Tja, lauter Extreme.
Die neue weichgepülte Erziehung welche den Lehrern und Erziehern jede Möglichkeit nimmt zu reagieren ist auch nicht das Wahre. Die Lehrer in der Klasse meines Sohnes sind mehr damit beschäftigt Kinder zu erziehen als ihnen Lernstoff näher zu bringen.
Sie müssen nicht sitzen bleiben. Sie dürfen Spielsachen in die Schule mit nehmen, was soweit geht, dass bis in die dritte Klasse VS Kinder mir Teddybärchen und Kuschelwindeln auftauchen ohne die sie nicht lernen können. Sie dürfen trinken, wann sie wollen, sie dürfen nicht schief angeschaut geschweige denn gerügt werden. Sie dürfen sich zur wehr setzen und ihre eigene Meinung vertreten und das mit Nachdruck. Und das alles wohlgemerkt immer, also auch mitten im Unterricht und nicht etwa nur in der Pause. So die neuen Richtlinien.
Das das alles Kacke ist, wie es sowohl von Eltern als auch den Kindern ausgelegt wird, is Tatsache.
Das sieht dann ungefähr so aus: Franzi steht auf, der muß pipi (darf er, denn das ist Gesetz, dass man die Kinder nicht daran hindern darf auf die Toilette zu gehen, egal ob 5 Min vorher Pause war). Gabi steht auf, sie muß unbedingt und jetzt sofort trinken (darf man auch nicht verhindern, denn wenn ein Kind JETZT Standerpede Durst hat, muß man es trinken lassen auch dann wenn nur mehr 15 Min bis zur nächsten Pause sind). Heinz hat sich ohne zu fragen den Stift von Helge genommen und kriegt Eins von Diesem auf die Nuss (man darf, nein! man SOLL sich ja wehren!). Karin träumt beim Fenster raus (darf man auch nicht verhindern, denn es is Wichtig der kindlichen Fantasie freien Lauf zu lassen). Michaela spielt mit ihrem Teddybären statt die Aufgabe zu lösen und Karli lutscht an seiner Windel.
Mittlerweile ist eine halbe Stunde des Unterricht darauf gegangen all diese Dinge zu regeln wobei noch nicht erwähnt wurde, das Karli heute keinen Bock hat seine Matheübung zu machen (er darf ja seine Meinung haben und diese auch vertreten! und die ist nun mal so das er Mathe doof findet! Jawohlja!) und von der Lehrkraft mit Müh und Not und aller Kunst davon überzeugt werden muß, dass Mathe in unserer Gesellschaft notwendig ist und dazu lang und breit bei Laune gehalten und animiert werden muß......übrig bleibt ein Rest Kinder, die vllt gern Unterricht folgen würden, denen es aber dadurch recht schwer gemacht wird bei der Sache zu bleiben und sich zu konzentrieren, bei all diesen aufregenden und zu beobachtenden Geschehnissen. Und wehe der Lehrer läßt das eine oder andere Begehren des Kindes nicht zu, kann er sich darauf gefasst machen das eine bitterböse Mutti oder Vati aufkreuzen und ihm die Leviten lesen sowie ihn auf die neuen Richtlinien aufmerksam machen.
Aber wehe der Helge kriegt keine Reaktion von der Lehrerin ab, denn da kreuzt auch Mutti auf, denn wie kann es sein, dass der Helge dem eigenen Söhnchen wegen eines "nur geborgten" Stiftes eines auf die Nuss gibt.
Ich bin der Ansicht, dass es genug Lehrer und Erzieher gibt die sich sehr bemühen und die es wirklich sehr schwer haben. Ich habe bei einem Elternforum am Beginn der dritten Klasse VS dafür plädiert Spielsachen,
nach einer Eingewöhnungsphase des Kindes in der ersten Klasse VS, in der Schule nicht mehr zu erlauben. Die meisten anderen Eltern gaben mir recht, da es mehr Stress verursachte als es Gutes tat. Eine Mutter nur ist darob fast in Trännen ausgebrochen wie grausam das doch sei, denn ihr Töchterchen könne ohne ihren Teddy nicht leben (wohlgemerkt: 3 Klasse VS). Ich sagte ihr wie lächerlich das ist und sie ihr Kind vollkommen unterschätze und ob es nicht eher so sei, dass sie es braucht, dass ihr Kind nen Teddy in die Schule mitnimmt und damit eine Sonderstellung einnehmen möchte. Wenn alle keine Spielsachen mehr im Unterricht haben dürfen, dann wird das Töchterchen das auch verstehen. Bei den Lehrern hatte ich den Eindruck, dass sie froh darüber waren, dass das ein Elternteil ansprach und nicht sie zum Ziel werden mussten.