Dieser Versuch, zurückzurudern, erscheint angesichts dessen, was jeder schwarz auf weiß nachlesen kann, nur allzu hilflos. Deine Ausführungen hatten klar die Struktur einer Legitimierung von Gewalt, Joey hatte in einem seiner letzten Beiträge die entsprechenden Zitate zusammengetragen.
Und jetzt willst du uns auf einmal nur erklärt haben wollen, daß Gewalt "ein Teil dieser Welt ist, auch wenn es manche Träumer nicht sehen wollen"?
Wer hat denn diese Binsenweisheit sowohl hier im Thread als auch außerhalb des Threads jemals bestritten? Darüber stolpert jeder, der auch nur oberflächlich die Nachrichten verfolgt, es ist keine Silbe der Erwähnung wert.
Aber egal, vergessen wir mal dein schwachsinniges Geschwätz von gestern und wenden uns wieder der häßlichen Fratze der Fremdenfeindlichkeit zu. Was bei Sachsen-Anhalt, der Hochburg fremdenfeindlicher Übergriffe, auffällt, ist, daß es zugleich das Bundesland mit dem
niedrigsten Ausländeranteil ist, und trotzdem wütet dort der rassistische Mob und Flüchtlingsunterkünfte gehen der Reihe nach in Flammen auf.
Das scheint irgendwie widersinnig, aber vielleicht gibt hier eine Bemerkung von Oliver Decker, den ich bereits zitierte, Aufschluß:
"Man darf nicht denken, dass ein Antisemit Kontakt zu Juden braucht, um Antisemit zu sein. Es ist sogar günstiger, wenn er den nicht hat. Kontakt zu Menschen steht dem Vorurteil im Weg, das ist bei den Islamhassern genauso."
Hinzu kommt noch, daß sich Fremdenfeindlichkeit in sozialen Netzwerken wie Facebook und auch Foren wie diesen in Windeseile hochschaukeln kann. "Integriert" in einer Group von Rassisten entstehen dann gegenseitige Radikalisierungsprozesse und vor allem die Grundeinstellung: "Mensch, Hass auf Flüchtlinge ist ja ganz normal, die denken ja alle so."
Es braucht also gar nicht mehr wie früher eines gigantischen Propaganda-Apparats, der den Menschen Fremdenfeindlichkeit eintrichtert - das besorgen sie schon ganz von allein, dank der neuen elektronischen Kommunikationsstruktur des Internets.