Merkel destabilisiert Deutschland und Europa
Angela Merkels Flüchtlingspolitik bedeutet den Verzicht auf die wichtigsten Gestaltungsmittel der Politik. Mit ihrem Vorgehen nimmt die Bundeskanzlerin das Ende des Westens vorweg.
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Auch die Deutschen sind letztlich nicht willens, die Konsequenzen einer Politik zu tragen, die sich aufgibt, bevor sie sich aufgeben muss. Der Enthusiasmus, mit dem die Neuankömmlinge begrüßt wurden, weicht wachsendem Unbehagen. Dass Merkel aus der Mitte der Gesellschaft nur zaghaft kritisiert wird, hat mit der Angst zu tun, sich in der „rechten Ecke“ wiederzufinden.
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Das Drängen auf europäische „Solidarität“ wird von den Angesprochenen als unsolidarisch empfunden. Merkel – so sieht man es außerhalb Deutschlands – hat einen törichten Lockruf in die Welt gesendet und zwingt nun die Partner, ihren Fehler auszubaden.
Die Frau, die Politik immer vom Ende her dachte, hat sich dramatisch verkalkuliert. Ihr Rendezvous mit der Weltgeschichte ist ein zeitliches Missverständnis. Es destabilisiert und polarisiert Deutschland im Inneren und isoliert es in seinen Beziehungen nach außen. Auf dem Höhepunkt ihrer langen, apollinischen Kanzlerschaft hat Angela Merkel Maß und Takt verloren. Auch wer zu früh kommt, kann vom Leben bestraft werden.