Ich war eigentlich Zeit meines Lebens in einer Beziehung....zuerst 5 Jahre mit meinem Jugendfreund und dann 28 Jahre in einer Ehe.
Vor 8 Jahren starb mein Mann und seitdem lebe ich allein.
Anfangs dachte ich, dass ich das nicht überleben kann.
Heute bin ich mir selbst so genug, dass ich wahrscheinlich gar keinen Menschen mehr in meiner Nähe ertragen könnte.
Ich bin zwar allein (und ich genieße es unendlich), aber ich bin nicht einsam.
Ich hab sogar festgestellt, dass ich in den Jahren des Gebundenseins manchmal sehr viel einsamer war als heute. Und diese Einsamkeit war sehr viel schmerzhafter.
Letztendlich sind wir immer mit uns allein. Wir kommen allein auf diese Welt und verlassen sie auch wieder allein.
Es ist zwar schön, wenn es Menschen gibt, die uns ein Stück des Weges begleiten.
Doch die wirklich beglückenden Momente der Zweisamkeit sind doch immer nur kurze Augenblicke...machen wir uns da nichts vor.
Ich habe sehr viele Menschen, die mir wichtig waren, loslassen müssen (darunter auch meinen Mann und meinen Sohn), aber ich verspüre dennoch ein ungeheures Gefühl von Liebe und Geborgenheit und ich fühle mich überhaupt nicht allein, auch wenn ich es körperlich durchaus bin.
Daher weiß ich heute, dass Alleinsein nichts mit Abwesenheit von anderen Menschen zu tun hat.
Es ist ungeheuer befreiend, wenn das eigene Wohlbefinden nicht mehr davon abhängt, ob ich jemanden neben mir habe oder nicht.
Dieser Weg ist durchaus steinig, aber er lohnt sich allemal.
Ich gebe allerdings gerne zu, dass ich in jüngeren Jahren das niemals geglaubt hätte