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Gefühle Anderer ignorieren lernen?

Dieses Thema im Forum "Sensitivität und Empathie" wurde erstellt von nana, 13. Mai 2012.

  1. madma

    madma Neues Mitglied

    Registriert seit:
    4. Oktober 2010
    Beiträge:
    4.495
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    Liebe Nana,
    es ist ja auch nicht alles für dich bestimmt,es sind eben Gedanken und
    Gefühle,egal woher sie kommen,es ist so...kaum etwas davon ist
    für einen selbst bestimmt,eben selten,grad das Beispiel,wenn einer
    hinter einem steht,an der Kasse und keine Zeit hat...na dann lass ich
    ihn vor und lächle...
    und abblocken kann man lernen,doch manchmal kommt auch was
    unverhofft,man kanns sich nicht aussuchen,wann und wo es geschieht.
    Es ist überall...

    alles Liebe dir madma
     
  2. Roti

    Roti Guest

    Solange du in Resonanz mit deinen Eigenen Gefühlen gehst, wirst du auch diese Gefühle wahrnehmen. Es sind fehlende Aufarbeitungen in dir. Es ist ein Austausch von Informationen, wo du noch in Resonanz gehst.
    Aus eigener Erfahrung geht die Empfindung von Mitmenschen noch weiter. Doch das ist ein anderes Thema!
    Sehe zu das du deine Themen mit den Empfangenen Gefühle anderer bearbeitest.
     
  3. Sonnenanbeterin

    Sonnenanbeterin Mitglied

    Registriert seit:
    12. August 2011
    Beiträge:
    60
    Ort:
    Berlin
    Das hast du schön gesagt. Ich liebe solche Wortspiele und weil das eben genau gerade mein Thema ist besonders :) Danke!

    @ nana:
    Es tatsächlich wichtig sich zu schützen, wenn man sehr sensibel, hochfrequent etc ist.
    Ich stelle es mir unendlich qualvoll vor beim Einkaufen die ganzen Energien und Gefühle Anderer zu fühlen. Das bringt den anderen Menschen nichts, weil du ja nicht mit ihnen in Beziehungen stehst und auch nicht der ganzen Welt helfen kannst damit. Es belastet dich nur selbst.
    Mir gefällt Trixi Maus's Gedanke:
    Wenn du das schon kannst.. umso besser! Dann gibt es Methoden, die du lernen und praktisch anwenden kannst, wie zB. das Schließen deiner Energiekanäle, damit du nicht alles aufnimmst. Diese Übung mache ich regelmäßig.. oft auch wenn ich beim Einkaufen in der Schlange stehe :)

    Sonnige Grüße
     
  4. Sayalla

    Sayalla Guest


    :thumbup:
    Wird, hoffentlich, nicht wieder überlesen.
     
  5. madma

    madma Neues Mitglied

    Registriert seit:
    4. Oktober 2010
    Beiträge:
    4.495
    Nein,wurde es auch nicht..überlesen:umarmen:
     
  6. Trixi Maus

    Trixi Maus Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    23. Oktober 2005
    Beiträge:
    26.461
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    ui das sind ja Fragen an mich kleine Maus hier via PN - da muß ich ausholen.

    Zunächst: ich bin, wie man an obigem Konterfei erkennt, ein Mann. Männer denken und fühlen etwas anders als Frauen, daher bin ich mit der direkten Beantwortung der Fragen überfordert und schreibe lieber hier im Thread etwas dazu.

    Meistens stimmen Männer und Frauen mir zu, wenn ich folgende Bilder verwende, um die Gefühlseigenschaften von Männern und Frauen zu differenzieren:

    Männer denken in Boxen. Wir haben kleine Boxen im Gehirn, in die wir irgendwann gelernt haben, fein säuberlich unsere Gedanken mit Gefühlen zu paaren und sie themenorientiert dort einzusortieren. Auf diese Weise können Männer eher mal die Boxen geschlossen lassen. Wir denken dann nicht und fühlen nicht - und Frau fragt sich, warum. Bzw. sie kann es nicht verstehen, und sagt: Du mußt doch was denken, oder wenigstens was fühlen! Nein, muß Mann nicht. Mann kann auch schweigen, gefühlsmässig wie im Wort.

    Frauen dagegen denken in? Badewannanähnlichen Gebilden. Diese Badewannen sind durch Schläuche alle miteinander verbunden, so daß die Frau innerhalb eines einzigen Gedankens ohne Probleme mehrere Gefühle durchlaufen kann, bzw. ohne Probleme innerhalb eines Gefühls mehrere Gedankengänge haben kann. Die Frau hat seltener oder eben auch nie Boxen, die sie verschliessen kann, so daß sie nichts fühlen und nichts denken muß.


    Wenn dem tatsächlich so ist, dann kann ein Mann einer Frau auch nur erschwert raten, wie sie mit ihren Gefühlen und Gedankengefühlen besser umgehen kann. Das ist mal Fakt. Dem Manne erschliesst sich das Gefühl der Frau nur selektiv so, wie er seine Boxen zu öffnen und zu schliessen in der Lage bzw. gewillt ist.

    Vielleicht stimmt Ihr mir da ansatzweise zu.


    Als Mann würde ich sagen: es ist eine Illusion, daß man das Gefühl einer anderen Person fühlen kann. Man fühlt - egal ob Mann oder Frau - immer nur die eigenen Gefühle. Stattdessen ist es so, daß man die Gefühle anderer Personen wahrnimmt. Aber man fühlt sie dann nicht, sondern man fühlt das eigene Gefühl soweit, wie man das Gefühl bereits zu fühlen in der Lage ist.

    Nun stelle ich als Mann mich selber gerne als geschlossenes System vor - ich mag es, mich beherrschen zu können, im Gefühl und in Gedanken. Ich bin sehr ungern meinen Gedanken und Gefühlen ausgesetzt, das quält mich und daher verwende ich meine Boxen. Ich fühle also meine Gefühle oft nicht dann, wenn sie im Rahmen meiner Wahrnehmung "angestossen" werden - egal ob aussen oder innen. Sondern ich verschiebe die Beschäftigung mit meinem Gefühl auf einen Moment, in dem ich Ruhe habe und reflektieren kann, warum ich wie fühlen musste in welchem Moment. Es ist eine Art Rückschau: Box auf, Gedanken hören und die dazugehörigen Gedanken, und lernen, wie ich warum bin. Gerade diese Eigenschaft, zuhören zu können und das Gefühl zwar wahrzunehmen, jedoch nicht darein zu verfallen, mögen die Frauen wohl an Männern, die so sind wie ich. Weil ich so ein Boxenluder bin, kann ich eben ganz gut helfen, die Badewannengefühle zu sortieren, indem ich kurzzeitig via Kommentar oder kleiner Erklärung oder Andeutung den ein oder anderen Abfluß von Gefühl in eine andere Badewanne hinein im Gespräch verschliessen helfe, so daß Frau ihr Gefühl benennen und die um das Gefühl kreisenden Gedanken beenden kann. (wenn auch nur für den Moment, meist, denn aus einer Badewanne wirst Du nie eine Box machen, sie verliert ohne Abfluss ja ihre Funktion.)

    Ich glaube also, daß damit Frau ihre Gefühle "sortieren" und im Gefühl reifen kann, irgendeine Art von Übung hilft, bei der Frau lernt, ihr Gefühl zu benennen. Ich schrieb das bereits in meinem Post hier im Thread: "ich fühle das Gefühl X und denke dabei Y." Auf diese Weise bekommt man den Eindruck eines Gedankengefühls, welches sinnbildlich das Wasser wäre, das von Badewanne zu Badewanne fliesst.

    Interessant ist nun zu betrachten: wenn ich das Gefühl X habe - z.B. Sehnsucht - und dabei Y denke - z.B. an einen Mann, dann ist die Frage: wo habe ich gelernt, wann und von wem, daß ich sehnsuchtsvoll an einen Mann denken soll? Wer hat mir das so vorgelebt? Wir wissen ja: Erfüllung findet man nicht im Anderen, nicht dauerhaft. Von daher ist Sehnsucht auch kein erstrebenswertes Gefühl, sondern im buddhistischen Sinne Leid. (Die Voraussetzung ist also auch zu erkennen, daß es leidige Gefühle gibt, in denen man zwar schön baden kann, die einen im Lernen was Menschsein bedeutet jedoch nicht weiter bringen.)


    Ein ebensolches "leidiges Gefühl" ist das Gefühl, die Gefühle anderer Personen zu fühlen bzw. sie fühlen zu müssen. Die Frage bei diesem Gefühl ist: wo habe ich gelernt, daß das, was ich fühle, nicht mein eigenes Gefühl ist? Wo habe ich gelernt, daß ich einfühlsamer sein muß bzw. daß ich mich einfühlsamer zeigen und fühlen muß, als es mir gut tut? Es ist ja ein Mißverständnis, wie einige Threadbeiträge aufzeigen: man fühlt das eigene Gefühl, stets, und nicht das Gefühl einer anderen Person. Man nimmt das Gefühl der anderen Person lediglich wahr, und Wahrnehmung ist nicht Fühlen.


    So. Mehr als diese obige Verwirrung kann ich zu dem Thema als Mann nicht beitragen, weil meine Boxen in der Regel fein säuberlich sortiert sind, so wie ich das mag.

    :banane:

    Dennoch liebe Grüsse und Helau,
    Trixi Maus
     
  7. Rehkitz

    Rehkitz Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    21. September 2010
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    2.138
    Ort:
    In mir selbst ruhend ...
    Mir hilft in diesen Momenten bisher stets etwas simples und doch schweres zugleich.
    Man kann es auch bezeichnen wie einen steten Lernprozess.
    Man kann Mitmenschen nicht ändern, sollte keine Erwartungshaltung haben.
    Ändern kann man sich selbst, in seinem handeln und seinem denken.
    Was auch spürbar nach sich zieht, das andere sich verändern.
    Das alles das was andere über einen Denken deren Sicht ist.
    Sind sie der Meinung, man ist eine lahme Schnecke an der Kasse, man ist ein Trampeltier und was sie nicht noch alles denken können über einen, deren Sicht ist.
    Man weiß das man richtig ist, in der Langsamkeit an der Kasse, ja, was man unterbinden kann wie madma es schreibt, das man diesen Menschen vorlässt was ihn hier und da dann auch erstaunen mag.
    Sie denken das man ein Trampeltier ist, man aber selber weiß das man dies nicht ist.
    Und dies sind hier nieder geschrieben jetzt nur kleine Beispiele, die aber in jeder anderen Lebenslage auch ihre Gültigkeit haben, haben können.
    Es ist wichtig das man nicht meint man muss, das man nicht will.
    Aber das man weiß, man kann wenn man möchte.
    Alles was mit einem Muss belegt ist und einem will, negatives, einen Druck in einem herstellt, der wieder rum dann einen Gegendruck in einem erzeugt.

    Rehkitz
     
  8. Sonnenanbeterin

    Sonnenanbeterin Mitglied

    Registriert seit:
    12. August 2011
    Beiträge:
    60
    Ort:
    Berlin
    @ Trixi Maus:

    Ersteinmal danke fuer den langen Eintrag, fuer den du einige Zeit und Gedanken aufgewendet hast :banane:

    Ich finde deine Bilder fuer die geschlechterspezifischen Denk- und Fuehlunterschiede toll. Bisher habe ich mir noch keine Gedanken darueber gemacht, dass Maenner und Frauen unterschiedlich Herz und Kopf connecten koennten.
    Ich stimme dir nach einigem Ueberlegen aufjedenfall zu, was das Denken und Fuehlen von Frau angeht.. und muss gestehen, dass ich euch Maenner etwas beneide was das angeht- wobei ntl beides Vor- und Nachteil hat, wie alles.

    Die Uebung finde ich sehr schwer, weil bei mir pers. die Gedanken manchmal so schnell sind und von einem in einen anderen Abfluss laufen und auseinander in kleinen Wirbeln und Stroemen entstehen, dass es beinah unmoeglich ist sie zu verfolgen.

    Ich habe mittlerweile fuer mich auch herausgefunen, dass Meditieren eine gute Moeglichkeit ist (um bei einem Bild zu bleiben) einige Abfluesse zu verschliessen und sich die Gedankengefuehle im Stillen anzusehen, zu sortieren oder einfach mal (wie Mann es anscheinend tut) das Baden in Gedankengefuehlen sein zu lassen und aus den Wannen zu klettern.

    .

    Was meinst du fuer Gefuehle? Ich finde Sehnsucht, Hand in Hand mit Vermissen,ist kein eigentlich alleinstehendes Gefuehl, sondern begleitet eines, wie zB die Liebe.
    Und auch alle anderen Gefuehle, die sich nicht gut anfuehlen.. wie Wut und Traurigkeit haben ja ihre Daseinsberechtigung. Und auch wenn man in ihnen "badet" hat das ja den einen Sinn meine ich, weil man dann anscheinend etwas noch nicht begriffen hat. Wo das Gefuehl hingehoert, warum es tief ist, oder wie der Wasserstand uberhaupt ist. Und wenn man das noch nicht einschaetzen kann, dann droht man eben zu versinken, oder verbrennt sich an zu heissem Badewasser bzw holt sich Erfrierungen im zu Kalten.
    Das Baden in Gefuehlen kann also objektiv betrachtet als Lernprozess oder als Irren Aber im Endeffekt ist Irren menschlich und jedes Irren traegt also auch zum Lernen,was sein Mensch sein bedeutet, bei, oder meinst du, dass ich zu viele Haare im Badewasser suche? ;)

    Wo wir nach wundervollen langen Exkursen wieder bei der Problem von nana (der threadstellerin) waeren. Ist das tatsachlich so?

    Empathie ist die Faehigkeit des Menschen, die es ihm ermoeglicht sich in andere Menschen hinein zu versetzen und die manche Menschen mehr und andere weniger ausgepraegt besitzen(. Beim EQ spielt das zB eine Rolle)
    Wenn man davon ausgeht, dass ein Mensch ein besonders ausgepraegte Empathie besitzt und mit dieser Faehigkeit noch nicht ganz gezielt umgehen kann, dass er dann mitleidet, statt mitfuehlt? Ich denke nicht dass man zu 100 %zB Schmerz mit einem anderen Menschen mitfuehlen kann. Man kann sich in ihn hineinversetzen und wenn eine enge Bindung zu dem Menschen besteht dann ist man naeher am Gefuehl. Aber Wahrnehmung ist mir zu objektiv.. denn wer kennt es nicht, dass er den Schmerz eines geliebten Menschen mitfuehlt? Aber koennen wir denn wirklich mitleiden?

    Nanas Problem scheint zu sein, dass sie eben nicht nur die Gefuehle nahe stehender Personen fuehlt, sondern auch voellig Fremder. Wie das genau funktioniert kann ich mir nicht erklaeren, aber vielleicht sind es eher Ableger dieser Gefuehle. Schwingungen und Frequenzen, die du nicht nur wahrnimmst, sondern eben, weil du noch keine Schutzmechanismen entwickelt hast.. mitfuehlst?


    Sonnige Gruesse
     
  9. Trixi Maus

    Trixi Maus Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    23. Oktober 2005
    Beiträge:
    26.461
    :banane:

    Ging ganz schnell. Ich bin ein redseliger Typ und meine Finger sind flink wie die Wiesel. :D:D (wo wir beim Bildhaften sind...)

    Ja, wie Du siehst habe ich auch über 20.000 Posts in diesem Forum hier benötigt, um den Unterschied zu checken und in Worte zu packen. Bisher hat Box und Badewanne noch jeder verstanden. ;)

    Oh ja. Ich persönlich hatte etwa 6 Wochen im Leben, in denen ich eher Badewannengefühle hatte - eine fürchterliche Zeit. Für mich als Mann. :D


    Ich denke es ist eine Frage des inneren Zuhörens, des Hörens auf die innere Stimme. Es ist lohnenswert, die innere Stimme aus den anderen, psychischen Gedankengefühlen "heraus zu kramen". Man findet so zu sich selbst.

    Ja, ohne Meditation geht es nicht. Gedankenbeobachtung würde ich als Mann voranstellen. Bei mir war es wenigstens so, daß ich zunächst meine Gedanken hören konnte und dann nach einiger Zeit das Gefühl wahrgenommen habe, das mir die Gedanken macht bzw. das mit den Gedanken einhergeht.

    Wenig später dann habe ich erkannt, daß unter diesem Gefühl weitere Gedankengefühle sind, die mich mit meiner Vergangenheit verbinden. Diese Verbindung aus der Vergangenheit "speist" sozusagen die Energie des vordergründigen Gedankengefühls und treibt sie an.

    Ich könnte mir nun aber vorstellen, daß es bei Frauen grad andersherum ist. Es könnte sein, daß man als Frau einen besseren Zugang dazu findet, zunächst das Gefühl zu benennen, das man fühlt. Und daß man dann im zweiten Schritt das Mentale entdeckt, die Gedanken, die auf dem Gefühl ruhen und von ihm verursacht werden. Im dritten Schritt dürftet Ihr dann unter Eurem jetzigen Gefühl weitere Gefühle erkennen, die wiederum von bisher unbewussten Gedanken begleitet werden, die durch das Leben angestossen wurden.

    Auf diese Weise ist man dann "gestrickt", man hat ein Muster, das einen denkfühlt, bzw. bei der Frau fühldenkt.

    Ich würde es so sehen, daß es im Grunde keine schlechten Gefühle gibt. Dies zu erklären hätte aber den Rahmen des ersten Posts und meines gestrigen Kopfes gesprengt.

    Ich finde den Begriff des "Irrens" ganz gut, nicht im Sinne von Falschverstehen, sondern von Umherirren im Gefühl. Sehnsucht zum Beispiel kann auch ein sehr schönes Gefühl sein, wenn man weiß, mit welchen Badewannen das Gefühl verbunden ist und wie das Gefühl in einem von Badewanne zu Badewanne fliesst. Dafür ist es eben meines Erachtens notwendig, die Muster des eigenen Gefühlsverlaufs in der Meditation zu betrachten, zu erforschen. Man wird dann erkennen, daß man sich in jedem einzigen Gefühl eigentlich entwickeln kann, daß man jedes einzelne Gefühl besser, intensiver oder auch "heiler" fühlen kann und daß dann erst das wahre Ich-Gefühl entsteht. Vorher würde ich das, was man fühlt "egoisch motivierte Gefühle" nennen, unter denen man leidet.

    Ich unterscheide Wahrnehmung aus beruflicher Gewohnheit so, daß sie zunächst durch die Sinneskanäle geschieht. (Zu den Sinneskanälen würde ich in diesem Zusammenhang aber auch die Intuition hinzu zählen.) Im nächsten Schritt werden die Sinneserfahrungen kognitiv verarbeitet, was zu einem Gefühlseindruck führt.

    Nun ist manchen Menschen eben weder akkurat bewusst, wenn sie Sinneserfahrungen machen, noch kennen oder erkennen sie den kognitiven Vorgang, die letztlich zur Gefühlserfahrung führt. Und da, in diesem Zusammenhang, ist jede Menge Lernstoff für jeden Menschen vorhanden, der z.B. via die Meditation bewusster werden will und gesünder fühlen möchte.

    Ich erkläre es im beruflichen Zusammenhang so, daß es wirklich eine klitzekleine Verständniswandlung ist, die zu einer gesunden empathischen Wahrnehmung führt. Übrigens denken Viele, die Empathie als Solche sei eine angeborene Sache, da widerspreche ich: Mitfühlen ist die angeborene Sache, die jeder einzelne Mensch kann, jedoch achtet nicht jeder Mensch darauf. Mitfühlen kann aber auch die Kuh auf der Wiese: wenn ihre Freundin Schmerzen hat und muht, geht sie hin und leckt ihr die Nase, aus Mitgefühl. Empathisch ist die Kuh aber deshalb noch lange nicht. (wenngleich es auch empathisch veranlagte Kühe geben mag, aber die Hirnstruktur lässt vermuten, daß sie es nicht kann und auch nicht lernen kann.)

    Mitgefühl ist also etwas Tierisches, lustig, nicht? Etwas, das den Menschen nicht sonderlich auszeichnet. Ich war regelrecht perplex, als ich das mit der Kuh mal beobachtete.

    :)

    Empathie dagegen ist ein Sich-Hineinversetzen, ja. Als erster Schritt. Die Aufgabe an der Kasse ist also zunächst, nicht nur mitzufühlen "dieser Mensch da findet mich langsam". Das ist eine Vorstellung, zugleich eine Interpretation, möglicherweise auch pure Illusion, meist aus Ohnmachtgefühlen heraus entstehend.

    Sondern die Idee ist, sich hinein zu versetzen: Dieser Mensch steht hinter mir an der Kasse und betrachtet mich, wie ich mit fahrigen Fingern im Portemonaie nach meinen Cents fische. Also: erst mal den Standpunkt wechseln, sich selbst ein Stück verlassen und sich "hineinversetzen".

    Der nächste Schritt der Empathie besteht aus dem vorsichtigen Sich-Einfühlen. Nicht aus Mitfühlen. Sondern: Sich Einfühlen. Es ist ein etwas anders gelagertes Vorgehen, sich einzufühlen. Sich-Einfühlen bedarf kognitiver, also letztlich geistiger Kompetenz. Dafür mußt Du wie oben beschrieben Deine Wahrnehmung so verstehen, daß zunächst ein Reiz via Sinneskanal in Dich eingeht (da steht jemand und guckt, wie ich meine Münzen fische) und Du dann kognitiv eine Entscheidung treffen kannst: will ich mich überhaupt da jetzt einfühlen? Oder will ich diesen unruhigen Typen da einfach so stehen lassen wie er da steht und noch extra langsam tun? :D

    Hat man sich dann zunächst hineinversetzt und hat man sich dann eingefühlt, so verliert man im dritten Schritt die persönliche Betroffenheit, wenn man bemerkt, daß dieser Mensch ja möglicherweise ganz einfach auf die Toilette muß. Dafür muß man dann aber vom Gefühlsgeschwurre weggehen und bemerken, wie er unruhig innendrin von einem Bein auf's andere tippelt, um seine Blase nicht spüren zu müssen. (Oder es mag andere Gründe geben, die man eben niemals nicht erkennen wird, wenn man "nur" mitfühlt, einer Kuh ähnlich und im eigenen Gefühlsgeschwabere so letztlich festhängt.)

    :banane:
     
  10. Asaliah40

    Asaliah40 Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    15. Januar 2011
    Beiträge:
    34.580
    Ort:
    Kärnten
    Werbung:
    Ja, Männer und Frauen werden immer unterschiedlich denken oder fühlen !
    Der Vergleich mit den Boxen und der Badewanne ist exellent. :D
    Auch ansonsten ist dein gesamter Beitrag sehr stimmig für mich !

    LG Asaliah:)
     
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