Ist Wahrheit Meinung?

N

Namo

Guest
fckw schrieb:
Hinter 2+2=4 steckt keine Ordnung.
Das ist eine Meinung.
Das sind Symbole, die erst der Interpretation bedürfen.
Das ist eine Meinung.
Ob sie auf eine Ordnung verweisen oder nicht - das ist ein anderes Thema.
Das ist eine Meinung.
Aber zum Diskurs über diese womögliche Ordnung benötigen wird ZUERST die Interpretation der Symbole, und die ist intersubjektiv.
Das ist eine Meinung.

Eine Meinung kann man seinem Frisör erzählen.

Es gibt Argumente.

Sokrates hat argumentiert. Ich habe hier seine Argumentation zitiert.

Du hast dem Deine Meinung entgegen gesetzt, aber kein Argument.

Ein Argument ist eine Aussage zu einer Aussage.

Ein valides Argument basiert auf einer gemeinsam anerkannten Basis.

Wenn Deine Basis - Deine persönliche Meinung - als einzige Referenz anerkennt, dann haben wir keine gemeinsame Basis.

Ich anerkenne die Philosophie der Logik.

Namo
 
Werbung:
B

Bael

Guest
Nach Tarots aussage..........

Waäre die Wahrheit wenn man alle Meinungen nehmen würde und alles durch die Anzahl derselben dividiert? :rolleyes:
 

Eberesche

Sehr aktives Mitglied
Registriert
14. Mai 2004
Beiträge
2.176
Ort
vielleicht ein bisschen näher dran
Bael schrieb:
Nach Tarots aussage..........

Waäre die Wahrheit wenn man alle Meinungen nehmen würde und alles durch die Anzahl derselben dividiert? :rolleyes:
Häää, das habe ich gesagt??????????? Gemeint habe ich es nicht so. Auf keinen Fall.
Das ist nicht wahr. :ironie: Aaaber wenn alle die gleiche Meinung haben, warum nicht? Ha.
Eine Meinung kann keine Wahrheit machen, viele Meinungen auch nicht!
Tarot
 
N

Namo

Guest
Tarot schrieb:
Nein, Wahrheit ist keine Meinung, denn Meinung ist ja nicht wahr sondern.... Wahrheit ist ja. Meinung wird gebildet, jeder hat eine andere. Wahrheit sollte ja für alle gleich sein.
Liebe Tarot,
es tut gut unter all diesen postings das zu lesen. :blume:

LG

Namo
 

fckw

Sehr aktives Mitglied
Registriert
27. Juni 2003
Beiträge
7.475
Ort
Zürich
Tarot schrieb:
stukturierten Menschen:
2 + 2 = 4, das ist in Ordnung, also wahr?
Für mich ist die Mathematik wahr, weil die Dinge feststehen und jeder sie gleich sieht. Da kann man nicht dran rütteln 2 + 2 = 4. Das ist doch so oder?
Hat nicht jeder seine eigene Wahrheit?
Wenn ein Ball z.B. blau ist, ist das wahr? Sind denn die festgelegten Begriffe, wie Zahlen und Farben überhaupt wahr? Ist ein Baum ein Baum, ist er wahr?
Ist der Baum wahr, weil ich ihn anfassen kann? Eine Beschreibung des Baumes wäre wahrscheinlich nicht wahr, weil jeder den Baum anders sieht. Also gibt es viele Wahrheiten. Also gibt es viele Wahrheiten?
:confused4 Tarot
Ich dachte auch, als ich aus der Schule kam, dass "2+2=4" immer einfach ohne weiteres gültig ist. Bis wir dann an der Uni die mathematischen Grundlagen der Informatik behandelten. Dort mussten wir uns zuerst mal der Frage stellen, was ein einfaches Symbol wie "+" überhaupt bedeutet. Es ist pure Konvention, dass "+" für eine Addition (Addition hier im Sinne von Namos ewiger Ordnung) steht, man hätte auch das Zeichen "#" für eine Addition benutzen können.

Das allein besagt noch nicht allzu viel. Es ist ja auch wirklich nicht sehr wichtig (ausser in Spezialfällen) ob wir schreiben "2+2=4" oder "&#&xf", so lange wir damit die gleiche Ordnung hinter den Dingen bezeichnen. Das geht für einfache Fälle ja auch ganz gut. In Extremfällen kann es aber problematisch werden, weil plötzlich nicht mehr klar ist, wie die Konvention, also die Bedeutung von "+" auszulegen ist. Was gibt beispielsweise "unendlich + 2 = ???"? Hier bedarf es einer weiteren Konvention, also eines Regelsets, das genau besagt, wie diese Situation zu lösen ist. Alles schön und gut - bloss: Auch diese Konventionen besitzen ihre Grenzfälle, die wieder zu lösen wären und so geht es offenbar unendlich lange immer weiter! Nichts als ein formales System auf dem andern, das letztlich lauter Konventionen sind. Irgendein Mathematiker, weiss den Namen leider nicht mehr, hat das in einen Satz ausgedrückt, das Unvollständigkeitstheorem: "Entweder ist ein formales System vollständig und besitzt mind. 1 unbewiesenen Satz (z.B. als Axiom), oder dann ist das System schlicht und ergreifend unvollständig." Ungefähr so ging seine Definition, die ich jetzt nicht mehr richtig im Kopf habe. (Dieser Satz wurde bisher weder widerlegt noch bewiesen, so weit ich informiert bin).

Oha. Was ist jetzt mit der ach-so-offensichtlichen Ordnung hinter den Dingen? Ist die denn jetzt noch ganz so offensichtlich wie wir das zuvor gemeint hatten?

Nun gilt das aber nicht bloss für Mathematik. Es gilt für den Alltag ebenso. Wir können Sprache als eine Art formales System verstehen, das auf Konventionen aufbaut, die schlicht nicht weiter hinterfragt wurden. Und genau darum gibt es im Alltag immer wieder Missverständnisse. "To table something" heisst im brit. Englisch und im us-amerik. Englisch so ziemlich das Gegenteil. Darum ist es für mich überhaupt nicht so klar wie anscheinend für Namo, welche Ordnung jeweils im Detail angesprochen ist oder wie diese Ordnung aussieht, wenn irgendwo ein Satz steht oder ein Gespräch geführt wird, sobald wir auch bloss die allergeringste Abweichung von den einfachstmöglichen Fällen der Kommunikation machen. Darum versuche ich Meinungen zu deuten. Nicht weil Wahrheit eine Meinung wäre, sondern weil ich die Meinung deuten muss, um zur Wahrheit zu gelangen.
 

fckw

Sehr aktives Mitglied
Registriert
27. Juni 2003
Beiträge
7.475
Ort
Zürich
"Ceci n'est pas une pipe."
"Dies ist keine Pfeife."

Gemäss Namo ist eine Pfeife immer eine Pfeife.
fckw sagt: Das Bild ist ein Bild und keine Pfeife. Es verweist auf die Pfeife, aber es ist und bleibt ein Bild.
Namo behauptet: Das ist deine Meinung.
 
Werbung:
Oben