Du hältst diese Lösung dort für gut?
Dann berichte ich mal
ich habe eine gute Bekannte, die arbeitet in Irland in einer Einrichtung für traumatisierte, schwer erziehbare Kinder und Jugendliche...
dagegen ist das, was dort in dem Bericht steht einfach nur lächerlich...
die Jugendlichen dort gehen mit 21 da raus und starten ihre kriminelle Karriere als Erwachsener, das ist doch keine Intensivbetreuung von jugendlichen, traumatisierten Straftätern...sorry... das ist ne Lachnummer...
In der Einrichtung meiner Bekannten sind Jugendliche die IRA-Terror mitgemacht haben... und dergleichen...also durchaus vergleichbar...
da kommen auf 10 Jugendliche 10 Betreuer und 2 Therapeuten, die TAG UND NACHT für diese Kinder/Jugendlichen da sind... da gibt es strenge Regeln... diese Jugendlichen lernen das sonst nicht und selbst dann ist die Quote nur 50 %... dass die das schaffen...
Das was ich da in dem Artikel gelesen habe, ist eine billige Verwahrung... die Kids kommen mit gestohlenem Gut in die Einrichtung zurück, hast du das auch gelesen? Wenn sowas keine ganz harten Konsequenzen hat, lachen die sich tot... und machen weiter wie zuvor... es gibt keinen Sport als Strafe, sondern nur Grundversorgung? Ich brech zusammen, das soll ein Konzept für kriegs-traumatisierte Intensivtäter sein?
Nee du,... echt nicht...
Was soll denn gut daran sein, Lucky?
Es ist unter diesen Umständen und in diesen Relationen sehr, sehr gut. Dass es trotzdem auf absoluter Ebene nicht wirklich gut, erfreulich ist.... geschweige denn Perfekt .... ganz im Gegenteil (!) ist doch mehr als klar. Was soll hier diskutiert werden? Welchen Anspruch hast du da... und an wen konkret? Selbstverständlich ist das zudem auch noch alles ausbaufähig... schreiben sie ja selbst... aber sieh doch bitte die Relation... da ist die Rede von 1800 Minderjährigen.... von denen 46 Jungs als "schwer erziehbar" eingestuft werden. Man hat verstanden, dass es besser ist, sie alle unter einen Hut zu bringen.... hören sie deswegen auf "schwer erziehbar zu sein"??? Natürlich nicht.... und natürlich nicht alle. Die Bilanz ist traurig..., dass gerade mal 8-9 von diesen Kindern tatsächlich erreichbar sind.... glaubst du DAS sehen wir nicht? Zwei von ihnen haben sich offenbar abgeseilt und sind vermisst. Bleiben also 35 schwierige Jungs, die noch stehlen und Vandalismus betreiben... nur, das Projekt ist erst wenige Monate alt. Die Betreuer und Psychologen müssen selbst erstmal an den Realansprüchen reifen, selbst erstmal eruieren wie und was die Erfordernisse sind, unter DIESEN Umständen. Denn praktische Erfahrung werden sie haben.... und sicherlich da schon, sprich unter bekannten, kalkulierbaren, hiesigen Umständen so manchesmal gezwungener Weise zur konventionellen Lehrbuchmeinung umdisponiert haben. Das hier ist nochmal eine ganz und gar andere Herausforderung.... Kriegskinder, verwahrloste, elternlose Kinder.... hochtraumatisiert und, auch das muss man sagen/kalkulieren, für unsere Verhältnisse in vielen Teilen zur Unmenschlichkeit pervertiert (das macht Krieg/Terror/Tyrannei/Überleben AUCH nun mal mit den Wehrlosesten früher oder später)... aber, was das schwierigste sein dürfte ist die Sprache&Kultur....
Nimm doch mal dich selbst als Beispiel.... das ist eine äusserst schwierige Situation, sämtliche Unwägbarkeiten... dazu die merkwürdigsten (teils berechtigten Ressentiments).... und du gehts vom Grundsatz lieber mal vom aller aller schlimmsten aus.
Nun versetze dich mal in die Lage dieser "seelisch verwahrlosten Kinder" ... es sind Kinder und Jugendliche, die praktisch von vorneherein gar nicht gewillt sind, sich selbst oder sonstwem Chancen einzuräumen. Die verstehen rein sprachlich gar nicht, um was geht, gehen könnte. Und wenn sie es verstehen, langsam zu verstehen beginnen, denken sie sich einfach nur: Was für Träumer, was für Waschlappen, und wen interessiert, was mal aus mir wird?? Ich muss (immernoch) überleben... und die grösstmögliche Sicherheit dafür bietet letztlich Geld, egal wie, und zwar JETZT, SOFORT.
Um zu den dahinter wirksamen Traumata durchzudringen müsste es tatsächlich vor allem keine sprachlichen, aber auch keine kulturellen Hürden geben. Das ist also ein Wust an diversen "Unmöglichkeiten" an die man erstmal vorbei den anderen erreichen muss. Dafür braucht es Zeit, ein sich kennenlernen...., sehen, worin der wahre Bedarf liegt.
Diese Einrichtung ist gerade mal einige Monate alt... machen wir mal eine Hochrechnung.... In drei bis 4 Monaten konnten sie 8 von 46 erreichen...., sprich zwanzig%, ... in 8 Monaten sind es dann von den 35 übrigen ggf. nochmals 10 %, in 12 Monaten nochmals 10 bis10halbe %.... usw... letztlich braucht es Jahre bis diese Kinder resozialisiert sind.... nur, da es sich um Jungendliche handelt haben sie diese Jahre auch. Das also ist die abgezeichnete Tendenz in diesem Bericht.
Es bleiben trotzdem nur ganz real die wenigsten DIESE Härtefälle, und wenn sie erst einmal deutsch beherrschen, wenigstens ansatzweise, können sie weitergeleitet werden in bereits bestehende Heime für Schwererziehbare mit je einem Erzieher pro Kind....
Alles in allem besagt der Bericht, dass knapp zwei % von 1800 Kriegskindern sehr, sehr schwierig sind.... für sprich 98% reichen die Standardmassnahmen um ihrem Bedarf aber auch unseren gesellschaftlichen Ansprüchen gerecht zu werden. Ja.. und hey, weisst du was, DAS sind mal richtig gute Nachrichten.
Nochmal... WAS sind denn deine Ansprüche an Flüchtlinge? Wie müsste ein solcher Bericht für dich lauten, damit du sagen kannst: Hach.... prima.... alles (?) tutti?
Und worauf möchtest du konkret hinaus in dieser Flüchtlingsdebatte, wenn du auf SOLCHE Schwierigkeiten mit entsprechend negativer, besonderer Betonung zeigst.... (ist eine ernsthafte Frage, keine rhetorische...)
