Hallo,
mal was psychologisches über Fundamentalismus,
egal welche Glaubensrichtung.
[
B]Der radikale Fundamentalismus und seine gemeingefährlichen psychopathologischen Wurzeln [/B][
B]Begriff Fundamentalismus: [/B]
Fundamental bedeutet grundlegend, das Fundament, die Grundlage.
Ein Fundamentalist ist daher jemand, der auf die Grundlagen zurückgeht und diese pflegt.
Es gibt mannigfaltige Erscheinungsformen des Fundamentalismus,
weil es natürlich schon sehr viele Möglichkeiten gibt,
dieses oder jenes als Grundlage anzusehen.
So nehmen manche z.B. die Bibel wörtlich und
sind daher "Bibel-Wörtlichkeits-Fundamentalisten".
Der Fundamentalist an sich ist harmlos und
wird nur dann zur reißenden Bestie, wenn er sich auserwählt dünkt und
mit einem Missionierungsauftrag (Beispiel Christen) ausgestattet wähnt.
Historisch hat sich herausgestellt,
dass die monotheistischen Religionen hier besonders gefährdet und
gefährlich sind,
etwa die drei großen aus dem Hause Ibrahim: Juden, Christen, Moslems
(positives Gegenbeispiel: der polytheistische Hindusimus und der atheistische Buddhismus
haben sich z.B. in Nepal weitgehend friedlich durchdrungen).
Erklärung des radikalen und gemeingefährlichen Fundamentalismus.
Der radikale und gemeingefährliche Fundamentalismus
läßt sich einfach erklären durch seine zwei psychopathologischen Kerne:
(1) das Auserwählt- und
(2) Missionierungssyndrom (Beispiel Christen),
beide treten gewöhnlich gemeinsam auf.
Die Auserwähltwähnung ist ein praktisch nützliches Wahnsystem,
das einen zu etwas Besonderem macht und heraushebt aus allen,
es nährt den Narzissmus, bläht das ICH zu etwas ganz besonderem auf,
denn nicht bei jedermann kommt die größte Macht des Universums,
Gott, vorbei und "sagt": Dich habe auserwählt, Du bist mein Liebling,
Du kommst ins Paradies und alle anderen werden in der Hölle braten
- etwas verkürzt und platt auf den Punkt gebracht.
Während die Auserwähltwurzel psychologisch leicht zu verstehen ist,
erscheint der Missionierungswahn nicht ganz so schnell
- nicht auf den ersten Blick - psychologisch verständlich.
Die psychologischen Wurzeln der Missionierung
Eine psychologische Wurzel der Missionierung ist
ob ihrer Primitivität einfach nachvollziehbar.
Gott und seine Gläubigen machen ein Geschäft:
Du, wahrer Gläubiger, kommst ins Himmelreich und Paradies,
bist mein Auserwählter, wenn du dich auf Erden für mich einsetzt und
wenn du mich auf Erden durchsetzt.
Das Himmelreich und Paradies gibt es sozusagen nicht umsonst.
Es will verdient sein.
Das ist das Kerngeschäft eines in der Geschichte oft gewesen,
die Ungläubigen dahinzuschlachten,
gottgefälligen Lebens und eine Wurzel der Missionierung.
Und sehr gottgefällig ist es daher wenn sie sich schon nicht bekehren ließen.
Genozide und Ethnozide beherrschen die Geschichte und
durchziehen sie wie einen roten Faden.
Dass die Aufklärung nicht geglückt ist, sieht man an der heutigen ungebrochenen Macht
der Kirchen und ihrer fundamentalistischen Auswüchse,
derzeit ganz extrem und offen beim Islam.
Was stört einen Glauben am meisten?
- Natürlich ein anderer ...
Nun, ein Glaube wird, psychologisch betrachtet, am meisten gestört,
durch einen anderen.
Denn wenn A X glaubt und B Y, dann können sich A und B
durch ihren unterschiedlichen Glauben in Frage gestellt sehen und
mehr oder minder verunsichert sein.
Weshalb glaubt der denn etwas anderes?
Ist das etwa besser, tut sich der leichter,
hat der einen mächtigeren Gott,
sollte ich mich nicht besser auf seine Seite schlagen?
Glauben alle an das Gleiche, gibt es von daher keine Verunsicherung.
So gesehen wurzelt in jedem Glauben die Tendenz,
alle anderen von ihm zu überzeugen, um seinen inneren Frieden,
seine Ausgeglichenheit, seine Sicherheit zu haben und
nicht von Zweifeln gequält zu werden.
Zusammenfassung Psychologie der Missionierung
Halten wir also fest:
psychologisch steckt hinter der Missionierung
eine metaphysische Geschäftsidee und das Bedürfnis nach innerer, metaphysischer Sicherheit.
Hier sind Hinduismus und Buddhismus sehr viel weiter,
als die großen monotheistischen Religionen aus dem Hause Ibrahim.
Man könnte sagen,
eine der ganz großen Leistungen der asiatischen Geisteskultur
- neben der Großtat, eine positive Grundeinstellung
zur Alltagsarbeit zu finden - ist die hervorragende metaphysische Idee,
dass jeder Mensch seinen ganz persönlichen Erlösungsweg suchen darf und auch suchen muss.
Damit ist das politisch, rechtlich, kulturell und
vor allem praktisch so unendlich wichtige
Toleranzgebot philosophisch fundiert.
Wichtig ist man darf nicht nur seine eigene Religion als die Einzige sehen,
sondern muss alle anderen tolerieren,
weil letztendlich gibt es nur einen Schöpfer,
der für alle da ist,
egal welche Unterscheide in den Heiligen Schriften bestehen,
denn Sie sind von Menschenhand geschrieben.
Liebe Grüße
Sonja