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Gibt es sowas? Sohn/Mutter

Dieses Thema im Forum "Psyche & Persönlichkeit" wurde erstellt von pierreprecieuse, 22. November 2010.

  1. Melodie

    Melodie Mitglied

    Registriert seit:
    23. November 2004
    Beiträge:
    755
    Ort:
    Stuttgart
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    Lieber pp,
    nein, einen therapeutischen Wert hat so eine Anzeige ganz sicher nicht.

    Was nicht heisst, dass der juristische Weg nicht irgendwann auch dran ist. Der Wunsch, eine anerkannte Autorität würde dieser Frau unmissverständlich attestieren, dass das, was sie ihrem Sohn angetan hat, ein no-go ist, ist ganz sicher da.

    Eben grade weil das Leugnen, die Weigerung die Tatsachen anzuerkennen und die Verantwortung zu übernehmen jedesmal aufs Neue derart verletzen und Ohnmachtsgefühle, ja sogar Zweifel an der eigenen Wahrnehmung auslösen.

    Würde sie nur all die Scham und Schuld endlich selbst tragen müssen.... Denn weil sie das nicht tut, trägt es an ihrer Stelle das unschuldige Kind. Egal, wie alt der Betroffene inzwischen ist. Und zwar so lange, bis er sich selbst sicher ist, dass diese Ungeheuerlichkeit tatsächlich so passiert ist und es nie an ihm lag.

    Dazu muss er aber die gute Mutter völlig aufgeben und mit der schrecklichen Tatsache leben, dass er sie auch nie mehr bekommen wird. Egal wie lange er noch hofft, wartet, sie schont oder seine Mutter noch zu ändern versucht!

    Genau deswegen braucht es Unterstützung, geeignete therapeutische Angebote, und natürlich Zeit, um vom Überleben (geistig-seelische Anpassung an schlimme Lebensbedingungen, insbesondere verschobene Wahrnehmungen über sich und andere) zum Leben zu finden.

    Die eigentliche Triebfeder eines Kindes bei all den Überlebensanstrengungen ist, dass es stets glaubt, es könne die Mutter noch erreichen, es würde als liebendes und nach Liebe dürstendes unschuldiges Kind gesehen (auch vom Vater!) mit seinen Bemühungen.
    DAS aufzugeben ist das Schwerste überhaupt und stellt somit - nicht nur in so krass dysfunktionalen Verhältnissen - sowas wie eine Lebensaufgabe dar.

    Wird nun so eine Person angezeigt, fokussiert sie sich natürlich sofort vehement darauf, alle von ihrer Unschuld zu überzeugen. Ein ganz normaler Selbstschutzreflex. Dabei driftet sie nun leider nicht nur erst recht in die tiefste, dunkelste Ecke ihrer Lebenslüge, sondern wirkt auf alle, die es nicht besser wissen, sehr überzeugend.


    Nun rate mal, welche Widerwärtigkeiten diesen Sohn - Opfer und zugleich einziger Zeuge - wohl erwarten in einem solchen Verfahren.....

    Das ist ein harter Ritt. Und das Ergebnis? Oft können die Taten nicht nachgewiesen werden, weil die Erinnerungen nicht präzise genug sind, als dass der Vorwurf durch Fakten (Tag, Uhrzeit, Begleitumstände etc) erhärtet werden kann.

    Und selbst wenn, fällt das Urteil sowieso meist mild aus - jedenfalls gemessen am Schaden, den das Opfer subjektiv erlitten hat.
    Genugtuung ist da nicht zu erwarten. Und dafür ein solcher Aufwand? M.E. nur dann wirklich dran, wenn von TäterIn noch Gefahren für andere Kinder ausgehen. Und selbst dann nur, wenn man es sich zumuten kann und will. Immerhin gehört Selbstschutz, das Spüren der eigenen Zumutbarkeitsgrenzen zu den Dingen, die ehemalige Opfer mühsam lernen müssen.

    Also ehe überhaupt an Anzeige gedacht werden kann, wäre m.E. eine bereits sehr weit fortgeschrittene seelische Stabilität, vor allem Vertrauen in die eigene Wahrnehmung unbedingte Voraussetzung.
    Dann ist allerdings meist der Wunsch nach offizieller Feststellung der Tatsache, dass die Tat eine solche war, nicht mehr wirklich wichtig.


    Nun ja, viele Menschen können nicht mal die Vorstellung von dem aushalten, was ein Anderer erleben musste. Da wird dann abgewehrt, was das Zeug hält....
    Und der eigene Vater?
    Nun - ist doch logisch, dass eine solchermaßen seelisch außer gesunder Kontrolle geratene Frau genau den passenden Mann anzieht. Und umgekehrt.

    Mit dem Adjektiv "krank" habe ich da so meinen Hader. "Krank" ist mir zu nah bei "kann nichts dafür". Dass Kinder dringend auf gute Eltern angewiesen und allein nicht lebensfähig sind, ist mal klar. Also wirklich übel, wenn gerade die eigenen Eltern so gefährlich sind.
    Das ist arg weit weg von Allem, was wir als normal oder gesund ansehen. Und leider führt jeder Versuch, den Wahnsinn zu begreifen, in eben jenen mitten hinein.
    Außerdem, finde ich, hilft es dem Opfer nicht wirklich und ist auch nicht dessen Job.

    Ee hat was unfassbares, so ein schwerwiegender Übergriff, und muss vom Betroffenen doch als Tatsache anerkannt werden und irgendwie "gefressen", angenommen und integriert werden. Denn:

    "Dein Leben hängt davon ab, was du aus dem machst, was man mit dir gemacht hat!" (Sartre)

    Und während dem (ehemaligen) Opfer als Lohn die Lebens- und Liebesfähigkeit winkt, ein erfülltes, reiches Leben, so hat doch, seien wir ehrlich, ein Täter eher wenig zu gewinnen, wenn er sich der Wahrheit stellt.


    Beste Grüße,
    Eva
     
  2. Werbung:
    Ich danke dir vielmals Melodie.

    Ja, das stimmt.

    Stimmt auch irgendwie. Ist dann wohl auch so eine Art Entschuldigung für manche.

    Ja.

    Das finde ich auch treffend beschrieben.

    Im besten Falle ist es vielleicht so. Wenn er oder sie es schafft. Andererseits, hätte es diese Vorfälle nicht gegeben, na ja. Der Täter macht sich vielleicht sein Leben lang Vorwürfe, vielleicht. Es gibt aber auch Menschen, die trotz allem ein normales Leben führen, die sich da keine Gedanken weiter machen und weiterhin gut leben können. Manche Täter sehen sich vielleicht sogar auch selbst als Opfer. Wobei ich auch denke, daß Täter auch immer Opfer ist (Opfer seiner selbst), aber im vorigen Satz meinte ich das jetzt in einem anderen Zusammenhang. Es gibt Menschen, die zu all sowas bzw. einigem fähig sind und sich dennoch auch trotzdem selbst bemitleiden.
     
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