*seufz*
Liebe Duckface,
ich versuch es noch ein letztes Mal, dann verkrümel ich mich hier.
Ehrlich, Dir täte vermutlich nicht nur eine ärztliche psychotherapeutische Versorgung gut...
Doch wenn die Vertigo-Symptomatik samt Gleichgewichtsstörungen über mich hereinbricht, entwickelt sich eben die Fantasie, dass der durch die Verspannungen erhöhte Gewebedruck gerade die Wirbelarterien komprimieren, auf diese Weise eine Stenose herbeiführen und die Perfusion des Gehirns reduzieren könnte.
Deine Phantasie in allen Ehren, aber Phantastereien sind hier völlig fehl am Platz.
Da Du hier so schön mit Fachnomenklatur um Dich wirfst, setzte ich mal voraus, dass Du Dich mit der menschlichen Anatomie auskennst. Wenn nicht, dann wäre es vielleicht ratsam, Dich mal damit zu befassen...
Dann würden sich vermutlich einige Fragen und "Phantasien" klären. Manchmal ist die beste Medizin schlicht weg trockene (anatomische und physiologische) Realität.
Aber trotzdem noch ein letzte Mal
Eine Vertigo (für Laien "(unklarer) Schwindel") inclusive Gleichgewichtsstörungen hat VIELE Ursachen, und dies allein ist KEIN, ich wiederhole
K-E-I-N Symptom eines Schlaganfalls.
Solange Du weder Gesichts- oder Extremitätenlähmungen, Parästhesien, Doppelbilder, Taubheits-/Pelzigkeitsgefühle, Aphasie... und/oder ähnliche Symptome hast, ist die Problematik (mit großer Wahrscheinlichkeit) eine andere als eine zentrale Schädigung!
Und noch mal: Nein-Dein Muskeltonus kann keinen Schlaganfall hervorrufen!
1. Reicht derart starke Muskulatur überhaupt nicht so weit an die Vertebralarterien hin, die sich 2. (wie gesagt) in den Foramina vertebralia der HWS, dh. in einem knöchernen Kanal verlaufen, auf den die umgebende Muskulatur höchsten im Sinne der entsprechenden HWS-Bewegungen Einfluss nimmt.
3. Völlig davon abgesehen ist die aus den beiden Aa. vertebralia entstehende A. basilaris nur EINE der Äste (von drei!!!) , die den Circulus arteriosus cerebri, so dass ein plötzlicher, totaler Verschluss von den anderen Zuflüssen durchaus kompensiert werden kann!
Völlig davon ab gibt es z.B. auch Menschen, die ohne irgendwelchen Krankheitswert nur eine A. vertebralis besitzen

.
In Frage käme dann noch die A. carotis, sprich die Halsschlagader... Aber das die sich durch einen Muskelhartspann derartig verengt, dass daraus ein Schlaganfall entsteht... Sorry, auch das ist so nicht möglich!
Und selbst WENN: Es gibt immernoch ZWEI andere Äste des Circulus arteriosus cerebri, die einen plötzlichen Verschluss ausgleichen können!
Ein gleichzeitiger Verschluss der Aa. vertebralia UND der Carotis?!

Wäre aus phantasievoller Sicht sicherlich auch möglich... Aber ich glaub, da wirst Du eher vom Blitz getroffen oder bekommst einen sechser im Lotto, als dies passieren würde. Vor allen Dingen auf Grund muskulärer Verspannungen
Und mal ganz davon ab, Mal was zu den Gefäßen.
Gefäße sind keine starren Röhrchen oder Schläuche, sondern sind sehr elastisch und flexibel, so dass sie sich allen Begebenheiten soweit wie eben möglich ist, anpassen können. Ein Muskel kann so einfach eben eine Arterie nicht in dem Umfang verengen, das ein Schlaganfall daraus resultiert!
Auch bei verspannter Hals-Schulter-Muskulatur, in deren Folge es zu einer Kompression kommen kann funzt das nicht in der Form, dass daraus ein Schlaganfall oder eine TIA entsteht.
Völlig davon ab: Auch hier greift wieder das es selbst bei einem derartigen Verschluss im Circulus arteriosus cerebri immer noch ZWEI weitere Zuflüsse gibt, die dafür sorgen, dass das Gehirn weiter durchblutet wird.
Zusammenfassung:
1. Ein Vertigo (zusammen (oder ohne) Gleichgewichtsstörugen) kann ein Anzeichen sein für VIELE Erkrankungen. Du schriebst, das Du mit Mirgräne Probleme hast (übrigens könnte auch hier eine muskuläre Ursache mitreinspielen, was sich durchaus mit Deiner Vermutung, dass die Problematik durch die Muskulatur verursacht ist, m.Mn. durchaus unterstützt), auch die kann für den Schwindel und die GGW-Störungen verantworltich sein! Führst Du ein Migräne-Tagebuch? Wenn nein, wäre es sinnvoll, vielleicht in Kombi mit einem Schwindel-Tagebuch. Sehr hilfreich bei der Suche nach Ansatzpunkten!
Was noch alles in Frage kommt, wurde schon hinreichend dargestellt. Aber das sind alles nur ein paar Möglichkeiten, zu der sich noch etliche andere gesellen (gern unterschätzt: die Pille oder andere Medikamente) !!
2. Die in den Foramina vertebralia verlaufenden Aa. vertebralia können (weil sie in einem knöchernen Kanal verlaufen !) nicht durch einen bloßen Einfluss des Muskeltonus in der Form komprimiert werden, das sich eine Stenose entwickelt. (WENN wäre das Problem anderer Art z.B. Osteophyten, Gleitwirbel (obwohl das in der HWS doch eher seltenst der Fall ist) ...).
3. Die A. basilaris (die sich aus den beiden Aa. vertebralia zusammensetzt) ist nur EIN Ast. a) Fällt dieser aus, kann der Verlust durch ZWEI andere Äste kompensiert werden, b) manche Menschen haben überhaupt nur eine A. vertebralis, und auch das kann der Körper problemlos ohne Krankheitsanszeichen kompensieren
4. Stenosen der Carotis kommen zwar häufiger vor (durch Kalkeinlagerungen in den Gefäßen), die können zwar in einem späteren Stadium zur erhöhten Gefahr eines Schlaganfalls führen, aber auch dazu müssen noch einige andere Kriterien zutreffen!!!
5. Die Carotis kann durchaus durch Muskel komprimiert werden, so dass Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerz u.a. entstehen kann, allerings wird die Muskelspannung nie so hoch, das es zu einem Schlaganfall oder eine TIA kommt!
6. Bedenke immer die Macht Deiner Psyche!!!