Enneagramm-Typbestimmungsfaden

Ireland

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Donna

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Ein bisschen Input, für Interessierte in einer ultrakurz Version:

Die einzelnen Enneagramm-Typen lassen sich in Kurzform wie folgt charakterisieren, wirklich nur das Grundgerüst für den Einstieg.

Die Eins Einser wollen möglichst alles richtigmachen und streben nach Perfektion und Vollkommenheit in jeder Beziehung. Sie haben eine hohe Wertorientierung. Ihr stärkster Antrieb ist es, „die Welt zu verbessern". Das führt dazu, dass sie sehr gerne andere belehren. Sie sind ernsthaft, arbeiten sehr viel und versagen sich oft Vergnügungen. Fehler und Unordnung bei sich selbst und bei anderen belasten Einser und können sie in Zorn versetzen. Sie werden von anderen oft als stur und verbissen erlebt. Eine ihrer besonderen Qualitäten ist ihr Durchhaltevermögen.

Die Zwei Zweier sind sehr beziehungsorientiert und außerordentlich hilfsbereit, weshalb sie sich stark für andere engagieren können. Dahinter steht sehr oft ein Bedürfnis gebraucht zu werden. Sie geben anderen, was sie selbst brauchen, sich aber als Bedürfnis nicht eingestehen: Zuwendung. Das ist häufig verbunden mit der Erwartung, als Dank für geleistete Hilfe nun auch entsprechend geschätzt zu werden. Sie machen sich davon abhängig, dass der andere von ihnen abhängig ist und bleibt. Eine ihrer großen Gaben ist ihre wohltätige Mitmenschlichkeit.

Die Drei Dreier werden beflügelt von Konkurrenz und Rivalität. In einem Leben, das als permanenter Wettbewerb oder auch als Kampf verstanden wird, wollen sie zu den Siegern gehören. Sie sind tatkräftig und arbeiten viel für den Erfolg. Das macht sie sehr wirkungs- und imageorientiert. Dabei können Dreier - wenn es um die Darstellung der eigenen Erfolge geht - großzügig mit der Wahrheit umgehen. Sie glauben sich ihre eigenen Gewinner-Stories und Erfolgsgeschichten. Besonders zu schätzen ist an ihnen ihr Optimismus und ihr Handlungswille.

Die Vier Vierer sind von Sehnsucht durchdrungen: sie sehnen sich nach Schönheit und Harmonie, wobei sie stets das Herausragende und Besondere suchen. Die Sehnsucht nach dem was nicht ist, bestimmt oft ihr Handeln im Alltag. Die Erfahrung der Unerfüllbarkeit dieser Sehnsucht lässt sie leiden, so dass Vierer häufig in melancholische Stimmungen verfallen. Ihr Bemühen um eigene Besonderheit macht sie sehr empfindlich gegenüber Kritik. Vierer verfügen oft über eine große Kreativität.

Die Fünf Fünfer legen großen Wert auf Privatsphäre, was dazu führen kann, dass sie sich anderen und äußeren Anforderungen gegenüber abschotten. Und sie sammeln gerne: Wissen, das sie dann analysieren, aber auch materielle Güter. Gleichzeitig geizen sie - nicht zuletzt mit ihren Gefühlen und mit sich selbst. Fünfern sind Unabhängigkeit und Autonomiewichtig. Besondere Qualitäten sind ihre Klarheit und Objektivität.

Die Sechs Sechser sind zuverlässig, loyal - und sehr vorsichtig. Sie befürchten Katastrophen und werden oft von Vorsicht beherrscht. Um sich zu schützen entwickeln sie ein Bemühen, möglichst alle Regeln und Konventionen einzuhalten und so wenig aufzufallen. Sie orientieren sich gerne an Autoritäten und sind verführbar für Heilsversprechen. Sechser solidarisieren sich aber auch gerne mit anderen Unsicheren und Unterlegenen. Ihre große Stärke ist ihre Treue und Verlässlichkeit.

Die Sieben Siebenen sind optimistisch, zukunftsorientiert und begeisterungsfähig. Sie möchten glücklich sein und versuchen daher, alles Dunkle und Schmerzliche zu vermeiden oder zu übersehen. Ganz konzentriert auf Positives möchten sie auch, dass andere sich bei ihnen wohl fühlen. Sie tun sich schwer, Grenzen zu setzen und „nein" zu sagen. Nach dem Motto „Mehr ist mehr" haben sie eine Tendenz, in allem übermäßig zu sein. Unschätzbar sind ihre Heiterkeit und ihre Zuversicht.

Die Acht Achter sind energiegeladene, direkte und konfrontationsfreudige Menschen. Dies ist ihre Art, Kontakte herzustellen, was oft kontraproduktiv verläuft. Achter werden wegen ihres entschlossenen Auftretens und Handelns entweder gemocht oder gefürchtet und abgelehnt. Sie sind sehr beseelt von der Idee der Gerechtigkeit, für die sie kämpfen. Gerne entlarven sie Unechtheit. Es mangelt ihnen oft an einem Gespür für die Grenzen des anderen, wodurch sie sich über griffig verhalten können. Zu schätzen ist ihr Einsatz und ihre Belastbarkeit.

Die Neun Neuner wirken unkompliziert und durchschaubar. Sie schätzen eine friedvolle Atmosphäre und tragen selbst dazu bei, sie herzustellen - unter anderem durch Vermittlung zwischen streitenden Parteien, was sie sehr gut können. Sie vermeiden, Stellung zu beziehen und Entscheidungen zu treffen, weshalb ihr Verhalten oft ziellos anmutet. Sie lieben feste Gewohnheiten, aber auch Zerstreuung und Nichtstun, weswegen sie oft für faul gehalten werden. Ihre besondere Fähigkeit ist, zu versöhnen.

Quellennachweis:
Andreas Ebert
Richard Rohr
 

WildSau

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Kannst du was damit anfangen?!
Ja, danke! Deine Erklärungen zur Angst/Furcht sind einleuchtend. Ich glaub, ich kann den 6er für mich jetzt ausschließen.
PS SECHS-er werde ganz häufig verwechselt, mit Zweier/ Neuner
Da musst ich jetzt lachen. Ich hab mich in den letzten Tagen viel mit dem Enneagramm beschäftigt, und mittlerweile bin ich vom 9er wieder abgekommen - stattdessen halte ich mich jetzt für einen 2er. :ROFLMAO:
Ich bin darüber gestolpert, dass auch zweier oft nicht wissen, wer sie sind - weil sie sich präventiv verbiegen, wenn sie auf andere Menschen treffen, um ihnen zu gefallen und um gemocht zu werden. Und das kenne ich von mir. Das schaut äußerlich ganz ähnlich aus wie beim 9er, nur dass die Motivation hinter der Identitätslosigkeit eine andere ist. Zur Friedensstifterin tauge ich auch nicht so recht. Und Stolz als Sünde das könnte, wenn ich ehrlich bin, gut passen. :oops:

Wie auch immer: ich bin nach wie vor begeistert, was dieses System kann, und freu mich total, dass ich mich drauf eingelassen habe. Auch wenns keine leichte Kost ist.
 
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JimmyVoice

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Ja, danke! Deine Erklärungen zur Angst/Furcht sind einleuchtend. Ich glaub, ich kann den 6er für mich jetzt ausschließen.

Da musst ich jetzt lachen. Ich hab mich in den letzten Tagen viel mit dem Enneagramm beschäftigt, und mittlerweile bin ich vom 9er wieder abgekommen - stattdessen halte ich mich jetzt für einen 2er. :ROFLMAO:
Ich bin darüber gestolpert, dass auch zweier oft nicht wissen, wer sie sind - weil sie sich präventiv verbiegen, wenn sie auf andere Menschen treffen, um ihnen zu gefallen und um gemocht zu werden. Und das kenne ich von mir. Das schaut äußerlich ganz ähnlich aus wie beim 9er, nur dass die Motivation hinter der Identitätslosigkeit eine andere ist. Zur Friedensstifterin tauge ich auch nicht so recht. Und Stolz als Sünde das könnte, wenn ich ehrlich bin, gut passen. :oops:

Wie auch immer: ich bin nach wie vor begeistert, was dieses System kann, und freu mich total, dass ich mich drauf eingelassen habe. Auch wenns keine leichte Kost ist.
Jeder ist alles davon.
Du hüpfst von Nummer zu Nummer und suchst dir selber aus, was zu dir passt und im Prinzip passt von jeder
Nummer etwas auf jemanden.
Das Ding hat nicht wirklich viel wert.
Der Mensch lässt sich nunmal nicht in ein Schema pressen.
 
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Iphiee

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- stattdessen halte ich mich jetzt für einen 2er. :ROFLMAO:
Ich bin - laut Test ein eindeutiger 2er, aber auch fast ein 9er.
Ja und helfe auch wo ich nur kann, aber ich bin auch stolz auf mich deswegen und erwarte auch Anerkennung, aber hallo :cautious:
Sie machen sich davon abhängig, dass der andere von ihnen abhängig ist und bleibt.
Es wäre ja noch schöner, wenn ich keinen Dank erhalte! :ironie:
 

futurepaulix

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also ich bin auch eine 4w3 und habe Momente, in denen ich das hinterfrage oder mich in anderen typen wiederfinde. (vielleicht weil sich die 4 nicht einordnen lassen will weil sie sich besonders fühlt?) oder aber einfach weil wir alle Anteile in uns haben. ich glaube es ist gut, sich selbst über einen längeren Zeitraum zu beobachten, Fragen zu stellen. vor allem wenn du dich nicht so gut fühlst. Was geht dann in dir vor?
dann merke ich bei mir schon, dass ich sehr in meiner subjektiven Gefühlswelt herumirre und mich darin gefangen fühle, schnell in eine Identitätskrise gerate und mir fast nichts mehr zutraue. diese Gefühle können auch von außen ausgelöst werden, sind dann also eigentlich garnicht meine eigenen. ich fühle sie aber weil ich sehr emphatisch bin und kann mich dann schlecht abgrenzen. deswegen hab ich über die zeit gelernt viel zeit alleine zu verbringen- dann bekomm ich immer wieder ein Gefühl für mein selbst. also den 5er Flügel miteinbeziehen: Rückzug und versuchen eine objektive Sicht auf die Umstände zu erlangen.
Auf der anderen Seite habe ich Momente/ Tage, in denen ich vor Energie und Lebensfreude fast übersprudle und mich die kleinsten Dinge super positiv stimmen und ich die ganze Welt umarmen könnte. Diesen Zustand würd ich natürlich am liebsten immer haben aber das wäre auch nicht gesund. Also es geht eigentlich immer wieder darum eine Balance zu finden.. :)
 
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Donna

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Ich bin - laut Test ein eindeutiger 2er, aber auch fast ein 9er.

Hier ein paar Gedanken für dich als Abgrenzungshilfe;)

Die ZWEI möchte helfen, springt ein und ist ein Allroundtalent.

Indem sie das tut, hofft sie insgeheim, das diese Fürsorge zurückkommt und sie selbst auch gesehen wird.
Denn insgeheim hält sie sich nicht für liebewert, das ist die Crux der ZWEI.

Das geht so weit, das sie manipulativ in das Leben anderer auch eingreift. "Ich meine es doch nur gut mit dir".

Bei den Testfragen in den online Portalen ist es schwierig, die Fragen so zu stellen, dass sie exklusiv diesem, einen Typ zugeordnet werden kann.

Aber es ist auch so, das manche Eigenschaften ja auch andere Typen haben. Deswegen gibt es die Verwechslungen.

Die NEUN zum Bespiel kann sich selbst ganz schlecht aufspüren.

Weil sie eigene Bedürfnisse anpasst, sich hintenanstellt und sich mit allen anderen identifizieren kann.

Deswegen finden sich manche Neuner auch recht spät, als Typ.

Hie ein minimalistischer Abgrenzungsversuch:

Es gibt 9 Seins- Qualitäten und die Transformation der „Laster“ in Stärken, kann man wie folgt beschreiben:

Eigenschaften / Grundhaltungen / Fähigkeiten, womit wir erlernen wollen.
  • Weisheit = übernimm die Verantwortung für dein Handeln.
  • Selbstliebe = achte auf dich, nicht immer auf die anderen.
  • Dankbarkeit (Frieden) = befreie dich jetzt von Unwesentlichem.
  • Ursprung (Wohlergehen) = lerne aus Verlorenem, lass endlich los.
  • Leerheit = begrüße Veränderungen die da kommen.
  • Mut (Offenheit) = schaue genau hin, auch wenn es schmerzt.
  • Nüchternheit (innere Stille) = Schweigen ist manchmal die bessere Antwort.
  • Mitgefühl = lerne stetig Mitgefühl und Freundlichkeit.
  • Autonomie (sich selbst Raum geben) = Freiheit ist das Fundament für Erfolg.
Das ist jetzt recht spirituell, aber wie du sehen kannst, muss die ZWEI Selbstliebe lernen. Sie hat aus irgendeinem Grund das Bedürfnisse, sich um andere zu kümmern und erhofft dabei, dass sie dann auch etwas abbekommt. Vielleicht wurde ihr eingeimpft, nur, wenn du ein braves Mädchen bist und Mama oder Papa zufriedenstellst, bist du ein gutes Kind?

Neuner Kinder wiederum sind die übersehenden Kinder in der Familie. Die haben nicht ´s zu wollen, müssen mit schwimmen. Deswegen passt sich die NEUN überdurchschnittlich an.

Folgendes Szenario.
Eine Gruppe von Freunden will Essen gehen. Reihum werden Vorschläge gemacht:

Italienisch / chinesisch / arabisch / deutsche Küche etc.

Die Neun findet alles gut und wohin die anderen gehen, sie geht mit. Sie käme nie auf die Idee, in sich reinzuhorchen und auf ihren Vorschlag zu bestehen.

Der NEUN fehlt Autonomie. Sie schläft mental ein, dass ist mit „Faulheit“ als Wurzelsünde gemeint.
Sie passt sich an.

Wohlgemerkt – hier ist die Rede von der „unerlösten“ Fixierung.

Reife Neuern haben durch ihre eigene Transformation der Weg gefunden, ihre Schwächen zu Stärken zu machen.
´Leben und leben lassen´ oder ´in der Ruhe liegt die Kraft´. das ist nämlich die Stärke der NEUN:

ein berühmter Neuner soll
C.G. Jung gewesen sein.
 
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