Die Zehn Stiere des Zen
von
Tatsuhiko Yokoo
1 Die Suche nach dem Stier
Im Weidegrund dieser Welt
biege ich unermüdlich die hohen Halme beiseite,
auf der Suche nach dem Stier.
Namenlosen Flüssen folgend,
verirrt auf den verworrenen Pfaden ferner Gebirge,
kraftlos und lebensmüde,
kann ich den Stier nicht finden.
Ich höre nur die Grillen durch den nächtlichen Wald zirpen.
2 Das Entdecken der Spuren
Am Flußufer entlang, unter den Bäumen, entdecke ich Spuren!
Sogar unter dem duftenden Grase entdecke ich seine Fährte.
Tief in fernen Gebirgen wird sie gefunden.
Diese Fährte ist so wenig zu übersehen, wie die eigene Nase,
die zum Himmel hochblickt.
3 Der Stier wird entdeckt
Ich höre das Lied der Nachtigall.
Die Sonne ist warm, der Wind ist lau, die Weidenbäume sind grün
am Fluß entlang.
Hier kann sich kein Stier verstecken!
Welcher Künstler vermag diese mächtige Stirn zu zeichnen,
und dies majestätische Gehörn?
Karuna
