Guru, Avatar, Lehrer, Scharlatan - wo sind die Unterschiede ?

  • Ersteller Ersteller AmandaJohneson
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Guru, Lehrer oder Scharlatan ? Welchen Sinn oder nicht machen spirituelle Lehrer ?

  • Mit einem Guru/s habe ich gute Erfahrungen gemacht.

    Stimmen: 6 12,8%
  • Ich bin mein eigener Guru/Lehrer, brauche keinen.

    Stimmen: 18 38,3%
  • Leider geraten sie oft in den Verdacht des Mißbrauchs der Schüler, habe meine Zweifel.

    Stimmen: 5 10,6%
  • Mein Lehrer hat mich außerordentlich bereichert und ist das Beste, was mir passieren konnte.

    Stimmen: 15 31,9%
  • Lehrer finden sich überall, sie sind immer da.

    Stimmen: 19 40,4%
  • Ich habe selbst schlechte Erfahrungen gemacht (Mißbrauch o.a.)

    Stimmen: 4 8,5%
  • Oft mündet es in einem Abhängigkeitsverhältnis Guru/Schüler.

    Stimmen: 10 21,3%
  • Ich bin unschlüssig, manches spricht dafür, manches dagegen.

    Stimmen: 6 12,8%

  • Umfrageteilnehmer
    47
@Walter R.: nenne es, wie du willst, sagen deine Beiträge doch nur über DEINE ganz persönliche Härte etwas aus und dem Versuch, diese durch LIEBE zu überdecken. Schau mal in dich rein, was du dort entdecken wirst, wenn du es wirklich wagst.

Liebe Amanda!

Wenn ich das richtig verstanden habe, geht es darum, das Ego abzubauen, indem man an die "Grenze" geführt wird.

Ich erinnere mich an viele Situationen in meinem Leben, in denen ich an einer Grenze stand.

Als ich z.B. verzweifelt versuchte, ein Baby zu reanimieren und erkennen musste, wie UNWICHTIG doch 90% der Dinge sind, über die wir uns den Kopf zerbrechen.

Als ich in einem anderen Fall ein Herz wieder zum Schlagen brachte - da weisst Du dann, was GLÜCK sein kann.

Als ich, weil der Arzt zu spät kam, einem Baby auf die Welt helfen durfte, und als es in meine Hände rutschte und ich das erste Mal WUSSTE, was DEMUT bedeutet.

Als ich eines Tages im überflutetem Keller stand und einen Ofen vor dem Explodieren bewahrte, indem ich bereits weißglühende Kohlen herausschaufelte und vor lauter Dampf nichts mehr sah. Ich hatte Gummistiefel an, war im Nachthemd und heulte, weil ich mir keinen neuen Ofen leisten konnte und meine drei Kinder nicht frieren sollten. Es war Silvester - und alle anderen Familien feierten zur selben Zeit fein mit Kaviar und Sekt. Und ich kämpfte im Dampf verbissen um einen Ofen, der jederzeit in die Luft fliegen konnte. Dann kam dieses Gefühl - ich wusste auf einmal, wie skurril das Leben sein kann - und ich stand in meinen Gummistiefeln und zerkugelte mich über mich selbst, über die Situation, über alles. Und ich schaffte es.

Liebe Amanda, das waren nur einige wenige Beispiele, ich könnte stundenlang noch erzählen. Was ich damit sagen möchte: DAS LEBEN ist mein Allerheiligster Meister. Es bietet "Grenzen" ohne Ende. Und LIEBE, wohin Du guckst.

Liebe Grüße
Reinfriede

Liebe Reini,

sehr schöne anschauliche Beispiele, danke dafür. Habe ICH diese ausgeschlossen ? Nein, denn ich schliesse gar nichts aus - Weder so herum, noch so herum ..... .

:)
 
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... das waren nur einige wenige Beispiele, ich könnte stundenlang noch erzählen. Was ich damit sagen möchte: DAS LEBEN ist mein Allerheiligster Meister. Es bietet "Grenzen" ohne Ende. Und LIEBE, wohin Du guckst.
Ja - und zusätzlich auch die anderen Situationen, wo man erkennt, wie unsagbar dumm man war / ist. Wo man mit den eigenen Schattenseiten konfrontiert ist, wo man auch die eigene Boshaftigkeit, Feigheit etc. erkennt. Um gedemütigt zu werden, brauche ich keinen Meister (das habe ich gründlichst selbst erledigt) - wohl aber jemanden, der mir in diesen Momenten der erstmal erschreckenden Selbsterkenntnis vermittelt, dass ich auch mit diesen dunklen Seiten von Liebe umhüllt bin - so wie ich bin. (Und dieser jemand muss kein Mensch sein - es kann auch eine seelische Erfahrung sein.)

LG, Reinhard
 
Ja - und zusätzlich auch die anderen Situationen, wo man erkennt, wie unsagbar dumm man war / ist. Wo man mit den eigenen Schattenseiten konfrontiert ist, wo man auch die eigene Boshaftigkeit, Feigheit etc. erkennt. Um gedemütigt zu werden, brauche ich keinen Meister (das habe ich gründlichst selbst erledigt) - wohl aber jemanden, der mir in diesen Momenten der erstmal erschreckenden Selbsterkenntnis vermittelt, dass ich auch mit diesen dunklen Seiten von Liebe umhüllt bin - so wie ich bin. (Und dieser jemand muss kein Mensch sein - es kann auch eine seelische Erfahrung sein.)

LG, Reinhard

Einverstanden :liebe1:
 
Um gedemütigt zu werden, brauche ich keinen Meister (das habe ich gründlichst selbst erledigt)
Das erledigt grundsätzlich JEDER für sich selbst - manche nehmen sich aber eben einen Meister dafür, weil sie es selbst allein (so wie du) eben nicht auf die Reihe kriegen.
Außerdem wirst du für dich selbst darin auch einen *Spiegel* gebraucht haben.
 
Ich habe mir auch weiterhin gedanken darüber gemacht:

Ein spiritueller Lehrer mag sich vollkommen sicher sein, dass er erleuchtet ist und er ein göttliches Wesen ist, aber bleibt er nicht auch eines: Nämlich, Mensch und menschlich??!!

Ein "Guru" wird ja (auch wenn evtl. durch sich selbst) einer strengen Schulung unterzogen, indem er sein höheres Selbst und die Seele darauf "schult"........heißt dies aber auch, dass sein Körper und sein gewöhnlicher Geist auch vollkommen ausgebildet sind???

.........Rationalisieren Anhänger vielleicht Fehler, die ein Guru eben auch macht, weil sie ihn für "fehlerfrei" halten, da sie ihn niemals als Mensch bzw. die menschliche Seite sehen, sondern nur die göttliche????

............Hatte nicht sogar Jesus, der hier oft als Beispiel eines "gurus" angeführt wird, 2 Seiten, nämlich eine göttliche und eine menschliche Seite???!! Und ist er nicht gerade auch wegen seiner menschlichen Seite auch "angreifbar" gewesen oder ist es eben noch?!

waren jetzt nur wieder Fragen, die bei mir aufkamen, weil ich immer noch nicht begreife, wie man sich so ganz an einen "spirituellen Lehrer" hängt, aber versuchen will zu "verstehen".
 
Das erledigt grundsätzlich JEDER für sich selbst - manche nehmen sich aber eben einen Meister dafür, weil sie es selbst allein (so wie du) eben nicht auf die Reihe kriegen.
Außerdem wirst du für dich selbst darin auch einen *Spiegel* gebraucht haben.

Gedemütigt werden - ja so funktionieren etwa die clearings bei den Scientologen. Ich sage dazu "Gehirnwäsche". Daß das Ego dabei abgebaut werde, damit darunter ein neues zum Vorschein komme, halte ich für die dazu passende Ideologie. Wo kommt eigentlich die seltsame Bereitschaft, sich in Zusammenhänge zu begeben, wo das Ich gedemütigt oder wahlweise: das Ich umgekrempelt wird, her? Masochistische Disposition? Schwach entwickeltes Selbstwertgefühl, Erziehungsversagen?

:confused:

Ich fürchte, ich kann hier dem Hohelied der Unterwerfung nicht ganz folgen.
 
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Werde versuchen, das wesentliche kurz zu schildern.
Sie war letztes Jahr zwei Monate dort.

ich: Was war dein Impuls, dein Anlass, nach Indien zu fahren?
sie: Das hatte ich schon ewig als Wunsch in mir, dass ich da mal hin will.

ich: Wie war dein Eindruck dann dort? War es, wie du erwartet hast, oder ganz anders?
sie: Es war, als würde eine Mutter ihre Arme ausbreiten und mich willkommen heißen. Ich fühlte mich zu Hause. Es ist dort eine starke weibliche Energie zu spüren, die auch von Männern gelebt wird.

ich: Wo wolltest du hin, was war dein Ziel dort?
sie: Vor allem ins Babaji-Ashram, denn zu Babaji hab ich schon länger eine Affinität.

ich: Hast du im Ashram gefunden, was du gesucht hast?
sie: Ja, ich wollte diese Energie aufnehmen. Naja, die kann ich überall spüren, auch daheim, aber dort ist es ein Eingehülltsein davon. Ja, das war, was ich suchte. Mit einem inkarnierten Meister zu arbeiten, wäre vielleicht einfacher, aber so ging es auch. Es war aber nicht so, dass ich da hätte bleiben wollen. Ich will ja mein Leben leben, hier in Deutschland- und diese Kraft, die ich durch die Beziehung zu Babaji spüre, hilft mir, mein Ding zu machen...

ich: Wie wird es weitergehen?
sie: Ich werde eine große Reise nach Kananda machen. Möchte dieses Land erleben. Langfristig zieht mich mein Inneres in Richtung Schamanismus. Diesen Keim trage ich seit der Kindheit in mir. Immer mehr löse ich mich von meinen Lehrern und immer besser höre ich auf meine innere Stimme, auf das, was mein Wesen ist. Endlich getrau ich mich dem zu folgen, was in mir angelegt ist und nicht die Erwartungen andrer zu erfüllen.

(Sie hat in ihrer Jugend sehr unter Depressionen gelitten und hatte kein Selbstvertrauen. Ihren Job machte sie, weil er getan werden musste, nicht aus Freude. Den Beruf hat sie letztes Jahr gekündigt. Und nun befindet sie sich in der Übergangsphase in das ihr entsprechende Leben.)

Wir haben uns dann lang über alles mögliche unterhalten und festgestellt, dass bei uns parallel ganz ähnliche Dinge laufen, was den Effekt betrifft, obwohl die Mittel, mit denen das geschieht, unterschiedliche sind.

Zum Schluss hab ich noch für euch gefragt:
Ist dir in Indien eher das Strahlen oder eher die Resignation der Menschen aufgefallen?

Sie lachte und sagte: Eindeutig das Strahlen! Als ich zurück nach Deutschland kam, dachte ich: Das kann doch nicht wahr sein, wie sehr hier am Wesentlichen vorbeigelebt wird. Man hält sich so sehr am Formalen fest und erlebt so wenig Herzlichkeit in der Öffentlichkeit...
Dort hab ich erlebt, dass das Herz im Mittelpunkt steht und das Handeln bestimmt... Da ist zwar auch eine Menge Chaos, aber wenn man sich dem Chaos öffnet, erlebt man eine ganze Menge wertvolles...

So übermittle ich das Gespräch. Da die Frau anonym bleibt und ich hiermit auch sage, dass ich nur mit meinen Worten weitergebe, wird es im Sinne des Ganzen in Ordnung sein, dass ich euch das so vermittle.

K.S.
 
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