Magische Effekte hervorzurufen macht einem nicht direkt zu einem Magier, genau so wenig wie es aus niemanden einen Radrennfahrer macht, nur weil er hin und wieder hobbymäßig seine Runden dreht.
Die Magie hat viele verschiedene Ansichten und Aspekte und diese hängen oft von den praktizierenden Magiern selbst ab. Ich würde allerdings meinen, dass Glaube im religiösen Sinne, nicht den Kern der Magie darstellt, sondern eher in Richtung Okkultismus und Religiosität selbst geht. Religiosität schließt ja Spiritismus und geistige Arbeit nicht aus, nur macht das aus einem auch kein Magier.
Die Magier mit denen ich zu tun hatte und wie ich auch selbst zur Magie gekommen bin, sind alle "ungläubisch" und nehmen die Dinge selbst in die Hand, natürlich einschließlich der Risiken aber auch der Erfolge und daran wächst man als Magier.
Details dazu und wieso Glaube in der Magie sehr schnell schwierig werden kann, stehen hier
https://www.esoterikforum.at/threads/was-ist-denn-nun-magie.243586/post-7465100
Allerdings schließt es sich nicht völlig aus, Gläubig zu sein und ein Magier zu sein, es gibt auch viele Naturwissenschaftler die religiös sind, obwohl sie mit harten Fakten (teils inhaltlich widersprüchlichen zur Bibel) erfolgreich arbeiten.
Der nächste Punkt - anhand des Beispiels der katholischen Kirche - ist ja was einem Magier und Priester unterscheidet. Grundsätzlich ist ein Priester auch ein Magier der anhand kultureller oder rechtlicher Umstände das Amt öffentlich inne hat. So, nun ist ein Pfarrer grundsätzlich auch ein Magier, wenngleich ein konfessioneller Magier, man würde ihn nur niemals so bezeichnen. Nur auch dieser Pfarrer hat im Zuge seiner Ausbildung bis hin zu seiner Initiierung (Priesterweihe) viele notwendige Erkenntnisse erlangen müssen und qualifiziert sich - wenn auch für eine eher dogmatische Variante - der Magie die von ihm erwartet wird. Sakramente = Ritualistik.
Nun stellt sich die Frage, ob ein Priester im Allgemeinen genau so Magier ist oder nicht. Es stellt sich die Frage wie der persönliche Anspruch darin positioniert ist und inwiefern eine grundsätzliche Freiheit (eben, ohne Dogmen) für einen modernen Magier notwendig ist um ihn als solchen zu betrachten. Ich habe mit einigen Pfarrern darüber gesprochen und sie sind sich selbst uneinig, einer verwies bei der Frage: Magier oder nicht? Direkt auf Exorzisten und meinte, die haben da eine ganz andere Ausbildung obendrauf auf die Priesterweihe. Also auch dort scheint man sich nicht wirklich einig zu sein, wie das nun aussieht.
Ich würde aber meinen, dass der moderne freie Magier, das ist was man unter ernsthafte Magie versteht. Sobald die Sache religiös wird, kann das in viele verschiedene Richtungen gehen w.o.a. es muss ja nicht der Begriff Magier sein, vor allem da dieser eben sehr methodisch arbeitet und Glauben im Allgemeinen eine untergeordnete Rolle hat. Wie bei einem Handwerker, der jetzt auch nicht an Gott glauben muss während er sein Werkzeug verwendet. Wenn Geister oder andere Wesen in der Magie gerufen werden, dann nicht aus Glauben heraus, sondern aus Kenntnis, da kannst du jeden Beschwörer fragen, oder andere die viel mit Geistwesen arbeiten, wie auch Schamanen, für den ist das keine Glaubensfrage, genauso wenig wie es für mich eine ist, wenn ich vor einem roten Auto stehe und mir überlege, ob es rot ist. Ja ist es, da brauche ich nichts glauben. In der modernen Magie geht es darum Dinge zu wissen, die andere nur glauben..
Das wäre mein Querschnitt/Senf dazu und
ich zeichne mit besten Grüßen,
Der Magier