K
Katarina
Guest
Liebe Kinnarih und auch Reinfriede (ohne dass ich Deinen Beitrag hier jetzt zitiere),
Zunächst mal: ich meine nicht, dass "Profi-Hilfe" nicht auch das Richtige für Silesia sein könnte. Was ich meinte, ist, dass es nicht zwingend "Profi-Hilfe" sein muß. Und wer von uns will jetzt hier zuverlässig beurteilen, was für Silesia ansteht? Das ist etwas, das aus ihr kommen muß. Wenn jemand viel Schmerz in sich trägt, dann ist die effektivste Hilfe die, diesem Schmerz einfach den Raum zu geben, um sich auszudrücken. Natürlich kann man auch mit Tabletten und Diagnosen kontern und manchmal ist das auch das, was ansteht. Manchmal aber gerade nicht. Manchmal muß der Schmerz einfach -liebevoll begleitet - ausgedrückt werden. Und diese liebevolle Begleitung kann natürlich auch ein liebevoller Therapeut sein. Genauso aber auch ein anderer liebevoller Mensch, der seinen eigenen - verdrängten/unbewußten - Schmerz nicht damit zuklatscht, dass er über anderen die Stange bricht.
Wenn ich mit furchtbaren (Seelen-)Schmerzen zu jemandem komme und diese mit ihm teile, dann will ich nicht dass derjenige Distanz zwischen uns schafft, indem er mich an den "Fachmann" verweist. Ich will so angenommen werden wie ich gerade bin. Ich will gehalten werden. Ich will Empathie und Präsenz, - keine großes Gerede. Das ist das, was wirklich hilfreich ist. Und vielleicht entwickelt sich aus dieser Situation ein Bedürfnis danach, mir meine Schmerzthematik tatsächlich mit einem Profi genauer anzusehen, aber das kommt dann aus mir. Ein "Du solltest" ist wie ein Schlag ins Gesicht, auch wenn es nett gemeint ist.
Als ich meine "suizidale Phase" hatte, habe ich da eigentlich nie mit jemanden drüber gesprochen. Und zwar aus einem ganz einfachen Grund: weil ich sicherlichen den Rat-Schlag bekommen hätte, zu einem Profi zu gehen. Ich aber habe mir liebevolle Annahme gewünscht. Jeder gutgemeinte Ratschlag hätte mich in meinem Selbstbild und meiner Selbstverurteilung nur weiter bestärkt. Als ich mir schließlich diese liebevolle Annahme selber geben konnte, indem ich mir nämlich sagte, dass es völlig in Ordnung ist, wenn ich wie auch immer aus dem Leben scheiden will, da schließlich verschwanden meine Suizidgedanken und zwar komplett von heute auf morgen (nachdem ich diese jahrelang mal mehr und mal weniger bewußt mit mir herumgetragen habe).
Natürlich hätte mir theoretisch auch ein "Profi" diese liebevolle Annahme geben können, aber für mich stand es einfach nicht an. Das ist etwas, was jeder für sich entscheiden muß. Und am besten findet man diese Weisheit in sich in einer Athmosphäre liebevoller Annahme. Habe ich mich nun verständlicher ausgedrückt?
Katarina
Genau damit sprichst du ein Grundproblem unserer Gesellschaft an. Warum impliziert das diesen Gedankengang? Wenn jemand furchtbare Magenschmerzen hat und ich sag ihm liebevoll, bitte geh zum Arzt, empfindet das niemand als Unterstellung, er könne sein Leben nicht selber in den Griff kriegen. Warum ist es nicht genau so normal, wenn ich sehe, daß jemand furchtbare Seelenschmerzen hat, ihm zu sagen, bitte geh zum Fachmann? Es passieren einem im Leben gelegentlich Dinge, die einem über den Kopf wachsen. Bitte dann darf man Hilfe in Anspruch nehmen, ohne daß irgendwer zu glauben hat, man hätte nicht mehr alle Tassen im Schrank. Es sollte normal gesehen werden können, daß man bei Problemen Hilfe sucht!
Zunächst mal: ich meine nicht, dass "Profi-Hilfe" nicht auch das Richtige für Silesia sein könnte. Was ich meinte, ist, dass es nicht zwingend "Profi-Hilfe" sein muß. Und wer von uns will jetzt hier zuverlässig beurteilen, was für Silesia ansteht? Das ist etwas, das aus ihr kommen muß. Wenn jemand viel Schmerz in sich trägt, dann ist die effektivste Hilfe die, diesem Schmerz einfach den Raum zu geben, um sich auszudrücken. Natürlich kann man auch mit Tabletten und Diagnosen kontern und manchmal ist das auch das, was ansteht. Manchmal aber gerade nicht. Manchmal muß der Schmerz einfach -liebevoll begleitet - ausgedrückt werden. Und diese liebevolle Begleitung kann natürlich auch ein liebevoller Therapeut sein. Genauso aber auch ein anderer liebevoller Mensch, der seinen eigenen - verdrängten/unbewußten - Schmerz nicht damit zuklatscht, dass er über anderen die Stange bricht.
Wenn ich mit furchtbaren (Seelen-)Schmerzen zu jemandem komme und diese mit ihm teile, dann will ich nicht dass derjenige Distanz zwischen uns schafft, indem er mich an den "Fachmann" verweist. Ich will so angenommen werden wie ich gerade bin. Ich will gehalten werden. Ich will Empathie und Präsenz, - keine großes Gerede. Das ist das, was wirklich hilfreich ist. Und vielleicht entwickelt sich aus dieser Situation ein Bedürfnis danach, mir meine Schmerzthematik tatsächlich mit einem Profi genauer anzusehen, aber das kommt dann aus mir. Ein "Du solltest" ist wie ein Schlag ins Gesicht, auch wenn es nett gemeint ist.
Als ich meine "suizidale Phase" hatte, habe ich da eigentlich nie mit jemanden drüber gesprochen. Und zwar aus einem ganz einfachen Grund: weil ich sicherlichen den Rat-Schlag bekommen hätte, zu einem Profi zu gehen. Ich aber habe mir liebevolle Annahme gewünscht. Jeder gutgemeinte Ratschlag hätte mich in meinem Selbstbild und meiner Selbstverurteilung nur weiter bestärkt. Als ich mir schließlich diese liebevolle Annahme selber geben konnte, indem ich mir nämlich sagte, dass es völlig in Ordnung ist, wenn ich wie auch immer aus dem Leben scheiden will, da schließlich verschwanden meine Suizidgedanken und zwar komplett von heute auf morgen (nachdem ich diese jahrelang mal mehr und mal weniger bewußt mit mir herumgetragen habe).
Natürlich hätte mir theoretisch auch ein "Profi" diese liebevolle Annahme geben können, aber für mich stand es einfach nicht an. Das ist etwas, was jeder für sich entscheiden muß. Und am besten findet man diese Weisheit in sich in einer Athmosphäre liebevoller Annahme. Habe ich mich nun verständlicher ausgedrückt?
Katarina
