Eltern - und andere Lebensgefahren

Mutter für kleines Kind - ja.
Mutter für erwachsenes Kind - fragwürdig.

Biologie ist nicht alles :)

Liebe Eva!

Prinzipiell sehe ich das auch so. Das Problem ist in der Definition vergraben...wann ist ein Kind erwachsen?

Bei mir wars mit dem Auszug, davor hatte ich immer noch das Gefühl, "ach, mein Baby..."

Und in der heutigen Zeit ziehen viele Kinder erst aus, wenn sie 30 sind...:rolleyes:

Ich schaffte das erst, als meine Älteste ausgezogen war - und auch dann noch flippe ich jedesmal mit, wenn irgendwas ist mit ihr....allerdings nicht mehr so arg.

Liebe Grüße
Suena
 
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Ich hatte keine "gute" Mutter. Ich war immer ein höchst ängstliches Kind, ich hatte vor allem was gibt Angst und am meisten fürchtete ich meine Mutter.

Und ich bin auch nie selbst eine gute Mutter gewesen. Ich liebte meine Tochter zwar abgöttisch und hab sie nicht vernachlässigt, aber ich war nie eine wirkliche "Mutter".

Bis dann alles eskaliert ist und alles eingebrochen ist und dann wurde ich zur besten Mama der Welt. Sagt auch meine Tochter heute ...


:)
Mandy
 
Liebe Luckysun,

ich war eine Mackenmutter und habe so Manches weiter gegeben.
Aber auch als Mensch, wegen dem meine Kinder möglicherweise mal selbst psychotherapeutische Hilfe in Anspruch nehmen werden, war ich für sie durch niemanden zu ersetzen!
Und das gilt für dich genau so: Du bist, egal wie weit vom Ideal einer Mutter (insbesondere vielleicht DEINEM Ideal einer Mutter) du weg bist, die beste, liebste Einzige für deine Kinder.

Zu deiner Frage fällt mir natürlich sehr viel ein, doch was davon für dich brauchbar ist, weiss ich natürlich nicht.

Ich war spontan auch bei einer ähnlichen Thematik wie Suena:

Dass dein Töchterlein nicht grundsätzlich unausgeglichen ist, also im Kindergarten anders kann, finde ich beruhigend :umarmen:
Wäre es möglich, dass du ein Wahrnehmungs-, Kommunikations- und Interaktions-Muster hast, das aufgrund deiner langjährigen Lebensumstände stark an Drama und Stress ausgerichtet ist?

"Kriegt" sie dich, deine volle Aufmerksamkeit, indem sie Spannung erzeugt? Ich meine, was hättest du zunächst erst mal weiter zu geben, als die Bindungsmuster, die du erworben hast?
"Kriegt" sie dich bei deiner tiefen Verunsicherung zu fassen, dass es an dir liegen muss, wenn dir gegenüber jemand laut, vielleicht gewalttätig wird?

Die Zwerge haben ja so ungeheuer feine Antennen und klinken sich instinktsicher in die verborgenen Muster ein...

Pragmatische Maßnahmen, wie die von Suena angesprochenen, halte ich für sehr aussichtsreich, um auf das Verhalten (denn ihr Wesen erscheint mir sehr gesund) Einfluss zu nehmen. Ich würde anregen wollen, das dahingehend zu erweitern, dass du ihr Aufmerksamkeit und Zuwendung schenkst, wenn sie sie gerade nicht einfordert, also statt unbewusst das Drama zu füttern, die entspannten Momente aufgreifst.

Ich kenne das sehr gut aus eigener Erfahrung! Am meisten habe ich meinen Kindern vielleicht mit meinen Selbstzweifeln geschadet. So war ich nämlich abhängig von ihrem Verhalten und sofort mit mir und meinen selbstabwertenden Überzeugungen beschäftigt, statt mit ihnen und dem, was sie gerade gebraucht hätten. Vor allem gesunde Grenzen gab es anfangs nicht...
Erst als ich beschloss, dass ich ihnen mich mit all meinen Macken zumute (ohne sie aufrecht erhalten oder gut heissen zu wollen!), und dass trotzdem jetzt Zähne geputzt werden, oder das Überraschungsei nicht gekauft wird, als ich meine Rolle angenommen habe, ging es auch ihnen besser.

Heute bin ich immer wieder überrascht, wenn meine Kinder mir erzählen, worunter sie gelitten haben. Das sind gar nicht die Dinge, für die ich mich schlecht gefühlt habe, sondern ganz andere...
Und darüber, dass sie mit all ihren Erinnerungen und Gefühlen kommen können, und ich mein Leben mit allem, was ich liebend gern anders gemacht hätte, wäre ich damals schon so erfahren gewesen, wie ich es erst durch all meine Fehler und durch die Erfahrung mit meinen Kindern wurde, ganz bejahe - dadurch also, dass sie mir von sich berichten können und ich es aushalten und mit ihnen fühlen kann - darüber entfaltet sich die tiefe gegenseitige Liebe erst so richtig und bekommt ihre schwierige Kindheit mit mir als ihrer Mutter einen neuen Sinn.

(sorry für Schachtelsatz, das quoll jetzt grad nur so aus mir raus....)

Ein anderer Gedanke zu deiner Frage: Wie viel (noch) nicht gefühlte, nicht mehr erinnerte Dreijährige Luckysun mag da vielleicht vor dir stehen, wenn du deine Kleine toben siehst?

Alles Liebe,
Eva
 
Liebe Eva!

Prinzipiell sehe ich das auch so. Das Problem ist in der Definition vergraben...wann ist ein Kind erwachsen?

Bei mir wars mit dem Auszug, davor hatte ich immer noch das Gefühl, "ach, mein Baby..."

Und in der heutigen Zeit ziehen viele Kinder erst aus, wenn sie 30 sind...:rolleyes:

Ich schaffte das erst, als meine Älteste ausgezogen war - und auch dann noch flippe ich jedesmal mit, wenn irgendwas ist mit ihr....allerdings nicht mehr so arg.

Liebe Grüße
Suena

hihihi,
ja Suena, da wird es spannend :D

Vielleicht bin ich mir selbst gegenüber bisweilen ein wenig zu streng, aber an genau der Stelle hinterfrage ich, ob ich meine Mutterrolle brauche, oder ob ich meine Kinder in die Welt entlassen kann.
Im Elternhaus ist glaube ich noch nie jemand erwachsen geworden :D

Liebe Grüße,
Eva
 
Hallo all...

Ich würde gerne mal noch einen anderen Blickwinkel mit einbringen...
der mir zur Zeit zusätzlich zu schaffen macht...
nämlich meine derzeitige Rolle als Mutter...
spielt ja irgendwie in das Thema mit rein...

Eltern und andere Lebensgefahren...
Ich bin aber eben nicht nur Kind, sondern auch selber Eltern...

...


Konntet ihr als Mütter eure eigenen Erfahrungen und Kolateralschäden, die ihr durch eure Eltern und Erlebnisse erleiden mußtet, irgendwie aus eurer Erziehung raus halten, so daß ihr selber keine Lebensgefahr für eure Kinder wart??? Mir erscheint das für mich zur Zeit nahezu unmöglich...obwohl ich mich gerne anders verhalten würde, rutsche ich immer wieder in dieses Kampfspielchen mit meiner Kleinen hinein, was uns BEIDEN sicherlich nicht grad gut tut...besonders schwer wurde es mir jetzt, weil ich selber ziemlich krank und belastet bin mit dem Asthmaanfall... manchmal habe ich das Gefühl, auf einem Karussell zu sitzen, von dem ich nicht absteigen kann...

Irgendwelche Ideen, Erfahrungen oder Anregungen dazu????

Liebe LuckySun, das ist ein Bereich des Themas, das mich immer wieder sehr beschäftigt.

Also... bei meinem großen Sohn hab ichs definitiv nicht geschafft, auch nur irgendwas abzufangen.

Das ist eine Sache, da kommt von mir sicher in den nächsten Tagen allerhand dazu. Weils in der Therapie ja auch ansteht, mich selber jetzt zur Erwachsenen zu erziehen...
 
Vielleicht bin ich mir selbst gegenüber bisweilen ein wenig zu streng, aber an genau der Stelle hinterfrage ich, ob ich meine Mutterrolle brauche, oder ob ich meine Kinder in die Welt entlassen kann.
In dem Augenblick wo du sie geboren hast, hast du sie bereits entlassen. ;)
Alles weitere ist eben nur der illusionärer Film eines Rollenspiels in dem man verhaftet ist.
http://www.wolfsfrauenseele.de/von_kindern.htm
 
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Yep. Nachdem ich felsenfest davon überzeugt war, dass ich so vieles aus meiner Kindheit vergessen habe, stellte ich fest, dass sich KleinRita eine ganze Menge gemerkt hat.

Danke für deinen Zwischenbericht. :)
Jo - ich sehe staundend, daß sich auch KleinKinny jede Menge gemerkt hat. - Und ich sehe, daß GroßKinny ohne drüber nachzudenken, warum, jede Menge Sachen weiter so gemacht hat wie KleinKinny immer. Weil KleinKinny damit überlebt hat, sich selber schöne Geschichten auszudenken über die Leute, die sie nicht gut behandelt haben - Geschichten, in denen immer vorgekommen ist, was KleinKinny Gutes und Edles tut, und die Leute dann draufkommen, wie gut und edel KleinKinny ist und dann haben sie sie lieb und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute...

Und ich bin draufgekommen, daß KleinKinny offenbar gedacht hat, "Großwerden" heißt, man ist dann richtig mächtig und lernt, fest genug an all diese Geschichten zu glauben, damit sie wahr werden. Oh ihr guten Götter.

Naja. So funktonierts halt nicht, KleinKinny... jetzt ahne ich, was ich ihr alles beibringen werde in nächster Zeit.

Was mir noch aufgefallen ist. Meine Mutter, sagte ich immer, hat auf einem Schachbrettl gelebt. Weiß. Oder Schwarz. Dazwischen war nix. Und wer zu den Weißen gehört hat, wurde mit aller GEWALT weißgewaschen, um jeden Preis, alles schöngeredet, was er gemacht hat, für alles eine entschuldigende Begründung gefunden. Wer allerdings zu den Schwarzen gehört hat, konnte Kopfstehen, es wurde alles niedergemacht, was er sagte und tat. Und wehe, man ist in diesem Weltbild einmal aus der Gnade gefallen, reingewaschen zu werden. - Kommt mir doch so fürchterlich bekannt vor, dieses Reinwaschen, alles Verstehen, Wegerklären, Erdulden - von allem. Schachbrett läßt grüßen. Ohne es zu wollen - ich hab das Weltbild meiner Mutter subtil und in abgeschwächter Form, aber doch, mit im Reisekoffer...

Dieses, hab ich beschlossen, werde ich ihr in aller Freundschaft zurückgeben. Wegen erwiesener Unbrauchbarkeit.

War so eine Zwischenbilanz der letzten Tage. Vielleicht ja für irgendwen hilfreich, drum steht sie da :)
 
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