Israel und die Palästinenser

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Willst du mit der Aussage "Es gibt zwei Wahrheiten. Die Eine ist man Selbst. Und die Zweite ist das Wunschdenken." sagen, dass man es selber vielleicht auch nicht besser gemacht hätte? Es wäre schade, wenn es so wäre.

Was meinst du, wenn du sagst, der ewige Jude steckt in in allen? Heisst das, dass der Mensch stets auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist? Ich glaube, das kann man nicht verallgemeinern.


Hallo Opti

Versetz dich mal ins Mittelalter der Kreuzzüge und ins Deutschland der Nazizeit.
Du lebst jetzt aber wie hättest du dich in diesen Zeiten verhalten?

Mit dem ewigen Juden ist was völlig anderes gemeint.
Ich meinte die Leidensfähigkeit des Menschen egal was er ist.

Gruß Derio
 
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Hurra, Sage kommt ab von der Verallgemeinerung...
Schade nur, dass es sich wahrscheinlich nur auf "Juden" bezieht.

Da Israel nicht nur aus Juden besteht und nicht alle Juden so extrem drauf sind, wie Du,
wird sich die Freude in Grenzen halten.
LGA

shalom akwaaba,

würdest du das judentum kennen oder dich mit judentum beschäftigen wüsstest dudass in judentum 2 verschiedene religiöse richtungen gibt... ausserdem gab schon immer sephardim und askenasim...sehr grosse unterschied...schön das du noch weisst das in israel auch araber, christen und welche völker auch immer leben...

shimon1938
 
würdest du das judentum kennen oder dich mit judentum beschäftigen wüsstest dudass in judentum 2 verschiedene religiöse richtungen gibt... ausserdem gab schon immer sephardim und askenasim...sehr grosse unterschied...schön das du noch weisst das in israel auch araber, christen und welche völker auch immer leben...

Hallo Shimon,
ich habe nie behauptet, dass es nicht zwei verschiedene Richtungen gibt.
Kannst Du mal erklären was sephardim und askenasim ist ?
Ist leider nicht in meinem Wortschatz bisher.

LGA
 
Hallo Shimon,
ich habe nie behauptet, dass es nicht zwei verschiedene Richtungen gibt.
Kannst Du mal erklären was sephardim und askenasim ist ?
Ist leider nicht in meinem Wortschatz bisher.

LGA


Sephardim = aus dem spanischen Raum stammend
Askenasim = aus dem deutsch-polnischen Raum stammend


Den genauen Unterschied zu erklären überlasse ich aber besser Shimon :)
 
Hallo Opti

Versetz dich mal ins Mittelalter der Kreuzzüge und ins Deutschland der Nazizeit.
Du lebst jetzt aber wie hättest du dich in diesen Zeiten verhalten?

Mit dem ewigen Juden ist was völlig anderes gemeint.
Ich meinte die Leidensfähigkeit des Menschen egal was er ist.

Gruß Derio

Aha: steht "der Jude" für Leidensfähigkeit?

So gut kenne ich keine Juden, aber das erscheint mir doch auch ein wenig pauschal. Vor allem, wenn Du sagst, dass jeder Mensch leidensfähig ist. Wieso sollte das den Juden (wer ist eigentlich "der Jude"?) besonders kennzeichnen?
 
Die sephardische und die ashkenasische Juden.

Nach der (zweiten) Zerstörung des Tempels verliessen viele Juden Palestina. Mit Aufkommen des Islams besiedelten Juden auch islamische Länder und nach der maurische Eroberung Spaniens siedelten Juden auch in Spanien an.
In den Diversen Kalifaten Spaniens lebten die Juden relitiv gesichert unter dem Schutz der jeweiligen Kalifen.

Für mich liegt der wesentliche Unterschied nicht in der Relligon, sondern in Ihre Kultur und Umgangssprache. Sephardische Juden sprachen im Mittelalter und bis in die Neuzeit eine als "LADINO" bezeichnete mittelalterliche spanische Sprache und es bestimmte auch ihre ganze Kultur. Die sephardische Synagogen in Nordafrika und Süd-Spanien sind ganz anders, als die Synagogen in Deutschland Österrech oder in Polen biis nach den baltischen Ländern. Sepharsdische Synagogen haben mehr Farbe, dort wurden die Wände mit Fliessen geschmückt, so wie die Mosches auch. Also diese sephardische Kultur hat viel von den Arabern gelernt.

Askenasische Judentum entstand erst nach der Vertreibung der Juden aus Spanien (1492). Ihre Sprache war das sog. Jiddische. Ihre Typische Musik ist der Kletzmer, Hochzeitsmusik. Diese Musik lehnt sich an polnisch Russische Elemente und genauso lebensfroh wie die menschen dort wo es entstand.

Die Sprache der Tora (die relligiöse Sprache des Gottesdienstes) blieb weiterhin die Häbräische. Im Mittelalter gab es nur "orthodoxe" Juden, die die Thora nicht übersetzt hatten. Im Gottesdiesnt wurde auch nur Hebräisch benutzt. Erst im 18 Jh, als Auswirkung der sog. Aufklärung, wurde vom Moses Mendelsohn die Thora übersetzt. Das ist der Werk von Aschkenasim, und dadurch entstand das Lieberale Judentum.

Meines Wisssens ist Ladino so gut wie ausgestorben, vieleicht wird noch in Nord Afrika Ladino gesprochen. Die polnisch - russische Gebiete, wo am Meisten die Jiddische gesprochen wurde, ist heute so gut wie "judenfrei". Es ist die Auswirkung der Shoah, dass die Sprache verschwand. Heute wird noch etwas jiddisch in Israel gesprochen, wie auch in New York, wo sich auch viele Überlebende der Shoah angesiedelt haben und die Sprache neben englisch gesprochen wird.

Aus meine Sicht sind die Unterschiede zwischen sephardische und askenasische Juden nicht so sehr relligiöse sondern eher kulturelle.

Shabbat Shalom,

Shimon1938
 
Die Sicht des jüdischen Politologen Norman Finkelstein (wie auch Noam Chomsky's) auf den Nahost-Konflikt, nachzulesen hier: Artikel von Norman Finkelstein
Ab Mitte der 70ger Jahre wurde dann an einem Entwurf gearbeitet, der die 'UN-Resolution 242' etwas modifizieren sollte; er sah die Bildung eines Palästinensischen Staats bestehend aus Gaza u. der West Bank vor; davor müßte Israel sich allerdings auf seine Vor-Juni-1967-Grenzen zurückziehen. Durch diese Regelung sollte endlich eine Lösung des Israelisch-Palästinensichen Konflikts erzielt werden.

Abgesehen von den USA, Israel (u. jeweils einzelnen, von den USA besonders abhängigen Staaten) bestand in der Weltgemeinschaft während des ganzen letzten Vierteljahrhunderts Konsens darüber, daß (im Nahostkonflikt) die Formel: 'Vollständiger Rückzug Israels gegen volle Anerkennung des Staates Israel' zu gelten habe: die sogenannte 'Zwei-Staaten-Regelung'.

Sicherheitsrats-Resolutionen in den Jahren '76 u. '80, in denen diese 'Zwei- Staaten-Regelung' - in Übereinstimmung mit der 'Palästinensischen Befreiungs- bewegung' (PLO) u. arabischen Frontstaaten übrigens - verlangt wurde, wurden einzig durch das Veto der USA geblockt.

Im Dezember 1989 wurde dann von der UN-Vollversammlung eine ganz ähnlich lautende Resolution verabschiedet (und zwar mit 151 zu 3 Stimmen (keine Enthaltung); die 3 Nein-Stimmen kamen übrigens von den USA, Israel u. der 'Dominikanischen Republik').

Israel hat sich dem vollständigen Rückzug aus den 'Besetzten Gebieten' von Anfang an u. konsequent widersetzt; was es den Palästinensern statt dessen anbot, war eine Art 'Bantustan' nach Südafrikanischem Muster.


Die PLO dagegen hatte ihre Bereitschaft gezeigt, den internationalen Beschlüssen zuzustimmen u. konnte daher nicht mehr als konsensunfähige 'Zurückweiser' gebrandmarkt werden. Daher wuchs der Druck auf Israel, der 'Zwei-Staaten-Regelung' endlich zuzustimmen.

Und was tat Israel: Es marschierte 1982 in den Libanon ein, wo ja die PLO zu diesem Zeitpunkt ihr Hauptquartier hatte. Israelisches Ziel war es, die "Friedensoffensive" der PLO abzuwehren (so der (Israelische) Strategieanalyst Avner Yaniv in: 'Dilemmas of Security').

Wenn man sich heute das Israelische Gemetzel in der West Bank ansieht - die Angriffe auf palästinensische Krankenwagen u. Sanitäter/Ärzte, Angriffe auf Journalisten, das Abknallen palästinensicher Kinder 'nur so zum Spaß' (so Chris Hedges, früherer Kairo-Chefredakteur der 'New York Times'), das Zusammentreiben aller palästinensischen Männer zwischen 15 u. 50 (wobei man ihnen Handfesseln anlegt u. ihnen die Augen verbindet, ja ihnen sogar Nummern- schilder um die Handgelenke bindet), das wahllose Foltern von Gefangenen, das Abschneiden der Zivilbevölkerung von Essen, Wasser, Elektrizität u. medizinischer Versorgung, die ungezielten Luftangriffe auf palästinensiches Wohngebiet, das Mißbrauchen von Zivilisten als 'menschliche Schutzschilde', das Bulldozern von Gebäuden (manchmal mitsamt ihren Bewohnern) - wenn man sich das alles so ansieht, kommt einem unwillkürlich die Idee, daß die Israelische Armee den Ratschlag jenes Offiziers sehr wörtlich genommen hat. Elie Wiesel - Chefsprecher der 'Holocaust-Industrie' - hat Israel seine uneingeschränkte Solidarität ausgesprochen. Er betont die "schweren Leiden und Ängste", dieser vandalisierenden Israelischen Soldaten. Kritik lehnt er als 'antisemitisch' ab ('Reuters' vom 11. April; CNN vom 14. April).

Der Portugiesische Literaturpreisträger Jose Saramago hingegen spricht im Zusammenhang mit Israels momentanen Horrortaten vom 'Ausschwitz-Geist'; ein Belgischer Parlamentarier stößt in das gleiche Horn, indem er sagt, Israel verwandele die "West Bank in ein Konzentrationslager" ('The Observer', 7. April 2002). Israelis aus allen politischen Lagern schreien auf ob dieser Vergleiche. Meine Meinung ist aber die: wenn die Israelis sich nicht als Nazis angeklagt sehen wollen, dann sollten sie endlich aufhören, sich wie Nazis zu benehmen.
Orginalartikel: First the Carrot, Then the Stick: Behind the Carnage in Palestine


Ja, ich weiss, Sage, Propaganda … alles ist immer Propaganda …
 
Aha: steht "der Jude" für Leidensfähigkeit?

So gut kenne ich keine Juden, aber das erscheint mir doch auch ein wenig pauschal. Vor allem, wenn Du sagst, dass jeder Mensch leidensfähig ist. Wieso sollte das den Juden (wer ist eigentlich "der Jude"?) besonders kennzeichnen?

Hallo

Ich geb dir mal einen kleinen Tipp. Wir verstehen nur das was wir verstehen wollen.
Der Himmel ist bekanntlich Rot und nicht Blau.
Und was wir sehen können wir nicht hören.
Ich hoffe ich hab mich halbwegs verständlich ausgedrückt.

Gruß Derio
 
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