Genau. Viele bilden sich auf ihr Wissen (oder was sie dafür halten) viel ein und glauben, dadurch über Andere erhaben zu sein; oft nicht ahnend, dass sie dafür auf anderen Gebieten eher unterbelichtet sind. Das Menschsein bedarf prinzipiell keines überdurchschnittlichen Intellekts und Sachwissens. Viele besitzen eine natürliche Vita, auch ohne jemals ein leistungsorientiertes Bildungssystem erlebt (oder erlitten) zu haben.
naja - ganz so stimmt es in meinem fall nicht - hab' mal geschichte und deutsch studiert - auch wenn's lange her ist.
Unser heutiges Weltbild ist materialistisch geprägt: Was ich sehen und in die Hand nehmen kann ist real, was nicht, das gibt es auch nicht! Die meisten Menschen glauben nur, was sie gesehen haben: Wer gestorben ist, lebt nicht mehr. Aus und vorbei! Da sie sich in der Regel mit ihrem Körper identifizieren, bedeutet dies logischerweise für sie, dass mit dem Tod alles endet. Wenn dann gesagt wird, es gäbe ein Leben nach dem Tode, so können sie es nicht wirklich glauben, denn es widerspricht völlig ihrem Weltverständnis. Also halten sie es für ein Wunschdenken, für eine Illusion eben. Wir hier (das unterstelle ich jetzt einmal) sind da ein Stück weiter. Für die meisten von uns steht fest, dass der Körper eben nicht das Maß aller Dinge ist, sondern dass das Leben an sich nicht eine Funktion des Körpers ist, sondern der Körper eine Funktion des Lebens. Wenn wir dies weiter durchdenken, stellen wir fest, dass wir selbst nicht wirklich greifbar sind, sondern jeder Eindruck von uns selbst und unserer Umwelt nur virtuell in unserer Wahrnehmung entsteht. Ein "etwas" von uns nimmt seinen Körper wahr und identifiziert sich damit oder auch nicht. D.h., die Welt, die wir für real halten, existiert genau so ausschließlich in uns, als ein letztlich hauptsächlich subjektiv geprägtes Abbild der Realität. Was nicht heißen soll, dass die Welt ganz anders ist, aber sein kann!
Wenn wir nun einen Schritt weiter gehen und uns nicht hauptsächlich über unseren Körper definieren, können wir den ursächlichen Geist als das eigentliche Wesen erkennen, dem der Körper untertan ist. Der Körper wird dann als stoffliche Hülle, als Leihorganismus auf Zeit erkennbar, um uns selbst und damit das Ganze weiterentwickeln zu können. Wir sind eben nicht identisch mit unserem Körper. Darin liegt dann die Illusion.
lg esoterix
ich sehe es so -
wir leben in einer welt der extreme - die hochgradige überbewertung äußerlicher (materieller) werte einerseits -
die flucht in eine scheinwelt von vorstellungen andererseits.
flucht ist aber, denke ich, beides - und beide extreme hindern uns daran, unser bewusstsein darauf zu lenken die menschliche realität zu erforschen - über das schrittweise erkennen von ursachen, zusammenhängen, wirkungen und wechselwirkungen.
der umstand,
dass wir unsere realität bislang so wenig verstehen können, bewirkt aber auch wieder die fluchttendenz.
unbekanntes macht nun einmal angst.
auf eine realität, die ich kenne, kann ich mich einstellen und meine strategien entwickeln mit dieser realität umzugehen.
auf etwas, das ich nicht kenne, kann ich mich auch nicht einstellen - es macht mich hilflos -
hilflosigkeit macht angst -
und aus angst und hilflosigkeit resultieren gewalt -
körperliche, die noch relativ leicht zu durchschauen ist -
oft sehr viel weniger leicht zu durchschauen - psychische gewalt.
und wir machen uns längst nicht alle formen psychischer gewalt bewusst.
keiner von uns ist völlig frei davon psychische gewalt zu üben - sowohl gegenüber sich selbst - als auch gegenüber anderen.
aber wer gesteht es sich selbst schon ein?
erstens handelt es sich um das normalverhalten - und zweitens haben wir ein sehr großes problem damit uns selbst zu hinterfragen -
da wir uns für fehler schuldig fühlen -
entwicklungsbedingt - seit anbeginn des bewusstwerdungsprozesses -
aber natürlich auch, weil wir in diesem sinn unsere kinder erziehen -
wir haben es ja bislang nicht anders gelernt.
um schrittweise eine realität zu erkennen, die nicht mehr subjektiv gefärbt ist,
müssten wir uns erstens den weg dahin bewusst machen -
und zweitens aufhören uns einzubilden, dass es nicht möglich wäre.
dazu versuche ich meinen kleinen, bescheidenen beitrag zu leisten.