen.

Ist doch auch gut, wenn man keine Angst vor eigener Aggression hat.
Das erleichtert es beträchtlich, sich dem Dämon der eigenen Macht zu stellen...

Tut man die Aggression einfach nur als PAL ab, als "Problem anderer Leute", verdrängt man den eigenen Dämon. Behaupte ich jetzt mal aus Erfahrung. ;)
 
es wird hier sehr abstrakt diskutiert - so empfinde ich es jedenfalls.
wir sind hier auf diesem planeten und haben dieses leben zu meister - oder eben auch nicht.
(also ich jedenfalls)

auch das thema ethik wurde ins spiel gebracht.

das lebensbeispiel braucht nicht zu lesen wer nicht will.

ich lebe gerade das, was ich als ethik erkenne.

ein mensch hat durch die absolute unfähigkeit achtsam umzugehen mit sich selbst, nicht nur sich selbst in hohem ausmaß geschadet, sondern auch mir, und menschen, die mir alles waren.
nun hätte ich gelegenheit mich zu rächen.
ich tue es nicht - im gegenteil - ich suche alles in bewegung zu setzen, dass dieser mensch die nötige hilfe bekommt - und sie auch lernt anzunehmen -

allerdings - ich selbst verweigere die aufopferung.

ethik ist alles daran zu setzen, achtsam mit jedem umzugehen - unter wahrung der achtsamkeit gegenüber sich selbst.

würde ich mich rächen, dann würde ich mich als opfer zum täter machen - und damit wieder zum opfer.
 
Condemn:

Ja.. sie beinhaltet alles. Aber für die eigene Erfahrung entscheidend ist ja der jeweilige Standort Deiner selbst. Denn Du bist ebenfalls Inhalt... und Du stehst innerhalb man mehr auf der Seite von Leid und Angst und mal mehr auf der Seite von Zufriedenheit/Glück/Liebe. Und für uns alle geht es ja dann darum, wie man erstens in die gewünschte Richtung kommt, zweitens dort auch dauerhaft bleibt. Und das was einen in die Richtung bringt sind nicht die Definitionen über Liebe, die verschiedenen Ansichten darüber wie Liebe sich ausdrückt. Es ist die Annäherung an den Seinszustand dieser ursprünglichen Liebe, die auf den ersten Blick nicht so schillernd ist wie die heroische Liebe oder die romantische Liebe, Verehrung usw. Es ist eher eine Form der Souveränität und Gleichgültigkeit. Gleichgültigkeit ist ein sehr interessantes Wort, weil es oft und von vielen eher negativ interpretiert wird. Aber es bedeutet ja: gleich - gültig. Man spricht nichts seine Gültigkeit ab. In der Praxis bedeutet das, dass man nicht verurteilt und nicht "pushed" was man will. Denn beides basiert auf Angst. Es geht tatsächlich um ein Geschehenlassen und da man das nicht kann, um ein bewusstmachen.... das auch geschehen lassen entspricht, aber erst einmal die Möglichkeit zu erkennen gibt, warum man eigentlich nicht viel weitreichender "geschehen lässt".


So.. aber ich sehe gerade... ist spät geworden und ich sollte mal aufhören. Ich antworte vielleicht morgen weiter. Ist auf jeden Fall seit langem mal wieder ein wirklich interessantes Thema. ;)

VG,
C.[/QUOTE]

Lieber Condemn


Ich habe den anschluss zur diskussion verloren und wollte aber genau diesen teil eines zitates von dir noch einmal aus der versenkung holen.
Ich finde, da steckt viel wahrheit drin.

Ich schätze jedenfalls, dass ich dich soweit verstehe, weil es einfach die grundvoraussetzung ist, dass etwas in mir bewegt wird. Was es dann mit mir tut und ob es mich zu neuer erkenntnis bringt, ist eine andere frage.

Ich überlasse dich nun deiner diskussion mit a418, wo ich nicht mehr mitreden, aber sicher mitlesen werde.

Danke,
Mipa:)
 
ich lebe gerade das, was ich als ethik erkenne.

ein mensch hat durch die absolute unfähigkeit achtsam umzugehen mit sich selbst, nicht nur sich selbst in hohem ausmaß geschadet, sondern auch mir, und menschen, die mir alles waren.
nun hätte ich gelegenheit mich zu rächen.
ich tue es nicht - im gegenteil - ich suche alles in bewegung zu setzen, dass dieser mensch die nötige hilfe bekommt - und sie auch lernt anzunehmen -

allerdings - ich selbst verweigere die aufopferung.

Eindeutig Helfersyndrom, ...
lg
Cyrill
 
nachdem es in diesem thread doch vorrangig um angst geht, hat mich die magische energie dieser auseinandersetzungen hier zu einer ganz allgemeinen überlegung veranlasst -
hier anwesende mögen sich nicht betroffen fühlen.

wieso reagieren menschen mit sehr festen überzeugungen aggressiv, wenn auch nur ansatzweise anderes - oder gar neues gedankengut eingebracht wird?

reagieren sie so aggressiv aus der angst heraus, dass ihr abstrakt/hypothetisches gedankengebäude in sich zusammenstürzen könnte, und sie dadurch den boden unter ihren füßen verlieren?

aggression ist immer ein anzeichen von überspielter unsicherheit und hilflosigkeit -
zumindest nach meinem bescheidenen erkennen.

für mich - ich zumindest lebe inzwischen nach diesem prinzip - ist jede ansicht, die aggressiv vertreten wird - und sobald die aggresssion sich gezeigt hat, als nicht mehr weiter berücksichtigungswürdig -
denn ich erkenne sie als gedankenkonstrukte -
geboren aus welchen ängsten heraus auch immer.

natürlich sind wir alle nicht frei von ängsten, und daher nicht davor gefeit gedankenkonstrukte als schutzmechanismen zu kreieren -

ich persönlich ziehe es aber vor in mich zu gehen - mein denken zu überdenken - wenn anzeichen von aggression hoch kommen in mir.

dann bin ich nämlich in eine irrende richtung gelaufen - eine, die es neu zu überdenken und zu korrigieren gilt.

aggressionen anderer können mich inzwischen nicht mehr stören - sie sind ihr problem.

Ich habe hier aus zeitgründen nichts weiter gelesen, aber kann dir soweit zustimmen, dass für mich in erster linie aggression "angst haben" bedeutet, so, wie du das beschreibst:).
Ich würde es als eine trennung von mir selbst beschreiben.

Ich bin auch manchmal aggressiv und stelle dann fest, dass es oftmals die angst ist, die "wirkt". Die angst zu versagen, nicht gut genug zu sein oder etwas falsch gemacht zu haben.

Wichtig ist doch allein, dass wir hinter dieses konstrukt sehen, es durchschauen und dadurch etwas bewegen können.

Aggressionen anderer stören mich schon, denn manchmal entstehen sie auch aus einer interaktion heraus, sind also nicht immer (nur) das problem der anderen. Ich hinterfrage in einem solchen moment, ob ich nun aus meiner eigenen angst (unvermögen), aggression ausgelöst habe. Wenn ich das für mich verneine und mit konstruktiver kommunikation nicht weiterkomme, ziehe ich mich zurück.
Ich denke, dass kommunikation ein weitaus komplizierteres gebilde ist, als wir es erfassen können. Das meiste davon läuft ja non-verbal ab und hat vielmehr auch mit den gefühlen zu tun, die wir durch kommunikation erfahren - oder eben nicht.

:)
 
Kommunikation ist das Mittel um sich austauschen zu können, wo Kommunikation aufhört, dort fängt Gewalt an.
lg
Cyrill
 
Werbung:
Zurück
Oben