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opti
Guest
Hallo Kosmos,
Natürlich hast auch Du recht, wie viele andere hier auch. Es kommt eben auf die momentane Sichtweise an und auf das Wissen, das man sich angeeignet hat. Nicht jeder hat die religiösen Bücher wirklich studiert. Wie Du sagst, auch nicht die Moslems, obwohl ein gläubiger Moslem den Koran angeblich auswendig gelernt hat. Doch auch nur einer, der in eine Koranschule gegangen ist.
Hier wird diskutiert und ich finde es gut so.
Doch den Koran muss man selbst gelesen haben, und zwar den ganzen, damit man sich ein echtes Urteil bilden kann. Dabei muss man aber bedenken, dass die Übersetzungen nicht immer gut sind und auch dadurch falsche Auffassungen entstehen, auch wenn nur einzelne Suren herausgefiltert werden.
Die Frage ist nur, ob wir uns und den Moslems zu einem friedlichen Zusammenleben verhelfen können, wenn wir ihren heiligen Koran zu viel kritisieren, überhaupt zu diesem jetzigen Zeitpunkt, wo bei den Moslems alles gärt.
So passiert nämlich das, was wir ja den Moslems ankreiden, dass wir uns selbst ein Feindbild aufbauen.
Ich versuche diesem Feindbild entgegenzuwirken, weil ich finde, dass es alle nur noch unglücklicher macht. Aggressionen schüren ist doch wirklich nicht der Weisheit letzter Triumph.
Für alle, die guten Willens sind
innige Grüße
eva07
Mir kommt es so vor, als ob du jegliche Diskussion über den Islam abwehren möchtest, weil du glaubst, hier solle ein Feindbild aufgebaut werden. Warum so schreckhaft? Niemand hier hat die Absicht, ein Feindbild aufzubauen. Es sollte grundsätzlich möglich sein, über jedes Thema zu diskutieren. Und wenn Teile des Islams dies als einen Angriff auf ihre Religion betrachten, dann sollte erst recht darüber diskutiert werden, um den Menschen einmal ihre vollkommen falschen Vorstellung von einer demokratischen Gesellschaft zu verdeutlichen. Sollen wir etwa vor der Intoleranz religiöser Fanatiker zurückschrecken? Ich halte dies für einen falschen Weg. Mir erscheint Aufklärung und eine sachliche Diskuion der bessere Weg zu sein.
Ich stimme dir auch nicht zu, dass man den ganzen Koran gelesen haben muss, möglichst noch in seiner arabischen Sprache, um den Geist des Korans zu verinnerlichen. Muss man die ganze Bibel gelesen haben, um eine Vorstellung vom Christentum zu bekommen? Ich glaube nicht. Man wird oft über die Medien über den Islam informiert und dies geschieht meist sehr sachlich und informativ. Man kennt selbst den einen oder anderen Moslem und man nimmt natürlich auch sehr viel wahr, wenn man so durch die Stadt schlendert. Sehr viele Moslems dagegen lesen täglich im Koran, die beten täglich fünf Mal, sie sind vielleicht sogar in einer islamischen Welt aufgewachsen, sie gehen täglich in die Moschee (oder wenigstens zum Freitagsgebet) und haben trotzdem oft nur mangelnde oder falsche Vorstellungen bzw. Kenntnisse über den Koran und die Geschichte des Islams. Viel wichtiger als den Koran zu lesen, ist es also ein wachsames Auge und Ohr zu haben und sich mit geschichtlichen Fakten auseinander zu setzen.
Ich habe Moslems kennengelernt, die haben mehrere Jahre an Koranschulen studiert, ein Imam sagte mir sogar, er habe an einer Universität studiert (ein anderer Moslem erzählte mir dann allerdings, manche Imame geben auch nur vor, an einer Universität studiert zu haben), die vollkommen kindliche Vorstellungen haben. Die Glauben immer noch daran, dass Adam und Eva die ersten Menschen waren und dass Gott sie aus dem Paradies vertrieben habe. (Ich möchte nicht verschweigen, dass man dieselbe kindliche Naivität ebenso bei vielen Christen vorfinden kann.) Die haben also nichts von der Evolution gehört und haben keine Vorstellung davon, wie sich das Leben auf der Erde entwickelte. (Aus diesem Grunde bin ich auch dabei, mich intensiv mit der Evolution zu beschäftigen. Davon vielleicht später mehr.)