Liebe Luckysun,
ich war eine Mackenmutter und habe so Manches weiter gegeben.
Aber auch als Mensch, wegen dem meine Kinder möglicherweise mal selbst psychotherapeutische Hilfe in Anspruch nehmen werden, war ich für sie durch niemanden zu ersetzen!
Und das gilt für dich genau so: Du bist, egal wie weit vom Ideal einer Mutter (insbesondere vielleicht DEINEM Ideal einer Mutter) du weg bist, die beste, liebste Einzige für deine Kinder.
Zu deiner Frage fällt mir natürlich sehr viel ein, doch was davon für dich brauchbar ist, weiss ich natürlich nicht.
Ich war spontan auch bei einer ähnlichen Thematik wie Suena:
Dass dein Töchterlein nicht grundsätzlich unausgeglichen ist, also im Kindergarten anders kann, finde ich beruhigend

Wäre es möglich, dass du ein Wahrnehmungs-, Kommunikations- und Interaktions-Muster hast, das aufgrund deiner langjährigen Lebensumstände stark an Drama und Stress ausgerichtet ist?
"Kriegt" sie dich, deine volle Aufmerksamkeit, indem sie Spannung erzeugt? Ich meine, was hättest du zunächst erst mal weiter zu geben, als die Bindungsmuster, die du erworben hast?
"Kriegt" sie dich bei deiner tiefen Verunsicherung zu fassen, dass es an dir liegen muss, wenn dir gegenüber jemand laut, vielleicht gewalttätig wird?
Die Zwerge haben ja so ungeheuer feine Antennen und klinken sich instinktsicher in die verborgenen Muster ein...
Pragmatische Maßnahmen, wie die von Suena angesprochenen, halte ich für sehr aussichtsreich, um auf das Verhalten (denn ihr Wesen erscheint mir sehr gesund) Einfluss zu nehmen. Ich würde anregen wollen, das dahingehend zu erweitern, dass du ihr Aufmerksamkeit und Zuwendung schenkst, wenn sie sie gerade nicht einfordert, also statt unbewusst das Drama zu füttern, die entspannten Momente aufgreifst.
Ich kenne das sehr gut aus eigener Erfahrung! Am meisten habe ich meinen Kindern vielleicht mit meinen Selbstzweifeln geschadet. So war ich nämlich abhängig von ihrem Verhalten und sofort mit mir und meinen selbstabwertenden Überzeugungen beschäftigt, statt mit ihnen und dem, was sie gerade gebraucht hätten. Vor allem gesunde Grenzen gab es anfangs nicht...
Erst als ich beschloss, dass ich ihnen mich mit all meinen Macken zumute (ohne sie aufrecht erhalten oder gut heissen zu wollen!), und dass trotzdem jetzt Zähne geputzt werden, oder das Überraschungsei nicht gekauft wird, als ich meine Rolle angenommen habe, ging es auch ihnen besser.
Heute bin ich immer wieder überrascht, wenn meine Kinder mir erzählen, worunter sie gelitten haben. Das sind gar nicht die Dinge, für die ich mich schlecht gefühlt habe, sondern ganz andere...
Und darüber, dass sie mit all ihren Erinnerungen und Gefühlen kommen können, und ich mein Leben mit allem, was ich liebend gern anders gemacht hätte, wäre ich damals schon so erfahren gewesen, wie ich es erst durch all meine Fehler und durch die Erfahrung mit meinen Kindern wurde, ganz bejahe - dadurch also, dass sie mir von sich berichten können und ich es aushalten und mit ihnen fühlen kann - darüber entfaltet sich die tiefe gegenseitige Liebe erst so richtig und bekommt ihre schwierige Kindheit mit mir als ihrer Mutter einen neuen Sinn.
(sorry für Schachtelsatz, das quoll jetzt grad nur so aus mir raus....)
Ein anderer Gedanke zu deiner Frage: Wie viel (noch) nicht gefühlte, nicht mehr erinnerte Dreijährige Luckysun mag da vielleicht vor dir stehen, wenn du deine Kleine toben siehst?
Alles Liebe,
Eva