Bei den endzeitlichen Propheten im Alten Testament wird verkündet, dass Gott einmal einen Messias auf Erden entsenden würde. Er sollte das Volk Israel von aller Knechtschaft befreien und hier auf Erden ein Reich Gottes errichten.
Ein Reich, indem also Gott direkt auf die Geschicke dieses Volkes Israel eingreifen wolle. Dazu sollte der Messias als König und Statthalter Gottes traditionsgemäß aus dem Hause Davids kommen:
Jeremia 23[5] Siehe, es kommt die Zeit, spricht der Herr, dass ich dem David einen gerechten Spross erwecken will, und soll ein König sein, der wohl regieren wird und Recht und Gerechtigkeit auf Erden zu errichten.
Dazu gibt es dann noch bei Jesaja, die allseits bekannte Geschichte von einer Jungfrau, die diesen Messias gebären würde.
Jesaja 7[14] Darum wird euch der Herr selbst ein Zeichen geben: Siehe eine Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebären, den wird sie nennen Immanuel ...
An diesem Reich Gottes sollten jedoch nicht nur die Israeliten Anteil haben, sondern auch die umliegenden Völker am Frieden und Wohlstand Israels partizipieren. Mit dieser Regentschaft Gottes sollte es dann auch keine Trennung von Himmel und Erde mehr geben.
Jesaja 42[6] Ich der Herr habe dich gerufen in Gerechtigkeit und habe dich bei deiner Hand gefasst und habe dich behütet und habe dich behütet und habe dich zum Bund unter das Volk gebracht, zum Licht der Heiden.
Durch diesen Gedanken eines paradiesischen Reiches wollte man dann auch an die Geschichte von Adam und Eva anknüpfen. So auch das Thema der Unsterblichkeit und die Auferstehung der Toten aus dem Reich des Todes.
An diesen Messias aus dem Alten Testament knüpfte sich dann auch die Mission Jesus an. Ein Gedanke also, der sich mit den unzähligen Bezügen zum Alten Testament bestätigt:
1. Korinther 15[20] Nun ist aber Christus auferstanden von den Toten und der Erstling geworden, unter jenen, die da schlafen.
[21] So wie durch einen Menschen der Tod und durch einen Menschen die Auferstehung der Toten kommt.
[22] Denn gleich wie sie in Adam alle sterben, so werden sie in Christo alle lebendig gemacht werden. [23] Ein jeder in seiner Ordnung: der Erstling Christus; darnach die Christo angehören, wenn er kommen wird.
1. Korinther 15[51] Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt;
[52] ... zur Zeit der letzen Posaune. Denn es wird die Posaune schallen, und die Toten werden auferstehen unverweslich, und wir werden verwandelt werden. [53] Denn dies Verwesliche muss anziehen die Unverweslichkeit, und dies Sterbliche muss anziehen die Unsterblichkeit.
Ein bezeichnender Vers aus der Offenbarung lässt da auch keine Zweifel mehr, dass dieses Herbeikommen des Reich Gottes, als ein
reales Ereignis verstanden wurde (die Parusie).
Offenbarung 1[1] Dies ist die Offenbarung Jesus Christus, die ihm Gott gegeben hat, seinem Knecht* zu zeigen, was in der Kürze geschehen soll ...
( (* Der Evangelist Johannes).
Der nahe Zeitpunkt wurde dann über die Zeit immer weiter in die Zukunft verlegt. Erst in jüngere Vergangenheit begann man damit, das Herbeikommen auf andere Weise zu interpretieren.
So nun kann man eventuell etwas eher darüber spekulieren, was nun Jesus gemeint haben haben könnte oder nicht?
Merlin