Kind bei Selbstmord mitnehmen?

Liebe Kinnarih und auch Reinfriede (ohne dass ich Deinen Beitrag hier jetzt zitiere),

Genau damit sprichst du ein Grundproblem unserer Gesellschaft an. Warum impliziert das diesen Gedankengang? Wenn jemand furchtbare Magenschmerzen hat und ich sag ihm liebevoll, bitte geh zum Arzt, empfindet das niemand als Unterstellung, er könne sein Leben nicht selber in den Griff kriegen. Warum ist es nicht genau so normal, wenn ich sehe, daß jemand furchtbare Seelenschmerzen hat, ihm zu sagen, bitte geh zum Fachmann? Es passieren einem im Leben gelegentlich Dinge, die einem über den Kopf wachsen. Bitte dann darf man Hilfe in Anspruch nehmen, ohne daß irgendwer zu glauben hat, man hätte nicht mehr alle Tassen im Schrank. Es sollte normal gesehen werden können, daß man bei Problemen Hilfe sucht!

Zunächst mal: ich meine nicht, dass "Profi-Hilfe" nicht auch das Richtige für Silesia sein könnte. Was ich meinte, ist, dass es nicht zwingend "Profi-Hilfe" sein muß. Und wer von uns will jetzt hier zuverlässig beurteilen, was für Silesia ansteht? Das ist etwas, das aus ihr kommen muß. Wenn jemand viel Schmerz in sich trägt, dann ist die effektivste Hilfe die, diesem Schmerz einfach den Raum zu geben, um sich auszudrücken. Natürlich kann man auch mit Tabletten und Diagnosen kontern und manchmal ist das auch das, was ansteht. Manchmal aber gerade nicht. Manchmal muß der Schmerz einfach -liebevoll begleitet - ausgedrückt werden. Und diese liebevolle Begleitung kann natürlich auch ein liebevoller Therapeut sein. Genauso aber auch ein anderer liebevoller Mensch, der seinen eigenen - verdrängten/unbewußten - Schmerz nicht damit zuklatscht, dass er über anderen die Stange bricht.

Wenn ich mit furchtbaren (Seelen-)Schmerzen zu jemandem komme und diese mit ihm teile, dann will ich nicht dass derjenige Distanz zwischen uns schafft, indem er mich an den "Fachmann" verweist. Ich will so angenommen werden wie ich gerade bin. Ich will gehalten werden. Ich will Empathie und Präsenz, - keine großes Gerede. Das ist das, was wirklich hilfreich ist. Und vielleicht entwickelt sich aus dieser Situation ein Bedürfnis danach, mir meine Schmerzthematik tatsächlich mit einem Profi genauer anzusehen, aber das kommt dann aus mir. Ein "Du solltest" ist wie ein Schlag ins Gesicht, auch wenn es nett gemeint ist.

Als ich meine "suizidale Phase" hatte, habe ich da eigentlich nie mit jemanden drüber gesprochen. Und zwar aus einem ganz einfachen Grund: weil ich sicherlichen den Rat-Schlag bekommen hätte, zu einem Profi zu gehen. Ich aber habe mir liebevolle Annahme gewünscht. Jeder gutgemeinte Ratschlag hätte mich in meinem Selbstbild und meiner Selbstverurteilung nur weiter bestärkt. Als ich mir schließlich diese liebevolle Annahme selber geben konnte, indem ich mir nämlich sagte, dass es völlig in Ordnung ist, wenn ich wie auch immer aus dem Leben scheiden will, da schließlich verschwanden meine Suizidgedanken und zwar komplett von heute auf morgen (nachdem ich diese jahrelang mal mehr und mal weniger bewußt mit mir herumgetragen habe).

Natürlich hätte mir theoretisch auch ein "Profi" diese liebevolle Annahme geben können, aber für mich stand es einfach nicht an. Das ist etwas, was jeder für sich entscheiden muß. Und am besten findet man diese Weisheit in sich in einer Athmosphäre liebevoller Annahme. Habe ich mich nun verständlicher ausgedrückt?

Katarina :)
 
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wißt ihr was? es geht SCHON WIEDER nur ums ego und um die frage, wer recht hat. ich finde das extrem destruktiv und ehrlich gesagt zum kotzen! man wird angegriffen, nur weil man eine meinung vertritt. sagt mal... gehts noch?
dies ist ein forum. das ist dazu da, daß man seine sicht darstellt. daß dann darüber gelacht wird oder empört dagegen protestiert wird auf persönlicher ebene, ist mega arm!
ich ziehe daraus die konsequenz hier nix mehr zu schreiben.
machts gut, alle miteinander :)
Ja, das ist das verzwickte daran :D

Gugg mal Dein Posting im Hinblick auf das, was Du kritisierst.


Dunkle Grüße,
Wyrm :clown:
 
Genau - das wird durch die völlig unzutreffende verharmlosende Beschreibung kaschiert : "das Kind mitnehmen". Wie wenn es um einen Ausflug geht, bei der man das Kind doch nicht alleine zurücklassen kann.

In der Realität geht es darum, dass Kinder erschossen, erschlagen, vergiftet, erstickt, ertränkt werden - und andere fürchterliche Handlungen mehr.

Und hier wird ernsthaft (?) die Frage diskutiert, ob es Situationen gibt, wo eine Mutter das tun soll ???

An anderer Stelle wurde seitenweise diskutiert, wie schlimm das wäre, wenn eine Katze einen Vogel frißt - und hier wird für Verständnis für eine Person geworben, die Kindsmord als "Lösung" anbietet ? Zunehmend kommt mir vor, dass es keine noch so dämliche oder erschreckende Meinungsäusserung gibt - ohne dass nicht sofort jemand herbei eilt und seine pseudo-spirituelle Hand über die betreffende Person hält.

Wenn jemand die Tötung eines Kindes überlegt, ist er entweder in einer hochgradigen psychischen Ausnahmesituation und braucht dringenst fachliche Hilfe - oder er ist kriminell. Bei "Selbst- und Fremdgefährdung" ist fachliche Hilfe einzuschalten. Punkt. Alles andere ist eine (strafbare !) "unterlassene Hilfeleistung".

Reinhard


Du sprichst mir aus der Seele Reinhard! Stimme voll und ganz zu!
 
Liebe Kinnarih und auch Reinfriede (ohne dass ich Deinen Beitrag hier jetzt zitiere),



Zunächst mal: ich meine nicht, dass "Profi-Hilfe" nicht auch das Richtige für Silesia sein könnte. Was ich meinte, ist, dass es nicht zwingend "Profi-Hilfe" sein muß. Und wer von uns will jetzt hier zuverlässig beurteilen, was für Silesia ansteht? Das ist etwas, das aus ihr kommen muß. Wenn jemand viel Schmerz in sich trägt, dann ist die effektivste Hilfe die, diesem Schmerz einfach den Raum zu geben, um sich auszudrücken. Natürlich kann man auch mit Tabletten und Diagnosen kontern und manchmal ist das auch das, was ansteht. Manchmal aber gerade nicht. Manchmal muß der Schmerz einfach -liebevoll begleitet - ausgedrückt werden. Und diese liebevolle Begleitung kann natürlich auch ein liebevoller Therapeut sein. Genauso aber auch ein anderer liebevoller Mensch, der seinen eigenen - verdrängten/unbewußten - Schmerz nicht damit zuklatscht, dass er über anderen die Stange bricht.

Wenn ich mit furchtbaren (Seelen-)Schmerzen zu jemandem komme und diese mit ihm teile, dann will ich nicht dass derjenige Distanz zwischen uns schafft, indem er mich an den "Fachmann" verweist. Ich will so angenommen werden wie ich gerade bin. Ich will gehalten werden. Ich will Empathie und Präsenz, - keine großes Gerede. Das ist das, was wirklich hilfreich ist. Und vielleicht entwickelt sich aus dieser Situation ein Bedürfnis danach, mir meine Schmerzthematik tatsächlich mit einem Profi genauer anzusehen, aber das kommt dann aus mir. Ein "Du solltest" ist wie ein Schlag ins Gesicht, auch wenn es nett gemeint ist.

Als ich meine "suizidale Phase" hatte, habe ich da eigentlich nie mit jemanden drüber gesprochen. Und zwar aus einem ganz einfachen Grund: weil ich sicherlichen den Rat-Schlag bekommen hätte, zu einem Profi zu gehen. Ich aber habe mir liebevolle Annahme gewünscht. Jeder gutgemeinte Ratschlag hätte mich in meinem Selbstbild und meiner Selbstverurteilung nur weiter bestärkt. Als ich mir schließlich diese liebevolle Annahme selber geben konnte, indem ich mir nämlich sagte, dass es völlig in Ordnung ist, wenn ich wie auch immer aus dem Leben scheiden will, da schließlich verschwanden meine Suizidgedanken und zwar komplett von heute auf morgen (nachdem ich diese jahrelang mal mehr und mal weniger bewußt mit mir herumgetragen habe).

Natürlich hätte mir theoretisch auch ein "Profi" diese liebevolle Annahme geben können, aber für mich stand es einfach nicht an. Das ist etwas, was jeder für sich entscheiden muß. Und am besten findet man diese Weisheit in sich in einer Athmosphäre liebevoller Annahme. Habe ich mich nun verständlicher ausgedrückt?

Katarina :)

Meine Freundin hat auch niemals was verlauten lassen ... hätte ich es gewußt, wäre ich mehr bei ihr gewesen. Wußte nichts von den Seelenqualen. Probleme ja ... aber nicht, wie stark sie belasten. Ich hätte ihr sicherlich auch den Rat gegeben professionelle Hilfe zu suchen. Aber auch angeboten sie zu begleiten ... Denn der "Profi" (wer auch immer das dann genau ist) soll ja kein Rat zum Abschieben sein.

Ich empfinde einen Suizidversuch als einen absoluten Hilferuf! Nein, es ist ein Hilfeschrei. Er zeigt aber auch ganz deutlich, dass im familiären und freundschaftlichen Umfeld einiges zu verbessern ist.
 
Wisst ihr, ich würde meiner Tochter nie etwas antun. Diese Liebe zu ihr besitzt mich als gesamtes, wir sind eins. Geht es mir schlecht, geht es ihr schlecht, sie riecht auf Kilometer wenn etwas mit Mama nicht stimmt.
Ich habe diese Gefühle aus meiner Kindheit, vom Erlebnis mit meiner Mutter: Ich hätte mit ihr gehen wollen, damals als auch heute!
Macht mir das Angst? Ja, es macht mir Angst, es bringt mich zur Überlegung, ob Mutter und Kind sich (bei enormer Bindung) überhaupt trennen lassen.
Das kann nicht durch Moral beantwortet werden, es kann auch nicht von irgend einem Menschen, egal wem, tabuisiert werden.
Es bedeutet für mich nicht potenziellen Mord, wie gesagt: Für mich.
Aber nur in diesem Zusammenhang, denn ich bin mir absolut im Klaren, was Mord bedeutet.



Hab gerade nur eine kleine Pause, muss dann wieder zur Girlsband (Tochter & Tageskinder/Vertretungskind).

 
Wenn jemand die Tötung eines Kindes überlegt, ist er entweder in einer hochgradigen psychischen Ausnahmesituation und braucht dringenst fachliche Hilfe - oder er ist kriminell. Bei "Selbst- und Fremdgefährdung" ist fachliche Hilfe einzuschalten. Punkt. Alles andere ist eine (strafbare !) "unterlassene Hilfeleistung".

Reinhard
Hei Du :)

Ich verstehe das jetzt nicht ganz, erklärs mir bitte im Hinblick auf
unterlassene Hilfeleistung im Zusammenhang mit Deiner Kampagne,
und inwiefern das ganze einen Bezug zu Silesia hat.

Silesia beschreibt Ihre Vergangenheit, ein Thrauma aus ihrer Kindheit.

Es geht ja in diesem Thread u.a. um Silesias Sicht aus ihren Kinderaugen auf das,
was sie damals erlebt hat und wie das heute noch wirkt

Du bist ja erfahren, was das betrifft, soweit ich Dich gelesen habe...
siehst Ihre Resonanz in Ihren Antworten auf Deine Postings in den ersten Seiten.

Ich sehe das ähnlich wie Du im letzten Absatz, wobei ich statt "fachlich" kompetent verwende,
weil das mehr Möglichkeiten beinhaltet und weniger Raum der Verschleierung bietet (rein vom begrifflichen her).

In der heutigen Zeit der PseudoEsoterik siehst Du das bestimmt ähnlich.


Dunkle Grüße,
Wyrm :clown:


edit: Der Vollständigkeit halber ;)

Genau - das wird durch die völlig unzutreffende verharmlosende Beschreibung kaschiert : "das Kind mitnehmen". Wie wenn es um einen Ausflug geht, bei der man das Kind doch nicht alleine zurücklassen kann.

In der Realität geht es darum, dass Kinder erschossen, erschlagen, vergiftet, erstickt, ertränkt werden - und andere fürchterliche Handlungen mehr.

Und hier wird ernsthaft (?) die Frage diskutiert, ob es Situationen gibt, wo eine Mutter das tun soll ???

An anderer Stelle wurde seitenweise diskutiert, wie schlimm das wäre, wenn eine Katze einen Vogel frißt - und hier wird für Verständnis für eine Person geworben, die Kindsmord als "Lösung" anbietet ? Zunehmend kommt mir vor, dass es keine noch so dämliche oder erschreckende Meinungsäusserung gibt - ohne dass nicht sofort jemand herbei eilt und seine pseudo-spirituelle Hand über die betreffende Person hält.
 
@ Lieber Reinhard Wohnst Du nicht in der Nähe von Silesia? Könntest Du ihr nicht persönlich zur Seite stehen?
Ich selbst bin 300 km entfernt - kenne aber zB. am Wohnort Silesia's eine sehr liebe Frau und Beraterin, die ich ihr auf ihren Wunsch gerne per PN sage. Die das Leben als Allein-Erzieherin aus eigener Erfahrung SEHR gut kennt ...

LG, Reinhard
 
Hier stellt jemand allen Ernstes zur Diskussion, ob Kindsmord in gewissen Fällen in Ordnung sei!?

Ich stelle nicht zur Frage, dass ich mir wüschte, meine Mutter hätte mich damals mitgenommen.
Ich stelle fest, dass ich mit ihr in den Tod gehen wollte, dass ich von ihr verlange, dass sie zumindest mich (zu meiner Schwester hatte sie nie so ein enges Verhältnis und diese war schon älter) mitnimmt, egal wohin.
Ich stelle fest, dass meine Gefühle es nicht als Mord empfinden, hätte meine Mutter mir das Leben genommen.

Was fiel ihr ein.. ich lege mich heute während dem Mittagsschlaf auch nicht neben Melina und nehme mir das Leben, mach mich daneben aus dem Staub, sag ihr nicht bescheid, lass sie einfach dort schlafen, sie wacht auf, Mama ist gegangen, obwohl sie noch dort liegt. Aber sie reagiert nicht mehr...
Wie kann man nur. Ich möchte nicht .. ich kann nicht ohne den Hauptdarsteller gehen.
 
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Wisst ihr, ich würde meiner Tochter nie etwas antun. Diese Liebe zu ihr besitzt mich als gesamtes, wir sind eins. Geht es mir schlecht, geht es ihr schlecht, sie riecht auf Kilometer wenn etwas mit Mama nicht stimmt.
Ich habe diese Gefühle aus meiner Kindheit, vom Erlebnis mit meiner Mutter: Ich hätte mit ihr gehen wollen, damals als auch heute!
Macht mir das Angst? Ja, es macht mir Angst, es bringt mich zur Überlegung, ob Mutter und Kind sich (bei enormer Bindung) überhaupt trennen lassen.
Das kann nicht durch Moral beantwortet werden, es kann auch nicht von irgend einem Menschen, egal wem, tabuisiert werden.
Es bedeutet für mich nicht potenziellen Mord, wie gesagt: Für mich.
Aber nur in diesem Zusammenhang, denn ich bin mir absolut im Klaren, was Mord bedeutet.



Hab gerade nur eine kleine Pause, muss dann wieder zur Girlsband (Tochter & Tageskinder/Vertretungskind).


Ob sie sich trennen lassen? Nein, wohl nicht. Aber das ist emotional gesehen nur so. Dennoch kann jeder für sich leben,überleben und auch glücklich leben.
 
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