Toffifee schrieb:
Hi Qia Sol!
Danke, für Deine ausführliche Antwort.
Gern...wenn ich was dazu sagen kann, dann tu ichs auch.
In einer Tai Chi Stunde (es blieb bei mir leider nur bei einer) sagte meine Lehrerin:"Lass Deine Gedanken fortziehen wie Wolken am Himmel. Lasse sie vorüberziehen und betrachte sie, ohne sie zu bewerten." Ist das nicht eher ein Grundprinzip der Meditation? Ist es also ein meistern der Meditation? (Aber wahrscheinlich wird die Meditation eher ein Mittel zum Zweck sein...)
Alle Praktiken der Art sind nur Brücken, oder Mittel zum Zweck. Es geht immer um das, was daraus entsteht. Aus dem vorbeifliessen lassen der Gedanken ohne dem festhalten entsteht eine Erkenntnis und Fähigkeiten.
Wenn ich Dich richtig verstanden habe, dann gewinnt man eine Art Erkenntnis. Kannst Du diese Erkenntnis ein wenig mehr beschreiben? Man schwimmt in den Dingen und trotzdem schwimmen sie vorüber...
Im Grunde hat man und erlebt man "freie Wahl". Es ist mehr ein Erleben als ein Erkennen. Man erlebt, wie zwischen einem Selbst und dem Baum kein "leerer" Raum besteht, sondern reine Kraft und Leben und Wissen.
Man spürt sich durchdrungen davon, als ob man darin schwimmt. Und die Phänomene sind wie Angebote des Lebens, sich damit zu beschäftigen.
Aber was meinst Du mit Dingen? (Gedanken, Emotionen, äußere Umstände, Bedürfnisse...)
Ja...alle
Formen.
Man versteht den Sinn vom Leben? Aber wahrscheinlich nicht i.S.v. kognitiv, sondern eher erfühlbar...
Eher Ganzheitlich. Man spürt es, sieht es, kann es schmecken aber auch kognitiv umschreiben. Alle bestandteile des Wesens haben einen Teil daran und können den bewusst abbilden.
Aber wenn das wahr ist, warum brauchen wir dann noch Universitäten? Warum müssen Ärzte vorher auf Hochschulen geschickt werden?
Universitäten sind abwandlugnen der alten Schulen der Weisheit. Ähnlich dem Vergessen dessen was in uns ist, wurde in den alten Schulen vergessen um was es ging.
Nicht der Mensch und seine Erinnerung stehen mehr vorn an, sondern nur das Wissen und was man damit machen kann.
Nicht die Tatsache, das man dieses Wissen IST!
Schulen braucht man um inkarnierende Seelen mit dem Wissen auszustatten, wie dieses Dasein funktioniert. Im Grunde hat man ihnen früher beigebracht sich zu erinnern und daraus Wissen hervorzubringen, dass wiederum dazu da war, kreativ und schöpferisch mit dem Leben umzugehen.
Reicht es da nicht künftigen Generationen von Wissenschaftlern eher das meditieren als möglichen Weg zur Erleuchtung beizubringen?
In gewissem Sinne war es einmal so... Ja. Es ist im Grunde nichts anderes als ein Auffangsystem für Seelen, die die Befreiung aus Verstrickungen nicht gemeistert haben... Die Schule sollte dieses Wissen vermitteln.
Lieber Qia, ich stimme Dir absolut zu. Aber das habe ich schon vor diesem Thread gewusst... Bin ich erleuchtet und ahne es vielleicht nicht?
Durchaus möglich. Das hängt davon ab, wieviel Du von dieseninhalten lebst, ohne darüber noch nachdenken zu müssen... Das Ergebnis Deines Lebens sagt Dir etwas über das bewusste Mass Deiner Erleuchtung.
Von Morihei Ueshiba, dem Begründer des Aikido, ist bekannt, daß er nach einem Kampf, indem er sich einem Kendokämpfer ohne Schwert gestellt hatte, die Erleuchtung (im wörtlichen Sinne zu verstehen) zu Teil wurde, daß Budo nicht darin bestehen kann andere Menschen zu vernichten. Sondern Budo muß auf den Erhalt des Lebens abzielen. (Dieser Philosophie schließe ich mich an.) Selbstverständlich gewann er den Kampf, wobei es dem Kendomeister nicht gelang O-Sensei zu treffen oder gar zu besiegen. Später sagte Morihei Ueshiba, daß er viele Lichter gesehen habe, die ihn zu dieser Erkenntnis geleiteten. Nun, es ist bekannt, daß in Japan Shinto und Buddhismus weit verbreitet sind... Um seiner neuen Kampfkunst Aikido mehr Bedeutung zu verleihen, liegt es nahe sich mit einer solchen Geschichte ein wenig hervorzutun...
Nun...alle Schulen arbeiten mit dem selben Erleuchtungswissen. SIe gehen nur von unterschiedlichen Seiten an die Sache heran, dass hat auch was mit den Kulturen zu tun.
Oder ist es nicht vielmehr so, daß "Erleuchtung" ein Phänomen darstellt, daß in unterschiedlichen Kulturkreisen anders bewertet oder benannt wird?
Ja, wird es, jedoch ist das völlig abseits der Pragmatik. Erleuchtung ist ein prinzipieller Vorgang, der sich aus den prinzipiellen Eigenschaften des Systemes des Menschseins ergibt. Keine individuelle Auslegungssache.
Das Prinzip des Denkens ist bei allen Menschen gleich, nicht aber das, WAS sie denken, oder WIE sie denken. Genauso ist es mit der Erleuchtung.
Jesus Christus z.B. wird als Sohn Gottes von den Christen gesehen. Es gibt die Vereinigung der "spiritualist churches", die in Christus eine Art Supermedium sehen...
Das wort "Christ" oder im Ägyptischen als auch dem Sumerischen "Krist" hat einen Bedeutung, die die Frage beantwortet: Christ heißt übersetzt: "Gott im Menschen realisiert!" Oder "Erinnert" - Bewusst gemacht und angewandt.
Man sagt: "Jesus ist die Erleuchtung und Buddha ist der Weg."
Oder wie stehts mit Medialität im allgemeinen? Kann man von medial begabten Menschen auch von "Erleuchteten" sprechen?
Medialität ist eine notwendige Vorraussetzung des Lebens selbst. Alles im Leben steht in ständiger Verbindung miteinander um die Grundlage für ein funktionales Interagieren zu bieten.
Medien haben einfach nur einen bewussteren Zugang auf diesen Umstand. Mehr nicht. Aber ja, man könnte es als bestandteil von "Erleuchtung" sehen...allerdings gibt es Medien, die zwar diesen Umstand realisiert haben, aber in ihrem eigenen Leben damit NICHTS anfangen....wie in allen Dingen im Leben geht es um die Praxis dessen was man weiß.
P.S.: Mein Interesse wurde ein wenig geweckt, auch wenn ich leider auf dem Gebiet eher ein blutiger Anfänger bin...
Anfänger hier sind meistens großartige Profis an anderer Stelle....
Liebe Grüße
Qia
