Im Prinzip ist es der Ansatz der Ego-State-Therapie, nur weitergeführt. Jeder Mensch besteht im Prinzip aus verschiedenen Persönlichkeitsanteilen (Ego States), die im Falle einer Traumatisierung dann als Bruchstücke sichtbar werden.
Ok, ich verstehe. Das hat dann vermutlich mit den abspaltungen zu tun, von denen kona hier schrieb. Traumatisierendes hat die macht, die harmonisierende verbindung zwischen den persönlichkeitsanteilen, aufzulösen. Damit soll wohl irgendwie/irgendetwas geschützt werden....?
Ich vergleiche die Dynamik in der Persönlichkeit gerne mit einem schönen wilden Felsstrand am Atlantik, Bretagne oder so, da gibt's viele solche Stellen. Wenn das Wasser hoch steht, wenn es dem Menschen gut geht, er in sich integriert ist, dann sind all die gefährlichen Unterwasserriffs und -Klippen nicht sichtbar, der Mensch "fließt" oder ist im Fluss (Flow). Wenn es dem Menschen schlecht geht, sinkt der Wasserstand. Die Struktur der Persönlichkeit verändert sich nicht, sie tritt nur akzentuierter zutage. Harte, böse Kanten und Ecken treten hervor, mit denen er sich und andere verletzt.
Eine gute erklärung.
Ist es deines erachtens davor
immer zu einer verletzung/einem traumatischen erlebnis bei der betreffenden person gekommen? Hier stellt sich auch die frage: Empfindet jeder mensch im grunde gleich, zeigt es aber diffenzierter (emotion)? Ist der level, wonach noch genügend oder zuwenig wasser vohanden ist, von mensch zu mensch verschieden? Damit meine ich nun nicht die frage nach den grundbedürnissen: Wenn wir den ganzen tag nichts gegessen haben, haben wir i.d.r. alle hunger.
Das folgt im übrigen einer weiteren psychologischen Grundgleichung:
Geht es dem Menschen gut, handelt er so, dass es ihm und seiner Umgebung weiterhin gut und besser geht.
Geht es dem Menschen schlecht, handelt er so, dass es ihm und/oder seiner Umgebung schlecht und schlechter geht.
Wenn man sich dann so die Menschen anschaut, geht es wohl den meisten eher schlecht als gut...
Ich denke, du hast hier deine praxistätigkeit vor augen und da trifft das sicher zu. Was das obige angeht, ja, da stimme ich dir zu. Es findet quasi ein ausgleich zwischen 'innen und aussen' statt, eine diffusion, ein hinausströmen des ungleichgewichts. Vermutlich notgedrungen, weil der eindruck entsteht, so verbindung schaffen zu können, die verloren gegangen ist. Ich weiss jetzt nicht, ob ich mich verständlich ausdrücke.
Ist der Wasserstand aber besonders niedrig, gibt es nur noch grobe Felsen, dazwischen einzelne Wasserpfützen, dann hat man die Ego States.
Das medium, in dem die persönlichkeitsanteile eingebettet sind, fehlt, was die persona(s) stresst.
Die Struktur der Persönlichkeit des Menschen ist wie eine Pyramide aufgebaut. Die unterste und damit breiteste Schicht dient dem Überleben. (Wurzelchakra) Man kann da auch den Schmerzkörper zuordnen. In ihm sind wichtige Verhaltensmuster gespeichert, die mich persönlich laut dem, wie ich mein Erleben verarbeitet habe, vor Schmerz und Auslöschung bewahrt h aben.Wenn nun an dieser Schicht der Pyramide etwas kaputtgegangen ist, können höhere Schichten darauf nicht bauen. Deshalb gibt die unterste Ebene den Rahmen vor, wie die Persönlichkeit in den oberen Ebenen überhaupt stabil gebaut sein kann.
Ok.
Ja, jedes Baby kommt mit dem Potential eines Weltretters auf die Welt, ich sag dazu scherzhaft, es kommt mit einem James-Bond-Syndrom auf die Welt. "So sehnlich habe ich gewartet, hier geboren zu werden, nun bin ich endlich da und rette die Welt und bei Mama und Papa fange ich an." Dabei ist eine wesentliche Motivation wichtig: Jedes Baby liebt seine Eltern, seine biologischen Eltern. Auf der untersten Ebene, der physischen Ebene, kann es nichts dagegen tun, es ist eine biologisch vorprogrammierte Liebe, die nicht anders kann. Sie ist der Spiegel der höchsten himmlischen Liebe im Kronenchakra, die liebt, weil sie nicht anders will.
Unterscheidest du biologische von nicht-biologischen eltern? Ich denke, dass jedes kind zunächst seine direkte bezugsperson liebt, die ihm zuwendung schenkt, egal, wer das ist. Ich meine diese biologisch vorprogrammierte liebe muss sich nicht auf die biologischen eltern beziehen, oder? Lieben zu wollen bezieht sich m.e. auf die liebe selbst und nicht auf ein zwangsläufiges objekt, an das diese liebe automatisch gekoppelt ist. Normalerweise sind das die leiblichen eltern, ja.
Zu retten gilt es aber nur eltern, die auch der rettung bedürfen. Ich denke, das kind kann das früh unterscheiden.
Auf der untersten Ebene übernimmt das Baby sämtliche Verhaltensprogramme der Eltern wie einen Komplettdownload von der Festplatte des Vaters und der Mutter inklusive aller "Viren".
Ja, das kann ich nachvollziehen. Ich nehme an, es wird aber dennoch ein unterschied in der übernahme dieser verhaltensprogramme geben, je nach dem, welche bezugsperson präsenter war.
Das Baby kennt instinktiv eine primitive Form der Heilung, das Opfer. Es liebt mit der doppelten Liebe, der biologisch vorgegebenen und der himmlischen, seine Eltern und versucht, das Leid der Eltern je nach der Stärke der eigenen Seele zu übernehmen.
Das mit dem opferbringen ist mir klar, so hält ein kleines kind als erste stufe der weinenden mutter u.u. seinen teddy hin. Mit der zeit werden die opfer dann komplexer und man versucht mit immer mehr liebe, präsenz und übernahme von verantwortung, das leid zu lindern.
Ich glaube aber, liebe zu den eltern kann ungleich verteilt sein. Das kann einerseits mit ihrer abwesenheit als liebevolle bezugspersonen zusammenhängen oder mit sonstigen negativen erfahrungen. Ich bin nicht sicher, ob sich ein entsprechendes kind dann automatisch schuldig fühlt und ich denke auch nicht, dass es dann unbedingt den wunsch hat, den betreffenden elternteil/die eltern zu retten. Ich bin deshalb was aussagen zu der kind elternliebe betrifft, etwas vorsichtig geworden. Umgekehrt übrigens auch, obwohl mir diese liebe unerschütterlicher erscheint. Es kann aber durchaus sein, dass ich dich hier missverstehe.
Die Eltern wissen typischerweise nicht, was ihnen da gutes geschehen soll. Instinktiv spüren sie, welche Chance sich da bietet und freuen sich, erinnern sich an die eigene Babyzeit und das unbeschreibliche Glück der himmlischen Liebe.
Doch sie lassen ihr eigenes Leid nicht wirklich los, und das spürt das Baby als erstes Scheitern, als erste "Schuld". Wenn ich Mama und Papa nicht retten kann, wie soll ich die ganze Welt retten?
Ich für meinen fall habe das retten von eltern und später der welt von mir aus deutlich unterschieden, soweit ich mich zurückerinnern kann. Ich kann mich auch wirklich nicht erinnern, jemals schuld verspürt zu haben. Angst, verzweiflung, ja, aber nie schuld. Wahrscheinlich schreibst du aber von der zeit vor meiner ersten bewussten erinnerung
..
bewusst ja, doch es sind unbewusste Muster. Und genausowenig wie die Spitze des Eisberges beschließen kann woanders hinzuschwimmen als der Rest des Eisbergs, genausowenig lassen die Muster sich stoppen. Ohne Bewusstwerdung ist nur eine Symptomverlagerung möglich, also quasi als wenn der Eisberg sich mal auf eine andere Seite dreht.
Bewegt sich der eisberg in jedem fall ganz woanders hin, nur weil einem bestimmte muster bewusst werden? Zwischen sich etwas bewusst werden und sich dann effektiv anders zu verhalten, dabei frei von angst und schuld oder was auch immer zu agieren, braucht doch nocheinmal einen ganz anderen schritt, oder?