Die Helfereuphorie... und der Flüchtlingswahnsinn...

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Uff, danke, echt (y) und : no problem.

ich verwende diese Wörter nicht synonym.

Ich versuch dir das mal mit Essen zu verdeutlichen:
Wenn ich etwas verabscheue, dann nehme ich das gar nicht in den Mund, es beutelt mich regelrecht ab, ich könnte kotzen und es ekelt mich.
Wenn ich gegen eine Speise Abneigung hege/habe, so kann/muß ich die nicht haben, meide sie wenn geht, kann sie aber trotzdem essen ohne mich zu ekeln oder anzukotzen.

Mir ist absolut klar das Abscheu extremer ist als Ablehnung, daher ist auch vollkommen verständlich dass Du da eine Klarstellung wünscht. Für mich war da wirklich die Frage wie das passieren konnte, da ich ja lesen kann und es liegt vermutlich daran, dass ich die Generalisierung als extrem empfand, worauf ja auch meine Argumentation hinauslief, und innerhalb dieser Argumentation ist das offenbar hin und hergeswitcht. Der Fokus lag dabei wirklich auf der "Generalisierungs-Argumentation" und die Begriffe habe ich dann tatsächlich synonym verwandt.

Soll aber keine Entschuldigung sein, da ich ja normalerweise selbst viel Wert auf eine grundlegende Präzision lege. Der tiefere Grund ist übrigens Übermüdung weil ich immer mal wieder unter Schlaflosigkeit leide. Ab einem gewissen Punkt mache ich dann mehr Fehler und die überlese ich auch glatt, selbst wenn ich noch mal drübergucke....und es fällt mir dann zum Teil erst weit nachdem die potentielle Bearbeitungszeit ausgelaufen ist, auf. Wobei der hier sicherlich/hoffentlich der Gröbste war. ;)
 
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Beim Bärtigen, es ist irgendwie schon so ein bissl an Propheten-Thread hier geworden ^^


etc......
Na Hedwig, haste wieder Langeweile? Ist der Z3 kaputt? Kochts essen noch?
Selten jemanden gelesen, der nix zum Thema konstruktiv gross beiträgt, aber rummault und mit OT-Trollerei flamet, bis die Megabytes weggehen.
Und über Any rumplärren...... Sauber Hede... Hasts drauf. Und wenns ein oller Hut oder Zahnbelag ist :D
 
Will ich auch garnicht. Beton ist mir zu schwer zu bearbeiten...
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Warum mühst du dich dann ständig ab? *sfg
 
Bitte sehr, aus dem von dir verlinkten Artikel :)

Im Frühjahr gerieten einige minderjährige Flüchtlinge in Hamburg außer Kontrolle. Dann verschwanden die Vorfälle aus den Schlagzeilen. Über einen leisen Erfolg in der lauten Flüchtlingskrise.

Dies ist eine Geschichte darüber, wie ein kleines Häuflein das Bild einer ganzen Gruppe prägen kann. Etwa 1800 minderjährige unbegleitete Flüchtlinge (UMF) halten sich in der Stadt auf, die große Mehrheit will sich integrieren. Doch es gibt Jugendliche, die jede Einrichtung sprengen, 46 gelten laut Polizei als Intensivtäter.

Das Belohnungssystem und die Trennung von Wohn- und Aufenthaltsbereich wirken. Auch die Jungs am Bullerdeich sind normale Jugendliche, sie wollen durch Facebook scrollen und zu den anderen in den Aufenthaltsraum. Martin Nawroth sagt: "Wenn wir die Jungen hier oben beschäftigen, können sie zum einen niemanden beklauen oder Drogen nehmen, aber vor allem haben wir so die Chance auf einen pädagogischen Zugang."

Wenn der Bullerdeich die dunkle Seite ist, ist das Haus an der Cuxhavener Straße in Neugraben die helle Seite, die man Journalisten gerne zeigt. In diesem betreuten Wohnhaus leben sieben Jugendliche, vier Afghanen, zwei Syrer und ein Junge aus Eritrea. Auch sie haben monatelange Fluchtgeschichten hinter sich, doch zwischen ihnen und den Jungs am Bullerdeich liegen Welten. Einer der Bewohner ist Hossein Madadi, ein junger Afghane mit feinen Gesichtszügen, der Tee serviert und sich in flüssigem Deutsch erkundet, ob man noch Gebäck wolle. Er geht in die 10. Klasse, Lieblingsfächer Mathe und Gesellschaft, sein nächstes Ziel ist das Abi, sein Traum ein Informatik-Studium. Der 19-Jährige ist begeisterter Ringer, in seiner Heimat ein Nationalsport, drei Mal die Woche trainiert er bei einem afghanischen Verein am Mümmelmannsberg.

Schuld ist, glaubt Kautz, der schlechte Ruf, obwohl in den vier Jahren, seit dem es die Einrichtung in Neugraben gibt, keiner der Jugendlichen eine Straftat begangen hat. Kautz findet: "Die minderjährigen Flüchtlinge sind eher eine Erfolgsgeschichte."



Soviel zur Wirklichkeit :) Warum genau hast Du den Artikel verlinkt?

Also, ich hätte ja gern eine Lösung für sowas:

http://www.focus.de/regional/meckle...n-wismar-auf-fluechtlinge-ein_id_5054554.html
...und warum hast du dir nur den positiven Aspekt des Artikels raus gegriffen?
Eine Lösung für die negativen Aspekte hast du demzufolge doch auch nicht?
 

Durchaus sehr interessant zu lesen. Schauen wir uns doch mal ein paar Textpassagen an:

FAZ schrieb:
(...) Aber ihre Aufnahme war, um mit Merkel zu sprechen, „alternativlos“. Es waren Landsleute, und sie wären anderswo nicht aufgenommen worden. Für syrische Kriegsflüchtlinge und pakistanische Wirtschaftsmigranten gilt das nicht.

„Berlin hat eine Meise“

Länder wie Großbritannien oder Dänemark kommen daher ihrer Verantwortung nach, indem sie einen kleinen Teil der Flüchtlinge ins Land lassen. Sie haben Sorge, ihre Gesellschaften zu überfordern, und finden es vernünftiger, die UN-Lager in Grenznähe zu Syrien besser auszustatten. Sie stellen auch die Frage, warum reiche islamische Länder wie Saudi-Arabien ihre Grenzen für die Glaubensbrüder und -schwestern schließen.

UN-Lager besser ausstatten etc. ist sicher auch eine sinnvolle und wichtige Aktion dabei. Und? Bietet das wirklich ausreichende Alternativen?

FAZ schrieb:
Wo andere Europäer Augenmaß walten lassen, geben sich Deutsche einem Gefühl hin, das aus zwei sonderbaren Quellen gespeist wird. In der einen sprudelt ein Idealismus, der sich an der Phantasie berauscht, wir könnten etwas schaffen, für das andere zu kleinmütig sind; britische Kritiker sprechen von „Tugendprotzerei“.

So einig sind sich die Britten da allerdings auch nicht:

http://www.n-tv.de/leute/Benedict-Cumberbatch-rastet-aus-article16255136.html

Und ja: Mir ist bewusst, dass es sich bei Benedict Cumberbatch um einen Schauspieler handelt und damit nicht unbedingt um einen Menschen, der stark qualifiziert ist, moralsiche und politische Apelle loszutreten - genauso wie Till Schweiger, Juko und Klaas oder Oliver Kalkofe - und genauso wenig wie jeder User hier im Thread. Wenn sich aber ein Schauspieler hinstellt und die Haltung der eigenen Regierung offen kritisiert, spricht das auch für das Meinungsbild der Bevölkerung da. Soll heißen: Die Britten sehen nicht einstimmig in uns die "Tugendprotzer", sondern würden sich teilweise von ihrer Regierung durchaus mehr bzw. anderes Engagement wünschen.

FAZ schrieb:
Was die Deutschen heute anfällig für extreme Ausschläge macht, ist ihr entgrenzter Moralbegriff. Die meisten Staaten haben die Genfer Flüchtlingskonvention unterzeichnet, versuchen aber, die hohen Ziele in Einklang mit den nationalen Möglichkeiten zu bringen. Kodifizierte Werte dienen ihnen als Maßstab, aber nicht als Maß an sich.

Sehr schade, dass sich die humanitären Werte, denen wir uns verbunden fühlen, so schwierig durchzusetzen sind. Und ja: Man kann nicht mehr tun als möglich ist. Aber ist nur so wenig möglich, wie einige andere Staaten behaupten?

Offenbar sieht der Artikel einen Konflikt zwischen humanitären Werten und Handeln und den Möglichkeiten. Dieser Konflikt besteht durchaus. Wir können nicht "alle aufnehmen", was allerdings auch der härteste Kern der "Pro-Asyl-Fraktion" nicht fordert. Wir können nicht alle Probleme der Welt lösen. Aber wir können unser möglistes tun. Ist unser möglichstes schon erreicht? Und ebenso wichtig: Ist das Möglichste der anderen EU-Staaten schon erreicht?
 
Was die Organisation der Flüchtlingsituationen betrifft, werden Gemeinden, Städten und Kommunen gefordert
Nein, sie werden ÜBER-fordert und das ist vielerorten deutlich spürbar...
Und das ist eine basidemokratische Handhabung einer Republik konform zu Tradition und Gründerwille des Deutschen Bundes.
Nein, das ist ein Hinwegsetzen über den Bürgerwillen und das Wohl der Bürger innerhalb einer Demokratie OHNE sie zu fragen.
Ich fühle mich jedenfalls nicht eingeschränkt, eher bereichert.
Wenn das bei dir vor Ort sich so anfühlt, freut mich das für dich und deine Mitbürger.
Es darf aber sicher Verständnis dafür erwartet werden, dass es an vielen anderen Orten eben anders läuft und auch sehr anders empfunden wird, weil es dort sogar massive Einschränkungen für die Bevölkerung gibt.
 
Wir können nicht "alle aufnehmen", was allerdings auch der härteste Kern der "Pro-Asyl-Fraktion" nicht fordert. Wir können nicht alle Probleme der Welt lösen. Aber wir können unser möglistes tun. Ist unser möglichstes schon erreicht? Und ebenso wichtig: Ist das Möglichste der anderen EU-Staaten schon erreicht?
>>Wo andere Europäer Augenmaß walten lassen, geben sich Deutsche einem Gefühl hin, das aus zwei sonderbaren Quellen gespeist wird. In der einen sprudelt ein Idealismus, der sich an der Phantasie berauscht, wir könnten etwas schaffen, für das andere zu kleinmütig sind; britische Kritiker sprechen von „Tugendprotzerei“.<<
Wortgewaltig und damit eindrucksvoll - das ist auch mein erster Eindruck des redaktionellen Beitrags von Buchsteiner in der FAZ.
Und dagegen ist erst einmal wenig zu sagen, aber viel entgegen zu halten.
Denn: Grenzen mythologisieren und reale Gegebenheiten nutzen ist ein radikaler Unterschied, der historisch Politik schreiben mag.
 
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