MysticalLady
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Allerdings werden diese neuronalen Kontakte schon geknüpft, bevor uns die bewusste Entscheidung eben bewusst wird. Das wurde auch schon gemessen.
Diese vor dem bewussten Willensentschluss von der motorischen Rinde initiierte neuronale Aktivität führt jedoch laut diverser EEG-Experimente nicht zwingend zu einer willkürmotorischen Aktion. Bis zu 50ms vor der ersten Muskelkontraktion lässt sich dieses Bereitschaftspotenzial noch abbrechen, während das bewusste Wollen im Durchschnitt 200ms vor der ersten Muskelregung in Erscheinung tritt. Dem Bewusstsein verbleibt also theoretisch ein Zeitintervall von etwa 150ms, um zu intervenieren. Daraus schließe ich: Das Bereitschaftspotenzial ist allein nicht in der Lage, eine Aktivierung der Betz-Zellen der Großhirnrinde herbeizuführen. Diese ist aber vonnöten, damit das elektrophysiologische Potenzial sich entlang der Pyramidenbahn fortpflanzen und die unteren Motoneuronen des Rückenmarks innervieren kann, damit es schlussendlich zu den gewünschten elektrischen Erregung der muskulären Fasern kommt.
Meine Behauptung ist, dass erst die Addition von Bereitschaftspotenzial und bewusstem Willensakt (über die bereits erwähnte Wahrscheinlichkeitsmodifikation) zu einer ausreichenden Aktivierung der Pyramidenareale führen kann. Entschließt sich der Mensch nicht für die bereits vom Motorkortex vorbereitete Handlung, tritt kein bewusstes Wollen in Kraft und es folgt damit auch keine spezifische Tat. Materialistische Neurowissenschaftler müssten plausibilisieren, aus welchem Grunde dieses Bereitschaftspotenzial manchmal zu einer Handlung führt, in anderen Fällen jedoch nicht.