Hi Simi
wer angst hat dem 'fehlt vertrauen in eine richtung..
dem ist dann wichtig, dass überall vertrauen sei, weil vertrauen super toll sei..
wann aber wird es zum 'wert? doch bloss, wenn man einen mangel verspürt..
Wer Angst, dem fehlt Selbstvertrauen, blacky- keine Richtung. Das mit der fehlenden Richtung, das ist so'n Männerding- Frauen haben das nicht. Selbstvertrauen wird zum Wert, wenn man einen Mangel daran verspürt- richtig.
blackandblue schrieb:
tatsächlich ist diese art der reflexion / des empfindens über dieses phänomen nur dann problematisch, wenn die richtung des willens und die richtung der offenen pfade differieren..
auch spielen intentionen, persönliche 'meinung & verfassung eine entscheidende rolle..
Ja, das ist richtig. Bloss- welche persönliche Meinung, welche Intention und Verfassung das ist, das ist ja zunächst mal gar nicht bewusst- darum geht's. Man will etwas- haben oder vermeiden- und das ist einem so selbstverständlich, dass man noch nie drüber nachgedacht hat, warum. Auch glaubt man, alle Menschen wollten das- haben oder vermeiden, das ist dann die Projektion- die Unterstellung, alle Menschen seien gleich in dieser bestimmten Sache.
blackandblue schrieb:
es sind die falschen motive, die vertrauen vermissen lassen..
Nein. Beispiel: Wenn ich mit 15 Jahren durch die Stadt ging und an jeder Ecke stand jemand, der lachte- und ich bezog dieses Lachen aus Angst mit Saturn in 12 auf mich und fühlte mich von wildfremden Menschen ausgelacht- was war denn da mein falsches Motiv? Worin lag meine Schuld, von der du hier immer sprichst? Jetzt kannst du natürlich sagen: selbst Schuld, warum hast du das denn auf dich bezogen? Das hättest du ja nicht tun müssen! Richtig, das hätte ich nicht tun müssen- hab' ich aber. Warum? Weil ich nicht anders konnte- es war einfach so, ich war damit geboren.
blackandblue schrieb:
statt sich die falschheit der richtung einzugestehen..
Tja, blacky, meinste du nicht, das hätte ich versucht? Ich hab' mir ständig selbst gut zugeredet, dass die nicht über mich lachen. Die lachten doch über etwas anderes- bestimmt! Aber das Beklemmungsgefühl blieb trotzdem, also war ich froh, alleine zu Hause zu sein. Worin lag denn da die Falschheit der Richtung? Ich wollte nix von den Leuten, ich war bloss in der Staft, einkaufen oder so. Meine innere Richtung war, frei zu sein, unabhängig zu sein von den Verhaltensweisen anderer. Da lacht wer? Ja, lass ihn doch- das war mein Freiheitsbegriff- ich wäre unbhängig davon. Im Bus tuschelt jemand hinter mir? Na und? Es würde mich nicht stören- das war meine Richtung. In meiner 12. Haus-Phantasie war das auch so- nur nicht in real life.
Also: was hätte ich mir eingestehen sollen? Was war meine Schuld?
blackandblue schrieb:
will man dann evtl erzwingen (à la karma) indem man vertrauen 'investiert, wo keiner ist (autonom)..
so hat man dann nämlich einen externen schuldigen für seine enttäuschung ausgesucht (das opfer sucht seinen täter (externe version) ist aber der täter seines eigenen falls (interne version))..
problem: davon kann man sich nichts kaufen.. da die enttäuschung trotzdem wirkt..
man war sich selbst nicht treu..
das kann keiner rückgängig machen..
Ach was- erzwingen. Ich wollte doch keinem verbieten, zu lachen. Oder zu tuscheln. Die beiden Jungs da, in der Disko, das waren gute Kumpels von mir, natürlich vertraute ich denen. Ich sah sie sonst auch fast täglich, ich war aber drei Wochen im Krankenhaus gewesen- und gerade wieder raus. Wir fuhren immer zusammen in die Disko, so waren die beiden drei Wochen alleine gefahren. Und da ergab sich besagte Szene- wo war ich mir selbst denn da nicht treu? Natürlich hab' ich damals innerlich die beiden als Lästerer beschuldigt, sie waren die Täter, ich ihr Opfer. In Wirklichkeit war ich das Opfer meiner Ängste- der aus der Angst im 12. Haus resultierenden Phantasievorstellung.
blackandblue schrieb:
um also systematisch nicht dauernd in dieses problemfeld reinzukommen..
ist es sinnvoll zu erkennen, was welche pfade öffnet (mit vertrauen segnet) und was welche schliesst (vertrauen entzieht)..
Na- Angst verschliesst jeden Pfad. Bloss- ich beharrte ja innerlich darauf, dass meine Angst Recht hatte, also hab' ich in der Folge den Jungs mein Vertrauen entzogen. Das war falsch, blacky- aber das Problem schien gelöst. Es schien aber nur so- gelöst war da gar nix.
blackandblue schrieb:
man kann diese mechnismen nicht faken oder korrumpieren..
auch nicht mit vertrauen schenken (investition) wo keins ist (autonom)..
Deine Worte sind wahr- aber nicht wahr ist, wie du sie meinst.
Man kann den Angstmechanismus nicht faken, man kann nicht so tun, als hätte man keine- genau. Wenn man Angst hat, hat man kein Selbstvertrauen, wenn man kein Selbstvertrauen hat, kann man auch kein Vertrauen schenken- richtig. Obwohl es angebracht wäre.
blackandblue schrieb:
dieser tür-öffner oder -schliesser.. ist man teilweise selbst..
nur halt eben mehr.. oder weniger bewusst..
Nicht teilweise- man ist das absolut selbst.
Ob einem das bewusst ist oder nicht- es ist so.
blackandblue schrieb:
es ist die verbindlichkeit vor sich selbst.. die ehrlichkeit vor sich selbst..
Ja. Mit Saturn in 12 wäre ich soooo gerne frei gewesen, aus mir herauszutreten und mich zu zeigen. Ich konnte es nicht. Ich wollte es- es ging nicht. Ich wusste nicht, warum es nicht ging. Ich hatte immer ein schlechtes Gewissen, weil ich dachte, ich müsste es können- andere konnten es doch auch. Warum ich nicht?
So ehrlich war ich bereits mit 8 Jahren- daran lag es nicht. Die Unehrlichkeit lag ganz woanders. Sie lag zB darin, dass ich glaubte, empathisch fühlen zu können, was andere fühlten in Bezug auf mich. Ich konnte es nicht- machte es mir aber vor. Du sagtest, es sei doch wurscht, ob das nun Einbildung war oder wirklich, wesentlich sei doch, dass es Wirkung auf mich hatte. Jaja, aber weil ich fest an diese Einbildung glaubte, hatte sie Wirkung auf mich- und zwar genau die von mir beschriebene Beklemmung. Als ich mir ehrlicherweise nach und nach eingestand, dass es Einbildung war, verlor sie ihre Wirkung- that's it.
blackandblue schrieb:
du sagst das gewissen sei die stimme der angst..
ich sage die angst ist die stimme des gewissens..
Was ist denn da der Unterschied, blacky?
Dein Satz sagt doch dasselbe aus, oder nicht?
Zur Verdeutlichung: wer keine Angst mehr hat, hat auch kein Gewissen mehr.
blackandblue schrieb:
ich brauche keine ängste bekämpfen.. sondern nur meine neigung blödsinn zu tun überwinden..
und alle pfade für ein erfolgreiches und glückliches leben sind gegeben..
Ängste bekämpfen geht ja auch gar nicht- bewusst machen.
"Blödsinn" machste solange, solange Angst dein Ratgeber ist.
Zu sagen: "ich muss nur das Blödsinn machen überwinden" ist Blödsinn.