Erleuchtung!

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Ok., ihr lieben Freunde der lustigen Tanz und Blasmusik..
:party02: :gitarre: :drums: :gitarre: :party02:

Bin wieder zurück...und hier geht`s richtig philosophisch zu..das gefällt mir.

Also nochmal zurück zum Rollstuhlfahrer:

Wyrm meinte, er hätte diesen Bericht gesehen, von dem Mann, der wieder gehen kann.

Prominentes Gegenbeispiel: Christopher Reeve, der sich auch sicher war, die Behinderung wieder loszuwerden und gekämpft hat wie ein Löwe - und den Kampf verlor.
Fazit: Es gibt immer wieder Spontanheilungen und solche, die die Wissenschaft nicht erklären kann, aber die Regel ist das nicht.
Das gleiche gilt für Wunderheilungen durch Heilige.
Auch hier offenbart sich eine Gnade, die aber keinesfalls selbstverständlich ist.

Ich werde jetzt unseren Rollstuhlfahrer in die angenehme Situation versetzen, nicht für immer behindert zu bleiben, sondern nur für einige Zeit.

Analog zur Erleuchtung eben...denn ich gehe davon aus, dass jeder dahinkommen wird.

Er hat also einen Unfall gehabt, meinetwegen irgendwelche komplizierte Knochenfrakturen und vielleicht noch Sehnen und Bänder durchgerissen.

Das ist langwierig. Die Ärzte können ihm nicht genau sagen, wie lange er im Rollstuhl sitzen muß, vielleicht ein Jahr, abhängig davon wie gut sein Körper sich regeneriert.
Er sieht jetzt all die anderen glücklichen Menschen, die fröhlich in der Gegend herumhüpfen und erinnert sich daran, wie schön das war, als er das auch noch konnte.

Kann er jetzt deswegen gleich aus dem Rollstuhl aufspringen?
Oder muß er nicht vielmehr trotzdem den Heilungsprozess abwarten: die Knochen müssen sich richten, die Sehnen zusammenwachsen die Nerven müssen sich adaptieren.
Und schließlich, wenn das alles geschehen ist, muss die Muskulatur wieder aufgebaut werden.

Diesen Vorgang der Heilung kann er beschleunigen, z.B.mit Krankengymnastik.

Aber aufspringen, solange alles noch im Eimer ist, kann er wohl nicht.
Und mit der Erleuchtung sehe ich das ähnlich.

Liebe Grüße Nithaiah :mad2:
*die schon gespannt ist, was Wyrm ihr darauf wieder antworten wird*
 
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sagen wir das kind lernt laufen :) (ist doch schöner, als rollstuhl)

und wenn es laufen lernt, konzentriert es sich auf das laufenlernen.

und wenn du erleuchtung anstrebst, dann konzentriert dich nicht auf die erleuchtung, sondern konzentriert dich auf dich selbst.

stell dir die frage : wer bin ich?
 
Der entscheidende Punkt ist genau wie Wyrm es sagt:
Die Leute glauben ganz vieles, und halten das fälschlicherweise für Wissen. Es geht nicht um den Rollstuhlfahrer und ob er jemals wieder laufen kann, weil er glaubt oder nicht glaubt - es geht lediglich darum zu zeigen, dass er nicht weiss, sondern glaubt. (Es ist für unser Beispiel irrelevant, ob, wenn der Mann nur daran glauben würde, er im Endeffekt auch irgendwann wieder gehen könnte oder nicht.)

Ok. Bis hierhin sollte alles klar sein.

Nun geht es aber weiter. In dem Beispiel konnte gezeigt werden, dass das Denken sich ad absurdum führt, wenn es konsequent ans Ende geführt wird! Das Beispiel widerlegt sich selbst. Wenn wir davon ausgehen, dass der Rollstuhlfahrer tatsächlich etwas weiss, dann endet unser Gedankengang in einem logischen Widerspruch.

Nun, das mag ja für das Beispiel mit dem Rollstuhlfahrer ganz nett sein oder auch nicht, das sei hier dahingestellt. Aber, es gibt sehr viel existentiellere Fragen, die einer sich stellen kann - welche auf eben dieselbe Weise in einem logischen Widerspruch enden, wenn man sie konsequent durchdenkt und dabei von der Annahme des "Wissens" ausgeht!

Beispiel gefällig?

Ich weiss, dass es mich gibt.

fckw behauptet, dass dieser Satz, wenn man ihn konsequent auf dieselbe - streng logische!! - Weise durchdenkt, wie im Beispiel mit dem Rollstuhlfahrer, in einem logischen Widerspruch endet.

Wer das nicht glaubt, der soll sich bitte hinsetzen und die Übung durchführen. Wenn er nirgendwo einen Fehler macht, müssen sich seine Gedanken entweder irgendwo widersprechen oder aber er muss zirkuläre Annahmen treffen. (Ich habe eine ähnliche Übung auch im Thread "E G O" gepostet, vgl. Beitrag #3 im Thread.)

Was bedeutet das? Nichts anderes als dies: Es gibt keinen Mensch, der mit Sicherheit wissen kann, dass es ihn (als Ich-Persönlichkeit) gibt - es sind lauter Annahmen! Auf diesen Annahmen beruht aber unsere ganze Persönlichkeit, unser ganzes Wesen, Denken, Streben, Tun und Lassen basiert auf der Annahme, dass es eine Ich-Persönlichkeit gäbe, dass "ich" diese "Ich-Persönlichkeit" bin bzw. dass ich mit ihr identisch bin. Wir leben unser ganzes Leben für eine Ich-Persönlichkeit, von welcher wir nicht wissen können, dass es sie gibt, sondern bloss glauben, dass es sie gibt. Wir essen, schlafen, lieben, haben Sex, träumen, lernen, usw. - und wir tun es alles im festen (vermeintlichen) Wissen, dass da eine Art Ich-Persönlichkeit gibt, welcher all diese Dinge zustossen. Wir halten so sehr an diesem (Schein-)Wissen fest, dass wir Todesangst haben, wenn diese Ich-Persönlichkeit bedroht wird. Gleichzeitig aber können wir logisch beweisen*, dass wir nicht wissen können, sondern bloss glauben können, dass es diese Ich-Persönlichkeit gibt! Unser ganzes Leben basiert auf ein paar erbärmlichen Glaubensgrundsätzen, auf ein paar lose zusammengewürfelten Annahmen - und das bin dann "Ich".

Als ich das erste Mal wirklich den Sachverhalt erkannte (das war im Herbst 2003 - siehe mein Lieblingsthread "Selbst-Missbrauch"), war ich nahe daran durchzudrehen, so absurd gestaltete sich mir die ganze Sache. Heute bin ich ziemlich gelassen. Und weiss, dass ich nichts weiss... :D



*Selbst der angewendete logische Beweis führt sich ad absurdum, da er wiederum auf Annahmen beruht, die nicht bewiesen werden können. Das sei hier aber mal vernachlässigt. Wer sich konsequent mit der Materie auseinandersetzt, wird diese Erfahrung selbst früher oder später machen...
 
fckw schrieb:
Und weiss, dass ich nichts weiss... :D

Dafür tippselst DU aber auch ne ganze Menge...

Woher weißt Du, wie man das macht?

Jaja...ich weiß, es schaut so aus, als hätte ichs nicht verstanden ... ;)

Liebe Grüße
Qia :)

Überall Schlangen...und ständig machen die so komische Sachen mit ihren Hinterteilen...STÄRKER Beissen!
 
Hallo liebe Forenteilnehmer *wink*

Mal eine Frage...ich steh auf dem Schlauch...
Der Mann im Rollstuhl der denkt er könne nicht laufen...Sein Leiden/Leben ist nur ein Gedankenkonstrukt. Seine ganze Realität, die er jetzt wahrnimmt (Beine ab) ist Ergebnis aus vergangenen Geschehnissen (Unfall) die er gespeichert hat und die seine jetzige Welt formen. Er lebt also quasi auf allen möglichen Erfahrungen die geschehen sind, vergangen sind, und Vergangenes ist nicht real es existiert nur noch in meinem Hirn, und daraus formt sich dann wohl meine Welt. D.h, weil ich noch daran glaube/es festhalte/im Hirn habe ist es so/Geist schafft dann die entsprechende Materie...?

Also...mein Weltbild im jetzt ist einzig und allein aufgebaut aus meinen vergangenen Erfahrungen...öhm...Könnte man dieses Konstrukt auflösen - denn es ist ja wirklich jetzt nicht mehr da, nur gespeichert im Hirn, ein Fake irgendwie - ja könnte man alles auflösen, dann wäre man gesund/frei? bzw "erleuchtet"*? Man müsste sich nur klarmachen das es die komplette Vergangenheit und alles was passiert ist gar nicht gibt und nur diese "jetzt"? Ist das möglich und wenn ja, wie, und wie schaut die Welt dann aus? Dann is ja irgendwie nix mehr da *??* Ist das dann "erleuchtet" ?

*Ich hab weder Ahnung was erleuchtet sein soll noch weiß ich im Moment wer ich bin, ob ich lebe, tot bin oder schlafe. Im Übrigen bin ich selbst behindert (bzw. glaube es zu sein *lol*, bei plötzlich eintretender Spontanheilung schmeiß ich für euch alle ne rießen Party :kiss4: )

nächtliche Grüße
Elfe :escape:
 
Hey Kleine_Elfe

Kleine_Elfe schrieb:
Also...mein Weltbild im jetzt ist einzig und allein aufgebaut aus meinen vergangenen Erfahrungen...öhm...Könnte man dieses Konstrukt auflösen - denn es ist ja wirklich jetzt nicht mehr da, nur gespeichert im Hirn, ein Fake irgendwie - ja könnte man alles auflösen, dann wäre man gesund/frei? bzw "erleuchtet"*?

Ich beantworte dir die Frage, sage aber auch direkt, dass du damit nichts anfangen kannst, sowie keiner damit hier etwas anfangen kann, es sei denn er erlebt es.

Ich kann das denken/gedächtnis etc vom Sehen abkoppeln, dann sehe ich nur was ist, und nicht was war, ich bewerte nicht, noch sehe ich den Gegenstand durch ein Bild in meinen Gedanken. Ich kann es schwer beschreiben. Ich habe immer gedacht, ich sehe die Welt, aber ich habe sie nicht gesehen. Ich kann dir auch nicht sagen, wie du dahinkommst, dass es so wird. Jedesmal wenn ich das gleiche sehe, sehe ich es neu, als wenn ich es zuvor noch nie gesehen habe. Mehr kann ich dazu jetzt nicht sagen, ist auch überflüssig, man muss es selbst erleben.

Und sowas wie Erleuchtung so wie es im allgemeinen Sinne verstanden wird, gibt es nicht.

LG
 
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Ist es nun wirklich wichtig eine Bewertung zwischen Glauben und Wissen zu installieren? Wissen ist gut, Glauben ist schlecht (fckw:erbärmlichen Glaubensgrundsätzen). Geht es nicht eher darum wie quia das mal sagte, dass wir unser Wissen (Glauben) umsetzen können, ihn hier in der Physis leben können? Ob ich im Endeffekt die Berge mit Wissen bewege oder mit Glauben ist doch egal.
Liebe grüße Inti
 
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